Viel los in der Stadt

Kulturelles Rahmenprogramm zur Buchmesse

Susanne Gaensheimer, Ina Hartwig, Bart Moeyaert und Sonja Vandenrath stellen das Kulturprogramm rund um die Buchmesse vor. Foto: Faure

Frankfurt (jf) –Das Kulturamt und der Künstlerische Leiter des Organisationskomitees Flandern & die Niederlande, Bart Moeyaert, hatten ins Museum für Moderne Kunst 1 (MMK) eingeladen. Hausherrin Susanne Gaensheimer begrüßte die Medienvertreter: „Das MMK zeigt in allen drei Häusern Ausstellungen, die im Kontext der Buchmesse entstanden sind.“ Weitere Expositionen finden in der Ausstellungshalle 1A in der Schulstraße in Sachsenhausen mit der Belgierin Nicole van den Plas, in der Produktions- und Ausstellungplattform „basis“ mit sechs Künstlern aus Flandern, den Niederlanden und Deutschland, im Deutschen Architekturmuseum, im Instituto Cervantes, im Foto Forum Frankfurt, im Haus am Dom, im Portikus und im Städel Museum statt. Im Deutschen Filmmuseum werden vor allem Literaturverfilmungen aus der Gastregion zu sehen sein.

Kulturdezernentin Ina Hartwig stellte fest: „Das Rahmenprogramm erstreckt sich weit stärker als 1993 – da waren Flandern und die Niederlande erstmals Ehrengast – in die Stadt. Auch die Medienlandschaft hat sich seitdem enorm verändert, deshalb gibt es neben Ausstellungen, Filmen, Lesungen auch Performances und viele Mischformen. Sie alle zeigen die große kulturelle Vielfalt der Gastregion.“

Bart Moeyaert begann literarisch: „’Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer’“, zitierte er Antoine de Saint-Exupery. „Über das Holzsammeln habe ich nie nachgedacht, mir ging es um das Meer – es ist das Verbindende zwischen Flandern, den Niederlanden und Deutschland“, fügte er hinzu.

Open books" mit 132 Veranstaltungen

Der flämische Fotograf Stephan Vanfleteren fotografierte zehn berühmte Autoren aus Flandern und den Niederlanden, legte ihre Porträts übereinander und gestaltete so ein Plakat zur Buchmesse. „Der Betrachter wird von vielen Gesichtern angeschaut. Und kein Autor wird besonders herausgehoben“, erklärte Moeyart. Die Leiterin des Fachbereichs Literatur beim Kulturamt Frankfurt, Sonja Vandenrath, informierte über „Literatur im Römer“, seit 1975 im Buchmesse-Rahmenprogramm und damit älteste literarische Großveranstaltung, und die 2009 ins Leben gerufenen „Open Books“. „Literatur im Römer“ präsentiert am Messe-Mittwoch und -Donnerstag moderierte Gespräche mit insgesamt 16 Autoren. Bei „Open Books“ stehen 132 Veranstaltungen mit 184 Autoren auf dem Programm, das in diesem Jahr vom 18. bis zum 23. Oktober an zehn verschiedene Orte in der Innenstadt einlädt.

Auftakt im Schauspiel Frankfurt

Der Auftakt findet traditionell am Dienstag Abend im Schauspiel Frankfurt statt, auf dem „Blauen Sofa“ werden der am Vortag gekürte Träger des Deutschen Buchpreises, außerdem Marcel Beyer, Sibylle Lewitscharoff und Connie Palmen Platz nehmen und mit ihren Moderatoren Luzia Braun, Alf Mentzer, Barbara Wahlster und Volker Weidermann ins Gespräch kommen.

Zum zweiten Mal sind die Örtlichkeiten Ratskeller und Kapellchen im Römer dabei, erstmals nimmt das Bibelhaus teil – dort werden Bücher rund um das Jubiläum der Reformation im Jahr 2017 vorgestellt. Neu ist der „Slow Reading Room“ im Frankfurter Kunstverein – dort kann man sich Büchern aus den diesjährigen Verlagsprogrammen widmen. Das neue „Büro für überflüssige Worte“ von Dirk Hülstrunk öffnet am Mittwoch und Freitag im Frankfurter Kunstverein und am Samstag in der Schwanenhalle im Römer. Anschließend werden die abgegebenen Worte in einer Performance des Slam-Poeten und Lautmalers verwertet. Erstmals wird es im Rahmen von „Open Books“ einen Schwerpunkt Comic geben, der von Jakob Hoffmann am Mittwoch und Donnerstag in der Heusenstamm Galerie präsentiert wird. Das gesamte Programm ist unter www.openbooks-frankfurt.de abrufbar.

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