Einkaufswagen für die Armen steht in der Klein-Krotzenburger Pfarrkirche / Patenschaftsaktionen erwünscht

Gespendete Lebensmittel für Menschen mit Geldsorgen

Prall gefüllt ist der Einkaufswagen, den Rewe zur Verfügung stellte, mitten in der Krotzenburger Kirche. Foto: beko

Klein-Krotzenburg (beko) – „Was macht ein Einkaufswagen mitten in der Kirche?“ fragen sich dieser Tage einige Klein-Krotzenburger, die Gottesdienstbesucher allerdings wissen schon mehr. Eine ganz besondere Idee hatte Pfarrer Thomas Weiß, seit zehn Jahren Pfarrer in St. Nikolaus, am Christkönigsfest, dem Ende des Kirchenjahres. Im Evangelium des Tages ging es um das Thema „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“. Eingefallen ist dem 47-jährigen Seelsorger dann eine Situation, die ihm in den Tagen zuvor von den betreuenden Erwachsenen der Krotzenburger Kepler-Grundschule berichtet wurde. Dort werden die Kinder nach der Schule betreut und bekommen auch Essen, wofür ein kleiner Beitrag erwartet wird, den offenbar einige sozial schwache Familien nicht oder nur teilweise entrichten können. Genau diese Situation war es, die dem Klein-Krotzenburger Pfarrer Kopfzerbrechen bereitete und er entwickelte die Idee, einen Einkaufswagen mit Lebensmittel in der Kirche aufzustellen, der einerseits jederzeit gefüllt werden kann, aus dem sich „Betroffene“ aber auch jederzeit etwas heraus holen können.

Zum Fototermin war der Einkaufswagen prall gefüllt: Nudeln, Reis, Erbsensuppe, Haferflocken, Wurst, aber auch Süßigkeiten und andere Lebensmittel, für alle zugänglich, die in Not sind. „Ich wollte ein Zeichen setzen, unabhängig von Weihnachten“, erzählt Thomas Weiß unserer Zeitung, und er hofft darauf, dass sich viele Menschen solidarisch zeigen und den Einkaufswagen immer wieder füllen. Den Einkaufswagen mitten ins Gotteshaus zu stellen, soll das Bewusstsein der Menschen schärfen und gerade jetzt auch daran erinnern, dass viele Familien an Weihnachten nicht unbedingt an reich gedeckten Tischen sitzen können.

„Wir vergessen euch nicht!“ ruft der Priester den „Armen“ entgegen und denen, die sich etwas leisten können: „Habt offene Augen und Herzen, denen in Not zu helfen, auch hierzulande. Jeder, der etwas geben will, darf das gerne tun.“

Die Problematik, dass in heutiger Zeit, Schindluder getrieben wird, auch bei einer solchen Aktion, begegnet der Seelsorger mit den Worten: „Es ist schlimmer, beim Leid nur zuzuschauen und nichts zu machen.“

Und als ob es Thomas Weiß geahnt hätte, da meldet sich schon jemand, der eine Patenschaft übernehmen will für ein betreutes Kind, das künftig mit einer Spende zahlen kann für das tägliche Brot.

Pfarrer Thomas Weiß: „Auch solche Patenschaftsaktionen sind natürlich möglich und ich freue mich, wenn viele Menschen sagen: Ja, da mache ich mit!“ Interessierte können sich unter S  4320 melden.

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