Claudia Volcksdorff hat Leitung der Krotzenburger Johannes-Kepler-Schule übernommen „Für mich ist jedes Kind ein Rohdiamant“

Schulleiterin Claudia Volcksdorff (rechts) und Sekretärin Olivia Beinenz bilden seit Anfang Februar gemeinsam die neue Verwaltung an der Johannes-Kepler-Schule in Klein-Krotzenburg. Bild: oehl

Klein-Krotzenburg – Ein paar Umzugskartons stehen noch unter dem Schreibtisch und in den Regalen im Büro von Claudia Volcksdorff. „Ich bin noch dabei, mir hier eine passende Infrastruktur zu schaffen“, sagt die neue Schulleiterin der Johannes-Kepler-Schule, die Anfang Februar ihre Stelle angetreten hat. Ein halbes Jahr war die Position an der Klein-Krotzenburger Grundschule unbesetzt. Gefunden hat sie Claudia Volcksdorff eher zufällig. „Ich hatte mich für eine Qualifizierungsreihe für Schulleitungen angemeldet und dann einfach mal geschaut, welche freien Stellen es gerade gibt.“ Die Johannes-Kepler-Schule passe zu ihrem Lebenslauf „wie die Faust aufs Auge“, sagt die 55-Jährige. Seit 27 Jahren arbeitet Volcksdorff als Grundschullehrerin, zuletzt in Gelnhausen-Roth. Parallel zur Lehrertätigkeit war sie mehrere Jahre am Staatlichen Schulamt des Main-Kinzig-Kreises teilabgeordnet. Dort koordinierte sie in vergangenen Jahren unter anderem das Projekt „Deutschsommer – Ferien, die schlau machen“. Zudem leitete sie für die Hessische Lehrkräfteakademie in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt für Kreis und Stadt Offenbach Fortbildungen für Lehrkräfte zum Thema „Deutsch für den Schulstart“. „Da wir an der Johannes-Kepler-Schule viele Schüler mit Migrationshintergrund haben, hilft mir diese Arbeit sehr“, sagt die neue Schulleiterin. Nach mehr als 25 Jahren als Fach- und Klassenlehrerin habe es sie außerdem gereizt, wieder mehr mit Erwachsenen und mit „Bildungssprache“ zu arbeiten. „Mit Grundschülern drückt man sich entsprechend anders aus. Das ist auch richtig und wichtig und macht mir Spaß. Die Arbeit mit Erwachsenen macht mir aber genauso Spaß“, erklärt Claudia Volcksdorff. Eng zusammenarbeiten kann sie in Klein-Krotzenburg auch mit Olivia Beinenz, die ebenfalls Anfang Februar im Sekretariat der Grundschule begonnen hat. Mit ihnen startet also eine komplett neue Verwaltung. Vom Lehrerkollegium der Johannes-Kepler-Schule sei sie sehr gut aufgenommen worden, sagt deren neue Leiterin Claudia Volcksdorff. „Ich fühle mich von ihnen wirklich getragen und sehe auch sehr viel Potenzial. Alle versuchen, die Schule mitzugestalten, und man merkt, dass ihnen die Schule wichtig ist.“ Gerade die Teamarbeit sei ihr auch für die Zukunft besonders wichtig. „Eine Schulleitung allein kann keine Schule führen“, betont sie. Dafür sei die gesamte Schulgemeinde, inklusive der Eltern, wichtig. Neben ihren Leitungsaufgaben ist es Claudia Volcksdorff ebenso wichtig, auch mit Unterrichtsstunden in den Klassen präsent zu sein. „Ich finde das essenziell, um die Nähe zu den Schülerinnen und Schülern nicht zu verlieren“, sagt sie. So soll auch die Hürde für die Kinder niedriger sein, sich mit Fragen oder Problemen an ihre Schulleiterin zu wenden. Unabhängig von den Lerninhalten will Claudia Volcksdorff den Kindern besonders Sozialkompetenz mitgeben und dafür sorgen, dass sie ein gutes Miteinander lernen. Darüber hinaus solle jedes Kind in seinen individuellen Talenten und Fähigkeiten gefördert werden. „Für mich ist jedes Kind ein Rohdiamant. Das bedeutet nicht, dass wir es in eine bestimmte Richtung schleifen, sondern dass ein Kind in sich wachsen und auch seine junge Persönlichkeit zum Strahlen gebracht werden soll“, sagt die Schulleiterin. Letztlich sei die Grundschule die Grundlage für alles, was im Leben noch folge. „Wenn das nicht steht, wie soll es dann für die Kinder weitergehen?“ Die Mutter eines erwachsenen Sohnes ist zum Ausgleich gern in der Natur. Hauptsächlich mit ihrem Lebenspartner und ihren beiden Hunden. Mit Hündin Neyla hatte sie an ihrer vorherigen Schule auch ein Schulhundeprojekt eingeführt. In Klein-Krotzenburg gibt es mit Labrador Lotte allerdings bereit einen Schulhund, aber auch Neyla soll die Rektorin bald wieder zur Arbeit in ihr neues Büro begleiten.

Von Laura Oehl