„Wir brauchen Sie!" Peter Feldmann besucht Verein zur beruflichen Förderung von Frauen

Peter Feldmann zu Gast beim Verein zur beruflichen Förderung von Frauen. Foto: jf

Sachsenhausen (jf) – Das Stadtoberhaupt Peter Feldmann war nicht zum ersten Mal beim 1978 gegründeten Verein zur beruflichen Förderung von Frauen (VbFF). Deshalb konnte sich Martha Fujimura vom Vorstand des Vereins auf das Wichtigste im Jahr 2015 beschränken. „Es gibt zwei neue Projekte. Seit April 2015 gibt es wieder die Vorbereitung und Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin, die auch in Teilzeit möglich ist. Unser Kooperationspartner ist dabei Agaplesion. Und die Hit-Stiftung sagte uns ihre Unterstützung über vier Jahre zu. Dieser Kurs kommt hauptsächlich Müttern zugute und wird begeistert angenommen.“ Der VbFF überlege zudem, ob eine Ausbildung zur Altenpflegerin gemeinsam mit dem Frankfurter Verband eingerichtet werden könne.

Im Dezember 2015 begann der Kurs „Ankommen – Weiterkommen“ für Frauen mit Fluchterfahrungen. „Zwölf Geflüchtete und drei Migrantinnen, die insgesamt aus zehn verschiedenen Ländern kommen, nehmen daran teil“, erläuterte Fujimura. Das Bildungsniveau der 21- bis 33-Jährigen sei sehr unterschiedlich. „Unser Ziel ist es, die Frauen bis Ende August 2016 auf eine Ausbildung vorzubereiten.“

Fast 1000 Frauen seien an den zwei Standorten des VbFF im vergangenen Jahr beraten, qualifiziert und ausgebildet worden – eine Kooperation mit dem Jobcenter.

„Etwas schleppend läuft die Kooperation mit ‚Teachers on the Road’ an. Die Schwierigkeit besteht darin, dass die Frauen zu den Deutschkursen zu uns kommen müssen. Das ist mit Kindern manchmal schwierig“, informierte Fujimura.

„Machen Sie sich nicht klein“

Theateraufführungen sind eine Möglichkeit, die Frauen kreativ anzusprechen – die Vorstellung im Jahr 2014, an der Peter Feldmann teilgenommen hatte, war ein Erfolg. Inzwischen wird eine neue Aufführung geplant, am Drehbuch schreiben die Frauen gerade. Der Oberbürgermeister war mit den Laienschauspielerinnen 2015 auch im Kammerspiel. Nun versprach er den etwa 60 Frauen, die gekommen waren, um Feldmann zuzuhören und ihm Fragen zu stellen, den gemeinsamen Besuch einer Theaterpremiere.

„In Frankfurt sind 2015 rund 12.000 neue Jobs geschaffen worden. Arbeitsmöglichkeiten entstehen in der Stadt schneller, als Menschen nach Frankfurt ziehen“, unterstrich Feldmann. Er betonte, dass Frauen fleißiger seien als junge Männer, die sich oft „spätpubertär“ benähmen. „Ein gravierendes Hindernis ist allerdings die Sprache. Lernen Sie Deutsch, alle wollen und brauchen Sie, die Stadt steht Ihnen offen“, wandte er sich an die Frauen. „Gehen Sie auf die Menschen zu und machen Sie sich nicht klein“, forderte er auf.

Die Frauen stellten Fragen: Warum öffnet die Kita erst um 7.30 Uhr? Da bliebe kaum Zeit, die Kinder dorthin zu bringen und anschließend pünktlich um acht Uhr in der Berufsschule zu sein. „Ich suche seit einem Jahr eine Wohnung, lebe im Hotel, habe keine Waschmaschine, noch nicht einmal einen Wasserkocher. Die Kinder haben keinen Platz zum Spielen“, meldete sich eine junge Mutter. Feldmann kennt das Dilemma auf dem Wohnungsmarkt.

Einfache und schnelle Lösungen gibt es nicht. Aber vielleicht könnten sich Frauen zu einer Wohngemeinschaft zusammenschließen – darüber nachzudenken lohne sich auf alle Fälle. Feldmann versprach, sich um die Belange der Frauen zu kümmern – auch wenn nicht alles in seiner Macht stünde. Und er lobte die guten Deutschkenntnisse: „Sie sprechen nach acht Monaten bereits besser Deutsch als andere, die seit vielen Jahren in unserem Land wohnen“, sagte er.

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