Kinder lernen alles über Fadenzähler und Farbwerk Frankfurter Kindermuseum ist unterwegs

Matthias Thieme erklärt Saanvi (links) und Emily, wie ein Bogen durch die verschiedenen Farbwerke der Druckmaschine läuft. Foto: Faure

Frankfurt (jf) – Die achtjährige Emily besuchte bereits die Druckwerkstatt im Kindermuseum. „Wir haben ‚elegante Enten essen’ gedruckt“, erzählte sie im Konferenzraum von Henrich Druck + Medien.

Dort berichtete Produktionsleiter Matthias Thieme den Gästen Emily, Saanvi, den Müttern der beiden Mädchen und Martina Dehlinger vom Kindermuseum zunächst etwas über das 1913 gegründete Unternehmen, das damals mit einer Tageszeitung begann. Inzwischen ist es in der vierten Generation als Familienbetrieb mit 35 Mitarbeitern tätig.

Aus Henrich Druck wurde in den 1990er Jahren mit dem Umzug an den heutigen Standort in der Schwanthaler Straße die Henrich Druck + Medien GmbH. Aus der Druckerei ist ein vollstufiger Betrieb geworden. Im Portfolio sind Fachzeitschriften, Karten und Bücher, hergestellt mitunter in Kooperation mit anderen Betrieben. Henrich Druck + Medien bildet auch aus, zurzeit gibt es einen Azubi Medientechnologe Druck, einen künftigen Mediengestalter, die Ausbildungen Kauffrau Bürokommunikation und Verlagskauffrau. „Vielleicht bilden wir nächstes Jahr auch wieder einen Buchbinder aus“, sagte Thieme.

Bildbearbeitung, Layout und Satz

Zunächst durften die Mädchen den Mediengestaltern in der Druckvorstufe über die Schulter schauen, erfuhren etwas über Bildbearbeitung, Layout und Satz. „Glauben Sie keinem Bild!“, sagte Reinhard Reviol den Besuchern. Er arbeitete gerade daran, eine Maschine in eine Werkhalle zu stellen – mit dem Computerprogramm Photoshop.

Anschließend wurde die Herstellung von Druckplatten mit Lasertechnik erklärt, aus einem ziemlich großen Gerät kamen am Ende die belichteten Platten heraus. Schon 2005 ist Henrich von Filmen auf CTP (Computer to Plate/digitale Druckplattenbelichtung) umgestiegen. Weiter ging es zum Druck mit großen Maschinen, die etwa 40 Tonnen wiegen. „Was glaubt ihr, wie viel so eine Maschine kostet?“, fragte Thieme. Emily und Saanvi zuckten mit den Schultern. Zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Euro muss man dafür bezahlen. Die Mädchen staunten, wie aus einem weißen Blatt am Ende des Druckvorgangs ein bunter Bogen wurde. „Schaut mal durch den Fadenzähler auf den Bogen“, forderte der Produktionsleiter auf. „Das sind ja ganz kleine Punkte“, sagte Emily.

In der Buchbinderei wird geschnitten, gefalzt und geklammert – es sind mehrere Arbeitsvorgänge notwendig, bis aus einer handschriftlichen Vorlage oder einem Entwurf im Computer eine Broschüre oder ein Buch entsteht. Und eine große Abfallbox für Papier hat es den Mädchen besonders angetan; sie sind begeistert von den schmalen bunten Farbkontrollstreifen und dürfen sich etwas mitnehmen.

Im Keller befinden sich Papierlager und große Farbtonnen – und riesige Kompressoren für die Druckmaschinen. Mit dem Lastenaufzug – „Vorsicht, nicht an die Wände lehnen“, warnte Thieme, geht es zurück nach oben.

„Es gibt nicht mehr so viele Druckereien wie früher, die Spezialisierung nimmt zu. Und inzwischen kann jeder im Internet billig Flugblätter oder Visitenkarten bestellen. Doch der persönliche Kontakt und die Beratung, auf die wir Wert legen, fehlen dann“, erklärte Matthias Thieme zum Schluss. Als Erinnerung erhalten die beiden Mädchen jeweils ein Malbuch – auch so etwas wird bei Henrich hergestellt.

Der Besuch in der Druckerei war spannend. Nicht nur für die Kinder.

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