Büttenstar kann jeder - die Garantie zum perfekten Vortrag

Schlumberland (beko) – Falls es jemand noch nicht gewusst haben sollte: Die Schlumber haben Konfetti im Blut! Was Bernd Büddefeld zum Start der Premieren-Galasitzung des Heimatbundes in Aussicht stellte, ließen die närrischen Gäste im Riesensaal schnell zur Gewissheit werden. Und das gleich dreimal am Wochenende.

Sechs Stunden minus zweimal elf Minuten Pause ließen die Akteure auf der Bühne dem Zwerchfell nur dann eine kurze Pause, wenn Optisches geboten wurde, von der Garde der Fastnachtsfreunde, von den „Schlafmützen“ der TGS Dancing Sisters, den Fireflies des Heimatbundes oder den jüngsten Stars und Sternchen, dem Mini-Midi-Ballett des Heimatbundes.

Ansonsten blieb kaum ein Auge trocken nach dem gelungenen musikalischen Start durch Sitzungspräsident Bernd „Büdde“ Büddefeld, dem „Schutzschirm“-Vorspruch von Till André Rückert in seinen neuen, selbst hergestellten Schuhen und dem Einzug des Prinzenpaares Ruth I. und Stefan III..

Der Prinzenhuldigung durch den „Chor an der Basilika“ mit Texten von Paolo Siddi und der Begrüßung ganz wichtiger Ehrengäste folgte nach einer Zwangspause 2015 das Protokoll des Turmmännchens alias Jürgen Zöller in seiner gewohnt lustigen, pointierten und teils gesungenen Art, die inhaltlich kaum einen Wunsch nach weiteren Hintergrundinfos offen ließ. Da bekamen die „sechs kleinen Bürgerlein, die Bürgermeister werden wollten“ in einer Art „Castingshow“ genau so ihr Fett ab wie die nachtretenden Christdemokraten, die Großbänker der Sparkasse, die zwar die „geliebte Uhr“ an der Filiale Frankfurter Straße abmontierten, sich aber der digitalen Zeit in der neuen Hauptstelle erfreuen.

Klar, dass auch „der Herr Doktor von der FDP“ und neue Bürgermeister der Einhardstadt, Daniell Bastian, Thema fürs Turmmännche war, weil er „als parteiloses FDP-Mitglied“ in den Wahlkampf zog und ebenso pointiert die Begrüßung mit „Ei gude, Herr Bastian!“.

Die Seligenstädter Umgehungsstraße („Es werd uns net wie de Haastädter gehn, die ihre Westtangente nie sehn!“) war ebenso Thema wie der Kaufmannszug (die „Meisterleistung der Kaufleute“ und Organisations-Rüffel für die Ex-Bürgermeisterin), die Hans-Memling-Schule, die Apotheken und natürlich der Bahnhof mit seinen verrückten Geschichten und den Parkplätzen, die wegen neuer vierstöckiger Häuser vielleicht weit entfernt entstehen („In der Zeit, wo du läufst zur Odenwaldbahn, kannste mit em Auto auch gleich nach Hanau fahrn!“). Einen hatte er noch zum Schluss, der Jürgen Zöller und nicht nur dafür gab’s Standing Ovations und die erste Rakete des Abends: Das neue Nummernschild nach dem Jubiläumsjahr, um die Einhardstadt endlich vom Kreis Offenbach abzuheben: SEL - IG 815.

Heitere Berichte aus dem Alltag des Städtchens präsentierten in der „Moritat“ Leierkastenmann Wolfgang Wettig, Teufelsgeiger Jürgen Zöller und Geburtstagskind Willi Beike (74) im 16. Jahr an der Quetschkommode, glossierten Geleitsfest, neue Brauerei, Ex-Prinz Wolfgang, Metzger Becker, die Beike Rosel und einige mehr.

Plötzlich Tränen in den Augen von Till Andrè. 21 Pagen versammelten sich auf der Bühne und sangen dem Till zum „Elfjährigen“ eine Moritat. Was war er gerührt von der gelungenen Überraschung.

Derweil Aufregung beim Elferrat: Roland Wolf, bis November noch Pfarrgemeinderatsvorsitzender, sucht und sucht und findet sie dann doch: Die Seligenstadtseiten der OFFENBACH-POST nach der aktuellen Umstellung dieser Tage. Und irgendwie war er dann in seinem Element, als er über „Neues aus der Presse“ berichtete, darüber, dass Pfarrer Hartmann (dienstlich gesehen) von der schnellen Sorte sei, Pfarrer Selzer das Jesuskind in der Krippe austauschen wollte, weil es Maria nicht ähnlich sehe, die Reue-App oder den Flüchtling, der bei der Sparkasse ein buntes Osterei und ein Kondom vorlegte. Wieso? Na klar: Er verlangte bis Ostern einen Überziehungskredit. Fußbegleitung von Politikern und dem neuen Bürgermeister (er trägt die Absätze vorn, weil er dann immer das Gefühl hat, es geht bergauf), die Löffelritter und die „Weihrauch-Taste“ bei den Parkplätzen an der Basilika waren ebenso Themen. Tusch von der Hofkapelle des TGS-Musikcorps unter Leitung von Heinz Seipel, Rakete vom närrischen Auditorium, weiter ging’s mit „Sven Garrecht und Band“, dem Dank an alle Helfer hinter und auf der Bühne, den „Fikus“-Musikbeitrag (Kommentar eines Gastes: „Die holen wirklich alles aus sich raus!“) und Traudel Höfling, die eigentlich „dies Jahr nix mache wollt“, dafür aber gekonnte kritische Anmerkungen lustig verpackte und klar: die Politiker („So werd Politik gemacht. Viel gebabbelt, nix gemacht!“), die Froschhäuser („Warum kann ein Froschhäuser nicht intelligent, klug und schön sein? - Dann wär’s ein Welzheimer!“) und auch den neuen Bürgermeister aufs Korn nahm („Sie brauche kaa Angst vor Karo-Röck hawwe, sie hawwe nur aan Rock!“).

Das Wagenbauer-Ballett überzeugte anschließend mit einem Showtanz „Man müsste nochmal 20 sein“, Carola Staab und Elke Werner gaben ein Stelldichein als Prinzenpaar Prinzessin Walburga, die letzte ihres Geschlechts, und Prinz Eckhard, der 97..

Die Garantie zum perfekten Vortrag unter dem Motto „Büttenstar kann jeder“ gaben Bernd Büddefeld, Ali Peitz, Dominik Stadtler und Dr. K. Appen (Stefan Neubauer), die Playbackshow „Von Abba bis Zappa“ präsentierte eindrucksvoll das Orga-Team vom „Prinzenball reloaded“, schnell noch das Finale kurz vor eins in der Nacht und dann noch im Sinn von Kaiser Karl gesanglich die Stadt selig nennen.

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