Beim Instameet am 23. April schauen Menschen aus aller Herren Länder auf die Stadt

Frankfurts Bilder gehen um die Welt

Die drei Instagrammer Natanja Grün (von links), Martin Widenka und Kati Schenk sitzen auf dem Sockel des Beethoven Denkmals und fotografieren mit ihren Smartphone im Frankfurter Anlagenring. Foto: Salome Roessler (p)

Frankfurt (pia) – #wwim13fra – was nach ein paar willkürlich zusammengestellten Buchstaben klingt, könnte für Frankfurt zum neuen Tor zur Welt werden. Dank dieses so genannten Hashtags, also der elektronischen Verschlagwortung, steht die Stadt am 23. April im Mittelpunkt der deutschen Internet-Gemeinde, die sich regelmäßig auf Instagram trifft.

Die vom US-amerikanischen Unternehmen Facebook im Jahr 2010 aufgekaufte Internet-Plattform zählt weltweit rund 400 Millionen Nutzer. Zweimal im Jahr veranstaltet sie den so genannten „Worldwide InstaMeet“, an dem sich überall auf der Welt Menschen treffen und Fotos davon ins Netz stellen.

Das wohl größte Treffen der deutschen Instagram-Gemeinde wird diesmal in Frankfurt stattfinden, schätzen die Organisatoren, Kathi Schenk, Kirsten Michalski, Natanja Grün und Martin Widenka, die sich auf dem Profil „@igersfrankfurt“ zusammengefunden haben. Sie rechnen mit 80 Gästen vor Ort. Das klingt nicht übermäßig viel, doch die Reichweite dieser Nutzer im Internet treibt Social-Media-Experten durchaus Glanz in die Augen.

„Uns ist aber nicht nur die Reichweite wichtig"

Allein Martin Widenka hat 75.000 Follower, die die Bilder, welche er auf die Seite stellt, angezeigt bekommen. Die vier Organisatoren zusammen erreichen rund 150.000 Fotofans. Etwa 30 bis 40 der Leute, die zugesagt haben, aus Hamburg, München, Dresden, Köln oder Amsterdam nach Frankfurt zu kommen, hätten zudem Follower in der Größenordnung von 50.000 und mehr, sagen Kathi Schenk und Natanja Grün. Zugesagt haben soll auch der größte spanische Instagramer, dem weltweit sogar rund 700.000 Abonnenten folgen. Nimmt man diese potenziellen Gäste zusammen, dürften bis zu einer Million Menschen die Fotos aus Frankfurt auf ihren persönlichen Seiten vorfinden.

„Uns ist aber nicht nur die Reichweite wichtig. Wir wollen an diesem Tag auch einfach Leute zusammenbringen, die sich mit Frankfurt identifizieren“, betont die 38-jährige Lehrerin Kathi Schenk. Der Gemeinschaftsgedanke sei ein wichtiger Aspekt für ihr Engagement, sagen die Organisatorinnen. „Ich bin erst vor einem dreiviertel Jahr nach Frankfurt gezogen und habe alle meine Freunde über die Plattform gefunden“, berichtet Natanja Grün (27), die in Wiesbaden Media Design Management studiert und gerade ihre Masterarbeit über Instagram schreibt.

Stadterkundung ohne Reiseführer

Gemeinsam seien sie auch schon mehrfach in andere Städte wie Prag oder Amsterdam gereist und hätten sich diese von lokalen Instagramern zeigen lassen. „Wenn ich andere Städte besuche, nutze ich generell keinen Reiseführer mehr. Ich schaue mir die Fotos auf Instagram an und suche mir die interessantesten Orte und Insider-Tipps auf diese Weise“, berichtet Grün. Ähnlich würden es viele andere Instagramer machen. So können unbekanntere Orte zu wahren Pilgerstädten werden, wie in Frankfurt etwa „The Holy Cross Brewing Society“, eine kleine Kaffeebar am Ende der Fahrgasse, die mittlerweile zu den am meisten fotografierten Orten auf den Frankfurter Instagram-Seiten zählt.

Die unbekannteren Seiten der Stadt vorzustellen, das haben sich die „@igersfrankfurt“ generell zum Ziel gesetzt. Zum aktuellen Worldwide InstaMeet, der unter anderem in Dublin, Wladiwostok, im indonesischen Bezirk Kebumen oder auf Guadelupe begangen wird, sind in Frankfurt fünf Foto-Touren geplant, die durch die Stadt und bis zum Feldberg führen. Da der Tag parallel zum weltweiten „Earth-Day“ stattfindet, lautet das international geltende Motto, unter dem fotografiert wird, diesmal „Natur, Erde“. „Der Feldberg ist wegen seiner Felsen und dem Nadelwald, der im Nebel besonders schön wirkt, vielen Instagramern von Fotos bekannt, deshalb wollen sie ihn unbedingt sehen“, erläutert Kathi Schenk die Auswahl. Aber auch der Schlossplatz in Höchst mit seiner Fachwerkarchitektur steht auf dem Programm. Das hat allerdings mit einer klassischen Stadtführung wenig zu tun.

Vorträge über den Dom oder den Römer seien nicht gefragt, die Instagramer seien ja keine Touristen, betont Schenk. „Natürlich zeigen wir auch ein paar klassische Sehenswürdigkeiten, aber den Fotografen genügen oftmals besondere Türen, eine interessante Hausfassade oder ein schönes Treppenhaus.“ Kräne im Osthafen, Brücken oder der Main ergeben weitere attraktive Fotomotive.

Vom Schüler bis zum Arzt

Für alle, die am Samstag noch nicht genug gesehen haben, lädt der Palmengarten am Sonntagmorgen zur kleinen Führung ein und zeigt seine besonderen Ecken. Das Kulturamt der Stadt stellt zudem für den Vorabend Karten für die „Nacht der Museen“ zur Verfügung.

„Zu unseren Treffen kommen 18-Jährige ebenso wie 45-Jährige, vom Schüler bis zum Arzt. Sie teilen alle das gleiche Hobby und verstehen sich“, sagt Widenka. Gegründet hatte er die „@igersfrankfurt“, weil er Frankfurt gegenüber anderen Städten wie Berlin, Hamburg oder dem Ruhrgebiet auf der Plattform für unterrepräsentiert hielt. Ihm und seinen Mitstreitern ist es mittlerweile gelungen, eine Instagram-Szene am Main zu etablieren, die sich regelmäßig außerhalb des Netzes trifft.

Nun wollen sie Frankfurt bei den Followern noch bekannter machen: „Wir werden auf Instagram viel Buzz erzeugen. Frankfurt wird sehr präsent sein.“ Sabine Börchers

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