Die Schneckenhofstraße tanzt Polonaise durchs Viertel

Im Kreis getanzt wurde am Rondell in der Schneckenhofstraße in Sachsenhausen. Foto: p

Sachsenhausen (red) – Erstmals fand in Sachsenhausen ein Straßen-Tanzfest statt. Generationen von Kindern und Erwachsenen haben die Tanz und Theaterwerkstatt in der Schneckenhofstraße besucht, in der Ballett, Ausdruckstanz, Flamenco, Stepp-Tanz, Hip-Hop, Tanztherapie und vieles andere unterrichtet werden.

Sie besteht seit 40 Jahren und wird heute geleitet von Chananjah Plößer. Die zweite Tanz-Institution der Schneckenhofstraße ist das Internationale Folklore-Tanzensemble Slawia, vor 50 Jahren von Dagmar von Garnier gegründet, die in dieser Straße wohnt. Von ihrem Haus aus nahmen viele große Tanz-Events ihren Ausgang, Folklorefeste in fast allen Sälen der Stadt, das sommerliche Tanzen sonntags am Mainufer, die legendären Goetheturm-Tanzfeste, die das Ensemble von 1975 bis 1995 jährlich veranstaltete und insgesamt 850 Auftritte, bei denen die jeweils jungen Ensemble-Mitglieder Tänze aus 20 verschiedenen Ländern in farbenprächtigen, originalen Trachten zeigten.

Neben den professionellen Vorführungen ist es dem Ensemble Slawia immer wichtig, das Publikum mit einzubeziehen, gemeinsam mit Menschen aller Generationen und Nationalitäten Tänze im Kreis zu tanzen, bei denen man spontan mitmachen kann, keinen Partner braucht und wo man die große gemeinsame Begeisterung erleben kann.

So war es auch beim Event „Die Schneckenhofstraße tanzt“, das im Juni am Rondell in dieser Straße und im stillgelegten Teil der Morgensternstraße aus Anlass der Jubiläen beider Tanz-Institutionen stattfand. Etwa 60 Teilnehmer trafen sich zu Tänzen aus Griechenland, Bulgarien, Italien, Russland, Deutschland und anderen Ländern. Auch einige Anwohner machten begeistert mit. Eine große Polonaise mit vielen Figuren zog sich durch die Morgensternstraße.

Eine privat organisierte Kuchentheke ließ keine Wünsche offen und große Foto-Tafeln, an einen Gartenzaun gehängt, erzählten von den 50 Jahren des Ensembles Slawia. Der Sachsenhäuser Stadtteil-Historiker Jens Holger Jensen hielt ein kurzes Referat über die Geschichte der Schneckenhof- und der Morgensternstraße, und es wurde über Leben und Werk der Künstlerin, Tänzerin und Autorin Fe Reichelt berichtet, die 1978 die Tanz- und Theaterwerkstatt gründete und heute mit 93 Jahren in Berlin noch Tanztherapie unterrichtet.

„Die Schneckenhofstraße tanzt“, dieses Event fand so positiven Anklang, dass es im kommenden Jahr vielleicht wiederholt wird. Das Ensemble Slawia lädt aber jetzt schon immer montags um 18.30 und dienstags von 11.30 bis zwölf Uhr zum Folkloretanzen in den Park im stillgelegten Teil der Brückenstraße in Sachsenhausen ein. Auch ist ein Benefiz-Tanzfest am Goetheturm für Samstag, 18. August, geplant. Auskunft gibt die Leiterin Dagmar von Garnier unter Telefon 069 612578.

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