Lebendiger Adventskalender in Seligenstadt Markt und Straßen stehn verlassen...

Seligenstadt (red) - Der Lebendige Adventskalender an der HMS bringt manch überraschenden Beitrag der mitwirkenden Paten. Dieser folgende Text, vorgetragen am 5. Dezember diesen Jahres von den Akteuren der Vereins Lebenswerte Altstadt e.V., verdient es - neben den Besuchern an diesem Abend - einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellen zu werden:

Das bekannte Eichendorf-Gedicht wird kommentiert…

Markt und Strassen stehn verlassen still erleuchtet jedes Haus,

sinnend geh ich durch die Gassen. Alles sieht so festlich aus.

Besinnlich und Still hier in der Näh in de Gasse uff de Plätz jetzt grad in der Adventszeit wo es so frieh dunkel is dess paßt net mehr. Mensche drängele sich um die Bude herum treffe sich mit Freunde, Arbeitskollege, Bekannte um zu babbele wie de Schnawwel gewachse is, un lasse sich`s gutgehe mit Glühwein, jedenfalls ebbes Heißes un des Angebot sich satt zu esse wird auch ausgenützt. Allein die Gerüche mache schon Appetit. Ach wenns eng is, es is gemütlich für den der`s mag. Net nur Selgenstädter, auch Leut vom Umland oder sogar von weiter her wolle sich amüsieren, in der heimeligen Atmosphäre unserer Altstadt.

Un der Platz hier unsern Schulhof, noch für jeden frei zugänglich, der is auch heut wieder so, so schee beleucht mit Kerze. Un die Leut hier nutze die kurze Zeit nach dem Angelusläute um innezuhalten, voller Erwartung was heut un an jeden Abend im Advent wieder geboten wird.

Awwer mer könnt die Gaasegicht krie´e wann mer bedenkt was politisch dorchgesetzt wern sollt. Noch hawwe mir hier un viele interessierte Seligenstädter Hoffnung, daß unser Schul ein Kulturhaus für Alle werd. Auch wenn mit der Hochglanzbroschüre für de privat Erasmusschul geworben wird. Und dann könnte wir hier net mehr uns aufhalten, weil auch der Schulhof eingezäunt wäre, aus wärs mit dem Freien Zugang. Über den ganzen Platz.

An den Fenstern haben Frauen buntes Spielzeug fromm geschmückt,

tausend Kindlein stehn und schauen . Sind so wunderbar beglückt.

Auch die Fenster von unserer alten Schul leuchten in den Abendstunden im Advent un hoffentlich net zum letztenmal, sind so wunderbar geschmückt. Daran kann mer sich erfreue auch wenn die Zeiten sich für uns unsere Kinder und Kindeskinder verändert haben. Kinder erleben in diesen Zeiten so vieles was in unserer Kindheit undenkbar gewesen wäre, und auch wir haben andere Lebenswelten. Un doch ist bei aller Moderne die Sehnsucht geblieben nach menschlicher Nähe, Geborgenheit und Heimeligkeit un die kann man mit Geld allein nicht befriedigen.

Kerzenlicht auch ein Symbol für Frieden. Mehr als 70 Jahr nach Kriesende erinnert sich noch der Eine oder Andere an die persönliche Erfahrungen von großer Not für Seele und Leib. Und wie de Schul in diesen Zeiten für Schüler und Lehrer das Lernen bestimmt hat.

Wo es an allem fehlte. So gesehen sind Schulen heute ein Ort wo Lernen unter guten Bedingungen stattfinden kann.

Und ich wandre aus den Mauern bis hinaus ins freie Feld.

Hehres Glänzen, heilges Schauern. Wie so weit und still die Welt!

Net nur die weite Welt läßt uns staunen. Auch um unser Seligenstadt kann man Ruhe erleben in freier Natur bei jeder Jahreszeit und in frischer Luft beim Spazieren gehen, wandern oder radeln.

Un von überall ringsum kann mer die Türm sehe, ob vom Goldberg, vom Niederfeld oder von der Oberstadt. Aach entlang vom Maiufer kann mer die Seele baumeln lasse außer den Zeiten wo Räder, Roller Skater de Füßgänger zu dicht uff die Pelle rücke und die dann Angst hawwe müsse umgefahren zu werden. De Dumme zu sein. Un erst de Blick uff unser Stadtche vom überm Main da geht aam des Herz uff bei dene gepflegten Fachwerkhäuser, die Basilika, die Schul un überhaupt so alles drumherum. Schad nur daß für Autos immer noch so viel Platz zum Parken vorhanden is. Wie schee wars ohne die Autos uff de Strasse un Gasse dann könnt mer sich als Fußgänger und Eisesser unbekümmerter darauf bewege. Ob des bald wahr wird?

Sterne hoch die Kreise schlingen, aus des Schnee´es Einsamkeit

steigts wie wunderbares Singen O du gnadenreiche Zeit.

Der Mond und die Sterne haben die ganze Menschheit zu allen Zeiten neugierig gemacht. Es gibt so viele Geschichten, Märchen und Lieder von Sonne, Mond und Himmelszelt, die in unserer Kultur verwurzelt sind.

Der Mann im Mond, weißt du wieviel Sternlein stehen, der Mond ist aufgegangen, wer kennt die Lieder von euch nicht. Ein bisschen Kinderglauben bewahrt bis ins Alter. Da kann er sich wieder eher zeigen wenn das Müssen wegfällt sein Geld zu verdienen, weite Wege zur Arbeit zurückgelegt werden müssen, mehr Zeit für all das möglich is was Freude und Erfüllung bringt. Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, das ist was das Leben lebenswert macht so wie wir es gerade jetzt erleben hier auf diesem geschichtsträchtigem Schulhof und öffentlichem Platz.

 

Der Lebendige Adventskalender ist ein täglich wunderbares Erlebnis: jeden Tag eine neue Überraschung – alle Paten lassen sich was Schönes einfallen, die Vielfältigkeit ist grandios, es eröffnen sich neben den Fenstern viele zukunftsweisende Bündnisse, Solidarität wird spürbar, mit den Zielen des Vereins Freunde der Hans-Memling-Schule.

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