Bürgeranhörung in der Gaststätte „Zum Hirsch“ Offenbacher Landstraße: Gewerbe unzufrieden mit Bauverlauf

Michaela Kraft und Klaus Oesterling (im Vordergrund) und dahinter das Publikum bei der Anhörung. Foto: Schieder

Oberrad (ms) – Eigentlich sollten in der Offenbacher Landstraße zwischen Baldiunstraße und Buchrainplatz schon wieder die Straßenbahn fahren. So war es in den Plänen für die grundhafte Erneuerung dieses Teils der Straße vorgesehen.

Doch die Bauarbeiten dauern an. Betroffen sind viele Gewerbetreibende, deren Umsatzeinbußen zunehmend stärker werden. So hatte der Gewerbeverein Oberrad in die Gaststätte „Zum Hirsch“ zu einer Anhörung eingeladen. Gekommen waren nicht nur Gewerbetreibende und Händler, sondern auch Gärtner, die nur mit großen Umwegen auf ihre im Norden der Straße liegenden Felder kommen.

Klaus Oesterling und Michaela Kraft standen Rede und Antwort

Rede und Antwort standen ihnen Verkehrsdezernent Klaus Oesterling und Michaela Kraft, die Chefin des Amtes für Straßenbau und Erschließung. Sie hatten einen Flyer mit Infos zum Sachstand und dem weiteren Bauablauf mitgebracht. „Wie häufig bei Bauvorhaben gab es unvorhersehbare Schwierigkeiten, im Baufeld vorgefundene Keller und Kellerfundamente aus der Vorkriegszeit,“ erklärte Oesterling. Auch fand man eine Grabstätte. Und die Leitungen für Gas- und Wasserversorgung sowie Telekommunikation lagen nicht immer da, wo sie nach den Plänen der Mainova liegen sollten. Dazu kam ein später Wintereinbruch und Frost.

Fertig ist inzwischen der erste Bauabschnitt von vieren und im zweiten der südliche Bereich mit der Gleistrasse. Derzeit ist die Firma Bratengeier am nördlichen Teil des zweiten Bauabschnitts. Im dritten und vierten Abschnitt sind die Erdarbeiten weitgehend abgeschlossen. Dort erfolgt der Einbau der Gleise im Laufe des Monats. Nach diesen Arbeiten gibt es eine Fahrspur für Anlieger und Baufahrzeuge. Ab Anfang Juni soll die Straßenbahn wieder fahren. Dann erfolgen die Restarbeiten. Aus dem Publikum kam die Forderung nach Hilfe von der Wirtschaftsförderung und Entschädigung für die Verdienstausfälle. „Von der Landesregierung haben wir die Anweisung, keine freiwilligen Leistungen zu erbringen,“ dämpfte Oesterling jeglichen Optimismus.

Händler sorgen sich über sinkende Einnahmen

Die sinkenden Einnahmen machen den Händlern große Sorgen. So denken einige schon darüber nach, ihre Läden zu schließen, weil sie die Mieten kaum noch aufbringen können. „Sie müssen noch etwas Geduld haben. Wir versuchen, die Bauarbeiten zu beschleunigen,“ erklärte Michaela Kraft. „Von Sachsenhausen aus ist noch alles zu, obwohl die Straße da fertig ist,“ sagte Rainer Schecker als Sprecher der Gärtner.

„Hier könnte eine Zufahrt zu den Feldern über den Speckweg geöffnet werden. Aber das sollte nicht nur geprüft, sondern auch gemacht werden.“ Aufsehen erregte dann ein Brief der AGB-Holding, die der Stadt gehört, die keinen Anlass für eine Mietminderung sieht, und dass, obwohl ein großer Teil der Straße nur mühsam begehbar ist. Eugen Müller vom Bürgerverein Oberrad forderte von der Bauleitung, etwas für eine Beschleunigung zu tun und eine Aufsicht für die Baustelle und die Bauarbeiten zu sichern.

„Wir schauen, dass wir nach den Bauarbeiten zusammen mit der Wirtschaftsförderung etwas tun, um den Standort zu bewerben. Das liegt nicht in meiner Zuständigkeit, aber ich werde das Anliegen an den Wirtschaftsdezernenten Markus Frank weitergeben,“ sagte Oesterling. Zufrieden waren die Händler nicht. So wurde gefordert, sich in acht Wochen erneut zu treffen, um festzustellen, was inzwischen getan wurde.

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