Ein Klangerlebnis der besonderen Art Germania-Konzert in der Pfarrkirche Sankt Cyriakus

Kopf, Herz und Geist gleichermaßen berührte das Konzert der Germania Klein-Welzheim am Sonntag in der Pfarrkirche Sankt Cyriakus mit Dirigent Wolfgang Häfner. vielen Solisten und Kirchenmusiker Heinz Seipel. Foto: ha

Klein-Welzheim (red) – Mit einem Konzert, das Kopf, Geist und Herz gleichermaßen berührte, begeisterten die Sängerinnen und Sänger der Germania Klein-Welzheim am Sonntag ihre Zuhörer in der Pfarrkirche St. Cyriakus. Wahrhaft verinnerlicht hatten die Akteure die Überschrift des Kirchenkonzerts „Cantare con anima“ was so viel heißt wie „Singen mit Seele“. Das Programm aus spirituell religiösen Chorwerken führte über den afroamerikanischen Gospel, sakralem Liedgut aus der Romantik, bis hin zu modernen Interpretationen der neuzeitlichen Kirchenmusik. 

Mit der Auswahl der Stücke hatte Dirigent Wolfgang Häfner einmal mehr den Geschmack der Besucher getroffen und offerierte eine musikalische Reise durch die gesamte Bandbreite geistlicher Kompositionen, moderiert vom Germania-Nachwuchs Johanna Grimm und Sophie Ernst. Solisten und Chorgruppen hatten abwechselnd die Gelegenheit, ihr seit Monaten erprobtes Können unter Beweis zu stellen, während der Kirchenmusiker Heinz Seipel die Sänger dezent und zugleich virtuos am Piano begleitete. Tief Luft holen musste das Publikum gleich zu Anfang, ob der andächtigen und ergreifenden Melodie des wohl ältesten überlieferten Segensspruches aus der Bibel „The Blessing of Aaron“, gefühlvoll vorgetragen vom Gemischten Chor, der sich zu beiden Seiten des Kirchenschiffs positioniert hatte, und dadurch für ein ganz besonderes Klangerlebnis sorgte.

Mit dem gewichtigen „Psalm 23 - Der Herr ist mein Hirte“, bestückt mit zahlreichen „Mehrklangpassagen“, startete der Männerchor ins Konzert, um danach Joseph Rheinbergers wohl berühmteste Motette das „Abendlied - bleib bei uns“ zu zelebrieren. Als ein echter musikalischer Leckerbissen folgte „Angelus Domini - Der Engel des Herrn“ ein siebenstimmiger Marianischer Jubelgesang, mit den Solisten Stefan Stegmann, Peter Hüfner und Peter Stegmann, die mit einer unglaublichen Leichtigkeit in ihrer Stimme überzeugen konnten und für echte Gänsehaut sorgten. Auch das anspruchsvolle Kirchenmusikwerk „Locus iste“, dargebracht vom Gemischten Chor, wurde mit Bravour gemeistert. Mit Schuberts „Nächtliches Ständchen“ feierte das neu initiierte Ensemble der Germania namens „Capriccio“, mit den Ausnahmesängern Stefan Stegmann, Peter Hüfner, Peter Stegmann, Günter Reichenbach und Walfried Grimm, engagiert-virtuos seine Premiere.

Publikum will Zugabe

Musik vom Feinsten boten auch die Sänger des Gemischten Chores mit dem modernen Chorsatz „Vom Flügel eines Engels berührt“ in feinen melodischen Linien und einem nicht minder emotionalen „Ave Maria“ von Jakob Arcadelt. Im Anschluss wurden die Zuhörer vollkommen in den Bann gezogen vom leidenschaftlich interpretierten afroamerikanischen Gospelsong „Down by the river side“ - ein rhythmischer Wechselgesang zwischen Tenor Wolfgang Häfner und dem Männerchor, gefolgt von zwei weiteren Hörerlebnissen „Der Herrgott hält die Wacht“, brillant besetzt mit Tenor Stefan Stegmann, und einem traumhaft gesungenen „Ave Maria“ von Bepi de Marzi. Ein Paukenschlag war auch das Spiritual „Niemals vergess ich den Tag“, dynamisch toll intoniert, in perfekter Abstimmung mit den herausragenden Solisten Stefan Stegmann und Albert Hitzel.

Harmonische Klänge und ein Gefühl für die Wunder der Schöpfung verbreitete der Gemischte Chor mit dem anrührenden Stück „Schau auf die Welt“ von dem berühmten englischen Komponisten John Rutter. Auch Konzerttenor Wolfgang Häfner, dessen gewaltige Stimme schon für so manche Furore sorgte, hatte beim anschließenden Solo-Stück „Panis angelicus“ die volle Aufmerksamkeit des Publikums. Mit dem Klassiker „Dank sei dir Herr“ von Händel bewiesen die Sänger/innen des Männer- und Gemischten Chores, zusammen mit dem Tenor Stefan Stegmann als „Großer Chor der Germania“, dass gemeinsames Musizieren vereint und Freude bereitet.

Die Zuhörer waren begeistert vom einzigartigen Klangvolumen und forderten ihre Zugabe: Mit dem Monumentalwerk „Lobt den Herrn der Welt“ setzte man einen fulminanten Schlusspunkt unter ein Konzert, welches das musikalische Niveau beider Chöre hervorhob und am Ende für stehende Ovationen sorgte. 80 Akteure unter der Gesamtleitung von Chordirektor FDB Wolfgang Häfner boten - verstärkt durch die einzigartige Akustik - ein bravouröses Konzert und das Publikum fühlte sich in einen gewaltigen Konzertsaal versetzt. Stimmen wie „einfach hinreißend“ oder „ein großartiger Sonntag-Nachmittag“ machten die Runde, als sich die Konzertbesucher von den Kirchenbänken erhoben und wurden nicht müde das anderthalbstündige Konzert zu loben. So sparten sie auch nicht mit großzügigen Spenden, die der Kirchengemeinde für fällige Sanierungsprojekte in Pfarrheim und Pfarrkirche zu Gute kommen sollen.

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