Lange Oscar-Nacht mit rotem Teppich, Quiz und Styling Filmmuseum bringt Stück Los Angeles nach Mainhattan

Anzug mit Fliege, Kleines Schwarzes und Perlenkette: Die Besucher der Oscar-Nacht posierten wie die Stars vor der Fotowand. Fotos (2): Faure

Sachsenhausen (jf) – Ein bisschen Los Angeles, Dolby Theatre, am Mainufer. Die Fassade des Filmmuseums war festlich beleuchtet, gleich hinter der Eingangstür betraten die Gäste einen roten Teppich und erhielten ein auf goldenem Karton gedrucktes Programm.

Um Mitternacht war das Haus noch nicht brechend voll, die Besucher konnten entspannt auf fünf Etagen flanieren. Sehen und sich sehen lassen war das Motto; die Damen trugen vom Kleinen Schwarzen über Ringelpulli und Jeans bis zur Abendrobe alles. Die Herren hatten sich vielfach und unprätentiös für schwarzen Anzug, weißes Hemd und Hut entschieden.

Viele Fragen zum Thema Academy Awards

Im Untergeschoss wurde gerätselt; Michael Kinzer stellte im großen Kinosaal in vier Runden Fragen zum Thema Academy Awards. Außerdem konnten die Oscar-Begeisterten an einem Tippspiel teilnehmen und ihre Favoriten in 24 Kategorien ankreuzen. Wer die meisten Namen richtig geraten hatte, dem winkte ein Wochenende für zwei Personen in München mit Besuch der Bavaria Filmstudios. Im Erdgeschoss wurden Filmausschnitte gezeigt, vor der Fotobox konnte man sich selbst in Szene setzen. Oder sich vor der schwarzen Wand von Freunden fotografieren lassen. Das Filmcafé lud zum gemütlichen Plausch ein. „Im ersten Obergeschoss gibt es in diesem Jahr erstmals zur Oscar-Nacht ein Whiskey Tasting“, informierte Frauke Haß vom Filmmuseum. Ein Stockwerk höher wurden Spezialführungen durch die Ausstellung zum Thema Oscar angeboten.

Gefragt war das Gratis-Styling im vierten Obergeschoss. Mit frischer Frisur und professionellem Make-Up konnte man anschließend um die Ecke zum Blue Screen gehen und sich direkt auf den roten Teppich vor dem Dolby Theatre in Los Angeles „beamen“ lassen. Das Foto ist sicher eine hübsche Erinnerung an die Oscar-Nacht. Während ab 1.30 Uhr deutscher Zeit die Hollywood-Stars eintrafen – dieser besondere Catwalk wurde auf mehrere Leinwände im Filmmuseum übertragen – musste man noch bis 2.30 Uhr auf die von Jimmy Kimmel moderierte Oscar-Verleihung warten. Mit einem Seitenhieb auf die MeToo-Debatte sagte der Moderator, dass der Oscar gegenwärtig wohl der am meisten respektierte Mann in Hollywood sei.

Damenwelt tritt glänzend und bunt auf

Die Damenwelt hatte sich zu den Academy Awards nicht wie bei den Golden Globes in Schwarz gehüllt, sondern trat glänzend und bunt auf. Die angesagteste Farbe war „electric blue“. Damit es bei der Bekanntgabe der Gewinner nicht erneut zu peinlichen Verwechslungen kam, waren die Umschläge in diesem Jahr zur 90. Verleihung besonders groß bedruckt. Die Auszeichnung „Bester Film“ erhielt „The Shape of Water“/„Das Flüstern des Wassers“ (USA 2017). Der Film von Guillermo del Toro konnte gleich vier Oscars einsammeln, nämlich auch noch für „Beste Regie“, „Bestes Szenenbild“ und „Beste Filmmusik“ (Alexandre Desplat).

„Beste Hauptdarstellerin“ wurde Frances McDormand („Three Billboards outside Ebbing, Missouri“), als „Bester Hauptdarsteller“ bekam Gary Oldman („Darkest Hour“/„Die dunkelste Stunde“) einen Oscar. Deutschland ging bei der Verleihung nicht leer aus: Gerd Nefzer erhielt mit seinen Kollegen John Nelson, Paul Lambert und Richard R. Hoover die begehrte Auszeichnung in der Kategorie „Beste visuelle Effekte“ im Film „Blade Runner 2049“. Gegen sechs Uhr am Montagmorgen schloss das Filmmuseum nach siebeneinhalb Stunden seine Türen, eine glanzvolle Nacht ging zu Ende. Nicht alle der etwa 350 Besucher hatten bis zum Schluss durchgehalten, aber der Spaß im Filmmuseum war den Besuch wert.

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