Bunte Buchstaben, farbige Knete und ein kleiner Drache

Gestalter-Kids entwickeln eigenen Trickfilm im MAK

Jil Hingott erarbeitet mit den Kindern den Trickfilm – beim Fotografieren darf jeder Teilnehmer einmal auf den Knopf drücken. Foto: Faure

Sachsenhausen (jf) – 37 Mädchen und Jungen waren an diesem ersten Sonntagnachmittag des Monats ins Museum Angewandte Kunst gekommen, um beim Workshop der Gestalter-Kids einen Trickfilm zu drehen. Für Jil Hingott aus der Abteilung Bildung und Vermittlung war der „Rekordbesuch“ eine besondere Herausforderung.

Zunächst konnten sich die Fünf- bis Zehnjährigen entscheiden, ob sie lieber Figuren kneten oder Buchstaben legen wollten. Der Film hieß – passend zum kleinen Jubiläum der Workshop-Reihe – „Der Drache hat Geburtstag“. Meerschweinchen, Dinosaurier, Kamele, Kaninchen, Pandas und Geschenke wurden gebastelt, die neunjährige Magdalena formte beispielsweise mit viel Geduld und Liebe zum Detail eine orangefarbene Katze. „Schnurhaare braucht sie auch“, sagte das Mädchen und ritzte mit einer langen Stecknadel vorsichtig „Haare“ in das Katzengesicht. Die andere Gruppe sortierte im großen Nebenraum bunte Buchstaben aus Weichplastik. Auf einem Tisch war ein „Set“ abgeklebt, Buchstabe für Buchstabe wurde gelegt, jedes Mal folgten jeweils drei Fotoaufnahmen mit dem Tablet, das auf einem Stativ befestigt war.

„Jetzt kommt der wichtigste Teil des Films, die Gäste gratulieren und bringen Geschenke“, sagte Hingott. Nun kamen die Figuren dazu, auch hier eine nach der anderen, Foto folgte auf Foto. „Ich bin schon oft beim Workshop gewesen. Stop Motion ist das Beste! Schlangen kann ich besonders gut kneten“, erklärte die siebenjährige Clara und erzählte von ihren Haustieren – da gehörte allerdings keine Schlange dazu. Natürlich muss so ein Film auch einen Abspann haben. Dazu durfte jeder Workshop-Teilnehmer mit buntem Filzstift seinen Vornamen auf die Rückseite einer Tapetenrolle schreiben.

Zwölf unterschiedliche Angebote pro Jahr

Nach 90 Minuten verabschiedeten sich die Kinder, ein Junge fragte noch: „Und was ist mit Musik?“ Jil Hingott lachte und erklärte: „Hey, ihr habt in anderthalb Stunden einen Film gemacht, manche brauchen Jahre für einen Film! Das ist wirklich eine tolle Leistung. Und mit Musik beschäftigen wir uns in einem anderen Workshop.“Seit Simone Richter, Leiterin der Abteilung Bildung und Vermittlung am Museum Angewandte Kunst, mit ihrem Team im Januar 2016 das Workshop-Format Gestalter-Kids initiiert hat, gibt es pro Jahr zwölf unterschiedliche Angebote. „Wir haben schon Kräuterbutter mit Kräutern aus unseren eigenen Hochbeeten hergestellt, Papier geschöpft, Trickfilme gedreht. 

Was in den einzelnen Workshops passiert, hängt auch eng mit den Ausstellungen im Museum zusammen. Meist besuchen wir die Expositionen – nur mit 37 Kindern und gleichzeitig einer stark besuchten öffentlichen Führung der Jil Sander-Schau war das an diesem Sonntag nicht möglich“, erklärte Jil Hingott. Trotz des großen Andrangs sollen die Gestalter-Kids Workshops offene Angebote bleiben; jeder, der Lust hat, ist willkommen. Normalerweise nehmen 15 bis 20 Kinder teil, die Gebühr beträgt fünf Euro. Immer am ersten Sonntag im Monat lädt das Haus am Schaumainkai 17 von 15 Uhr bis 16.30 Uhr Kinder zwischen fünf und zehn Jahren ein, selbst kreativ zu werden. Am 4. Februar geht es bei „Glitzer, Knopf und Stoff“, um die Gestaltung von Applikationen für Kleidung.Mehr über die Reihe ist unter www.museumangewandtekunst.de zu erfahren.

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