Funkamateure pflegen immaterielles Weltkulturerbe der UNESCO / Kurs startet am 20. März Im Steinheimer Torturm gemeinsam morsen lernen

Auch das Eingabegerät für Morsezeichen ist moderner und ergonomischer geworden. Das sogenannte „Paddle“ hat die klassische Morsetaste weitgehend abgelöst. Morsezeichen können so mit geringerem Bewegungsaufwand schneller eingeben werden.

Seligenstadt (bke) – Nach dem erfolgreichen Kurs für den Einstieg in den Amateurfunk im vergangenen Jahr bieten Seligenstadts Funkamateure im DARC (Deutscher-Amateur-Radio-Club) nun einen ganz besonderen Kurs für Jedermann an: Morse-Telegrafie. Das Angebot richtet sich sowohl an Jugendliche als auch Erwachsene. Egal, ob jemand die erworbenen Kenntnisse als (auch vielleicht erst späterer) Funkamateur verwenden oder einfach nur aus Interesse diesen für Nichtkenner kaum entschlüsselbaren „Geheimcode“ erlernen möchte, den Funkamateuren im Steinheimer Turm sind alle Interessenten mit oder ohne Vorbildung herzlich willkommen.

Der Kurs beginnt mit einem Startabend am Mittwoch, 20. März, um 18 Uhr im Steinheimer Turm in Seligenstadt, dem Domizil der hiesigen Funkamateure.

Die Kursdauer beträgt etwa sechs Monate mit wöchentlich einem Übungsabend (werktags) je Woche, 18 bis 19.30 Uhr. Der genaue Werktag (Montag, Mittwoch oder Donnerstag) für die weiteren Termine wird beim ersten Treffen besprochen und festgelegt. Kursleiter und (Haupt-) Referent ist Thomas Backert (Rufzeichen DL9FCQ), der seit Jahren die CW-Betriebsart (Hören und Geben von Morsezeichen) „mit Leib und Seele“ im Amateurfunk praktiziert und diese Kenntnisse gerne weitervermittelt. Einige Plätze stehen noch zur Verfügung.

Der Kurs ist für DARC-Mitglieder kostenfrei. Die Mitgliedschaft steht natürlich Jedem offen. Von Nichtmitgliedern wird gerne eine Spende erwartet. Anmeldung und Kontakt ab sofort per Email erbeten unter morsen[at]darc-seligenstadt[dot]de

Telegrafie, hier also Nachrichtenübermittlung per Morse-Code, ist nicht nur von nostalgischem Reiz, sondern hat wegen ihrer Einfachheit, Übertragungssicherheit und großen Reichweiten bei geringer Bandbreite, auch bei schwierigen Funkbedingungen, Vorteile, insbesondere in Katastrophenfällen bei Ausfall von Telefon und Internet. Morsetelegrafie erfreut sich auch deshalb nach wie vor großer Beliebtheit unter Funkamateuren weltweit.

Der von Samuel Morse (1791-1872) und anderen Erfindern bereits zwischen 1830 und 1840 entwickelte Zeichencode bildete die Voraussetzung für die ersten Telegrafie-Übertragungen überhaupt. Er besteht noch heute aus kurzen und langen Zeichen („Punkten und Strichen“) für die Buchstaben und Ziffern des Alphabets. Er ist damit der weltweit erste Digitalcode der Telekommunikation. Bekanntestes Beispiel ist der Notruf SOS: … - - - … .(Akustisch: ditditdit dah dah dah ditditdit). Diese Zeichen können auf höchst unterschiedliche Weise wie durch rhythmische Klopfzeichen, optische Blinkzeichen, auf elektrischen Leitungen oder per Funk übermittelt werden. Bei dem ersten Telegrafen erfolgte die Übertragung durch Ein- und Ausschalten einer elektrischen Leitungsverbindung im entsprechenden Rhythmus. Für größere Entfernungen wurden Funksender ein- und ausgeschaltet, später kurze und lange Töne auf eine Trägerfrequenz moduliert.

Obwohl die verbreitete Anwendung der Morsetelegrafie im 21. Jahrhundert durch Telefon, Faxgeräte und Internet weitgehend abgelöst wurde, waren mit ihr jedoch bereits Mitte des 19. Jahrhunderts die Grundlagen für die späteren revolutionären Entwicklungen der Telekommunikation gelegt worden. Deshalb wurde die Morsetelegrafie im Jahr 2014 von der UNESCO zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt.

Noch keine Bewertungen vorhanden

Neueste Kommentare

3D-Effekte erstaunen beim 25. Raumbildtag das …
24 Wochen 15 Stunden
Popcorn und Geburtstag
24 Wochen 3 Tage
Schule am Mainbogen bei Wettbewerb erfolgreich
25 Wochen 5 Tage