Fastnachtszug zählte mehr Teilnehmer und lockte mehr Zuschauer als in den vergangenen Jahren an Wenn der Deiwel seinen Sitz unterm Dach verlässt

„Ditzebach, Helau!“: Laut Rolf von Kiesling, Vorsitzender der Tanzgarde und Senator, waren dieses Jahr mehr Zugnummern als in den vergangenen Jahren beim Dietzenbacher Fastnachtszug dabei und auch mehr Zuschauer verfolgten das närrische Treiben am Straßenrand. Foto: Dreger

Dietzenbach (liz) – Am Fastnachtssamstag hatte der Narrengott Jokus wohl ein Abkommen mit seinem Kollegen vom Wetter. Als sich der närrische Lindwurm seinen Weg über die Frankfurter Straße durch die Altstadt bahnte, grüßet auch die Sonne die kleinen und großen Narren am Straßenrand mit einem kräftigen „Ditzebach, helau“.

Weniger rosig sah es ein paar Stunden zuvor für Bürgermeister Jürgen Rogg aus, als die 1. Dietzenbacher Tanzgarde mit Unterstützung der Föderation europäischer Narren und des Konzertorchesters Offenbach zum Rathaussturm anrückte. Die Tollitäten Prinzessin Jenny I. und Prinz Rainer I. forderten die Herrschaft über Stadt und Kasse, die der Bürgermeister mit Narrenkappe nicht lange verteidigen konnte. Der Jubel der Tanzgarde wurde laut, als Erster Stadtrat Dieter Lang zerknirscht den goldenen Schlüssel über die Brüstung des geschmückten Balkons gab „Der Bürgermeister kann uns eben nicht widerstehen“, sagte Heike Bernhard-Soltendieck im vereinstypischen blauen Bärenfell. Mit Trubel und Tanz feierten die Narren die Machtübernahme, bevor sich die Narrenschar an die Spitze des Umzuges bewegte.

In der Zwischenzeit kam Rogg – wenn auch entmachtet – seinen Pflichten nach: Die Sekttaufe des „Deiwels“. „Wir haben uns traditionsbewusst auf diesen Namen geeinigt“, berichtete Klaus Weber, Vorsitzender der Karnevalspiraten, und deutete auf das neue hölzerne Segelschiff des Vereins.

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„In Dietzenbach sitzt der Deiwel unnerm Dach, doch heute fährt er durch die Stadt“, sagte Rogg, bevor das Sektglas an der Schiffswand in etliche Scherben zerbarst.

Frisch getauft gesellte sich nun der Deiwel zu den übrigen 20 Zugnummern. So folgten auf den Senatorenwagen kleine Wichtel, Außerirdische mit blauen Gesichtern, Schmetterlinge und Pinguine.

Guutsjer, Popcorn und Brause flogen durch die Luft, doch blieben nicht lange auf dem Boden liegen, weil flinke kleine Hände sofort zuschnappten. Auch ältere Narren steckten sich gerne mal ein Bonbon zwischen „Ditzebach“ und „Helau“ in den Mund. An ihrem Stammplatz vor der Sparkasse wartete bereits eine 76-jährige Dietzenbacherin auf den Lindwurm. „Schön, dass wieder mehr Laufgruppen dabei sind“, meinte sie, die sich „seit Ewigkeiten“ mit Freundinnen den Umzug anschaut. „Wir kennen durch den AGV so viele Leute, die mitlaufen, das ist jedes Jahr einfach schön“, ergänzte ihre Freundin. Auch Rolf von Kiesling, Vorsitzender der Tanzgarde und Senator, bestätigte: „Dieses Jahr waren es mehr Zugnummern und auch mehr Zuschauer am Straßenrand.“ Während der Umzug in Kieslings Augen „rundum gelungen“ war, wünschte er sich für nächstes Jahr mehr Publikum beim Rathaussturm. „Dazu ist jeder herzlich eingeladen.“

Feierwütige kamen schließlich auf dem Harmonieplatz, dem Endpunkt, auf ihre Kosten. Mit Nebelmaschine und Lichtershow heizte Wolfgang Michel der Partymeute ein. Bei Karnevalshits und Evergreens wie „Fantasygirl“ schwangen die Narren das Tanzbein bis in die frühen Abendstunden. Wer dann noch nicht genug hatte, den zog es ins Theater Schöne Aussichten, wo DJ Youngerman die Tanzfläche bis in die Nacht zum Beben brachte.

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