Bilanz 2016 und Jahresvorschau 2017

Neun neue Expositionen im Architekturmuseum

Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums, ist mit dem vergangenen Jahr zufrieden und blickt gespannt auf die kommenden Ausstellungen und Veranstaltungen. Foto: jf

Sachsenhausen (jf) – Der Direktor des Deutschen Architekturmuseums (DAM) Peter Cachola Schmal ist mit dem vergangenen Jahr zufrieden: „Wir hatten über 72.000 Besucher und ohne Führungen 297 Veranstaltungen – das ist fast eine pro Tag“, zieht er Bilanz. Mit einem Ausstellungsetat von 1,764 Millionen Euro – rund 700.000 Euro davon entfallen auf den Deutschen Pavillon zur 15. Internationalen Architekturausstellung in Venedig von Ende Mai bis Ende November 2016 – konnten im vergangenen Jahr 13 neue Ausstellungen gezeigt werden.

Das DAM verzeichnete 84 Einzelstücke und Konvolute, die als Schenkungen und Ankäufe hinzukamen. „Unsere Archive sind überfüllt, aber bestimmte Dinge kann man sich nicht entgehen lassen“, bemerkt Cachola Schmal. 41 Leihgaben gingen an andere Häuser, darunter die „Nike von Samothrake“, die 2016 in Linz wieder aufgebaut wurde. „Die ‚Nike’ hätten wir auch gerne aufgestellt, aber das gestaltet sich in Frankfurt schwierig“, sagt der Direktor.

Das Jahresprogramm 2017 listet neun Expositionen auf, zwei Ausstellungen aus dem vergangenen Jahr sind noch bis zum 12. Februar zu sehen: „Hot to Cold“, die Schau der Bjarke Ingels Group aus Kopenhagen, und „Maatwerk“, junge Architekturbeispiele aus Flandern und den Niederlanden.

Zum Jahresauftakt wird seit 28. Januar 2017 die Exposition „DAM Preis 2017. Die 24 besten Bauten in/aus Deutschland“ gezeigt. „Der Preis wurde nach neun Jahren reformiert, ist jetzt größer und die Ausstellung wandert“, erklärt Cachola Schmal. Das Besondere am Preis: Es gibt keine Bewerbungen, sondern Nominierungen.

Am Freitag, 3. März, ist am Vorabend der Eröffnung der Ausstellung „Making Heimat. Germany, Arrival Country“ ein Symposium geplant. Die Exposition wurde bereits auf der Biennale in Venedig gezeigt. Im Fokus stehen 57 Flüchtlingsbauten, ein entsprechender Atlas wird dazu erscheinen. „Ein Schwerpunkt liegt auf der Arrival City Offenbach“, erläutert Cachola Schmal.

„Bühnen, Banken, Flugzeughallen. Frankfurter Projekte von Otto Apel/ABB“ ist eine Fotoausstellung, die ab Samstag, 18. März, zu sehen sein wird und Schlaglichter auf Apels Bauten, seit 1961 zusammen mit Hannsgeorg Beckert und Gilbert Becker, wirft, darunter die Städtischen Bühnen – zurzeit wird heiß über deren Zukunft diskutiert; die Jumbohalle auf dem Frankfurter Flughafen und das Nordwestzentrum.

Der Europäische Architekturfotografie-Preis wird in einer am Montag, 6. Mai, beginnenden Ausstellung präsentiert.

Zur Buchmesse sei leider kein Partner aus dem Gastland Frankreich gefunden worden. Deshalb werde das DAM ab Samstag, 9. September, die schönsten Architekturbücher der vergangenen zehn Jahre zeigen, verrät Cachola Schmal.

Die Exposition „Häuser des Jahres 2017 – Die besten Einfamilienhäuser“ beginnt am Sonntag, 26. September. Um die Rolle der Frau im Beruf des Architekten kümmert sich eine Ausstellung, die am Samstag, 30. September, eröffnet wird. „In Deutschland sind 53 Prozent der Studierenden an Architekturhochschulen weiblich. Doch nur 30,9 Prozent arbeiten später tatsächlich als Architektinnen. Wenn man auf die Karriereleiter blickt, findet man ganz oben nur noch wenige Frauen“, erklärt Cachola Schmal. Diese Diskrepanz zwischen Ausbildung und Berufschancen will die Exposition aufzeigen.

„SOS Brutalismus – Rettet die Betonmonster!“ lautet der Titel einer ab Samstag, 7. Oktober, gemeinsam mit der Wüstenrot Stiftung geplanten Ausstellung. „Es ist der erste weltweite Überblick zu brutalistischer Architektur, die zwischen 1953 und 1979 entstand“, unterstreicht der Direktor. Dazu gibt es unter www.sosbrutalism.org eine Webseite, die mehr als 1000 Gebäude weltweit auflistet, die diesem Stil zuzuordnen sind. 108 sind von der unmittelbaren Zerstörung bedroht. „Reiche Städte reißen diese Bauten ab, arme können sich das nicht leisten“, ergänzt Cachola Schmal. Beispiele gibt es auch in Frankfurt: Der AfE-Turm, der 2014 gesprengt wurde, und das Historische Museum, das gegenwärtig neu gebaut wird. Außerdem erhält das Team des DAM im Jahr 2017 Verstärkung: Für Wolfgang Voigt, der 2016 in den Ruhestand verabschiedet wurde, kommt die Architektin Andrea Jürges als neue stellvertretende Direktorin.

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