Start am 1. Juni in Augsburg / Wieder tägliche Berichte im Internet Lebendige Geschichte mit dem Kaufmannszug

Erstmals nach mehr als 200 Jahren startete am 31. Mai 2003 ein Zug mit Kaufleuten und ihrem Geleit von Nürnberg in Richtung Frankfurt, der nun alle vier Jahre stattfindet. Am Samstag, 1. Juni, startet der Kaufmannszug nun in Augsburg. Foto: privat

Seligenstadt (red) – Ende des 18. Anfang des 19. Jahrhunderts waren die letzten Züge mit Kaufleuten auf den beiden Handelswegen von Augsburg und Nürnberg kommend, Richtung Frankfurt zur Messe unterwegs. 2002 gründete sich in Seligenstadt, dem letzten Rastort vor Frankfurt, der Arbeitskreis Kaufmannszug. Am 31. Mai 2003 startete erstmals nach über 200 Jahren wieder ein Zug mit Kaufleuten und ihrem Geleit von Nürnberg Richtung Frankfurt. Seit diesem Zeitpunkt findet alle vier Jahre ein solcher Kaufmannszug statt. Robert Wurzel berichtet aktuell für das Heimatblatt. Am 1. Juni wird sich der Kaufmannszug von Augsburg aus, auf den Handelsweg Richtung Frankfurt begeben. Für zwei Wochen werden sich jeweils etwa 170 Personen in ihren historischen Gewandungen, mit 44 Pferden und 18 Fuhrwerken, in das Abenteuer einer ‚Geleitsreise’ des 18. Jahrhunderts begeben. Am Samstag, 15. Juni, werden sie nach rund 340 Kilometern ihr Ziel Seligenstadt erreichen. Insgesamt werden dann etwa 250 Personen an dieser Reise teilgenommen haben.

Der Anfang eines solchen Projektes besteht immer in der Aufarbeitung der geschichtlichen Begebenheiten sowie der möglichen Wegführungen, so die Organisatoren. Über die gesamte Zeit der Geleitszüge wurden verschiedene Routen befahren. So nahm auch die ‚Augsburger Strecke’ nicht immer den gleichen Weg. Gab es doch die Nordvariante entlang der Romantischen Straße, wo sie in Aub die Nürnberger Strecke kreuzte, und die Ulmer Variante, der Bergstraße entlang Richtung Frankfurt. Unter Mitarbeit eines Historikers wurden geschichtliche Recherchen betrieben und die genaue Route ausgearbeitet. Unter Berücksichtigung der Belastbarkeit der Pferde, wurden dann die Tagesetappen geplant. Gezogen werden die Fuhrwerke beim ‘Geleitszug’, vorwiegend von schweren Warmblütern. Man muss beachten, dass ein heute im Freizeitbereich eingesetztes Reit- oder Gespannpferd, ohne spezielle Vorbereitung den Strapazen einer solchen Fahrt nicht mehr gewachsen wäre, so Stephan Sprey, einer der Verantwortlichen für Pferde und Fuhrwerke.

Der Kaufmannszug wird am 1. Juni um 10 Uhr in Augsburg aufbrechen. An den folgenden Tagen wird der Start jeweils morgens um 9 Uhr sein, die Etappenziele werden nachmittags zwischen 16 und 18 Uhr erreicht werden. Nähere Informationen werden während des Kaufmannszuges täglich auf der Internetseite www.kaufmannszug.com präsentiert werden. Kontakt: organisation[at]kaufmannszug[dot]de

Der geplante Verlauf des Kaufmannszuges:

1. Juni Augsburg – Gut Schwaighof / Allmannshofen, ca. 32 km Augsburg, am Lech gelegen, ist seit der Gründung durch Kaiser Augustus ein Schnittpunkt wichtiger Verkehrsverbindungen des Kontinents. Die geldmächtigen Fugger und die seefahrenden Welser erhoben Augsburg zur Weltstadt.

2. Juni Gut Schaighof – Harburg, ca. 28 km Auf schroff abfallenden Felsen bewacht die mächtige Harburg den östlichen Eingang zum Ries. Das alte Geleitschreiberhaus zeugt von vergangener Zeit.

3. Juni Harburg – Nördlingen, ca. 21 km Das Rathaus, ältestes Steinhaus der Stadt, diente vormals im 14. Jahrhundert als ‚Messekaufhaus’.

4. Juni Nördlingen - Maihingen, ca. 16 km In die Vergangenheit zurückversetzt fühlt man sich am Etappenziel, dem Kloster Maihingen.

5. Juni Maihingen - Dinkelsbühl, ca. 234km Dinkelsbühl ist geprägt durch Handwerk und Zünfte, für das ‚Dinkelsbühler Tuch’ existierte ein Handelsprivileg Ludwig des Bayern.

6. Juni Dinkelsbühl - Dombühl, ca. 30 km Beschaulicher Ort mit dem kleinsten Rathaus von Bayern

7. Juni Dombühl - Rothenburg o.d.T., ca. 25 km Das mittelalterliche Stadtbild von Rothenburg stellt eine unvergleichbare Kulisse für den Kaufmannszug dar.

8. Juni Rothenburg o.d.T. - Aub ca. 31 km

9. Juni Aub war schon im Mittelalter wichtiger Knotenpunkt von Handels- und Heerstraßen so auch der Nürnberger- und Augsburger Kaufleute.

10. Juni Aub - Unterwittighausen, ca. 22 km Graf Rieneck, ansässig im Würzburger Oberamt Grünsfeld, hatte das Geleitsrecht an Unterwittighausen.

11. Juni Unterwittighausen - Tauberbischofsheim, ca. 18 km Im 13. Jahrhundert unter der Kurmainzer Führung erhält es seine Stadtrechte.

12. Juni Tauberbischofsheim - Külsheim, ca. 15 km Külsheim, Stadt der Brunnen.

13. Juni Külsheim - Eichenbühl, ca.18 km Die Spuren der Kaufmannswagen finden sich noch heute auf dem felsigen Untergrund der Saustiege.

14. Juni Eichenbühl – Obernburg / Eisenbach, ca. 27 km Obernburg, das einstige Römerkastell, unser letzter Rastort.

15. Juni Obernburg - Seligenstadt, ca. 33 km

www.kaufmannszug.com

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