Große Sitzung der 1. Dietzenbacher Tanzgarde stand ganz im Zeichen des Jubiläumsjahres „Dietzi-Boys“ überraschen mit Rückkehr

Bauchredner Markus Wissel traf auf ein Alien aus dem fernen Offenbach. Foto: Dreger

Dietzenbach (liz) – Über den mit Katzenohren versehenen oder von Indianerfedern geschmückten Köpfen der Besucher hängt ein Netz voller Ballons. Die bunten Vorboten setzen mit der ebenso farbenfrohen Beleuchtung des Capitols ein eindeutiges Zeichen: Die Narren sind los.

An den Tischen sitzt Peter Pan neben Batman und prostet Mickey Maus zu. Eine Minderheit bilden einige Verkleidungsmuffel, die den Start der fünften Jahreszeit wohl verpasst haben, aber sich nun von der 1. Dietzenbacher Tanzgarde eines Besseren belehren lassen: Die blau-weißen Narren laden mit Gardetanz, Musik und Büttenreden zur großen Sitzung ein.

In seiner Begrüßung betont der Vorsitzende und Elferratsmitglied Holger Arnold das, was dem aufmerksamen Betrachter bereits aufgefallen sein mag: Die Kampagne steht ganz im Zeichen des Jubiläumsjahres der Kreisstadt. Zwei große Stadtflaggen rahmen den Elferrat, eine alte Karte des Altstadtkerns aus dem Jahr 1754 schmückt die Bühne. Bevor die Little Sweethearts weißgefiedert die Zuschauer in den siebten Himrmel entführen, verkündet der Vorsitzende: „Der Faschingsumzug wird dieses Jahr am Feuerwehrmuseum enden.“ Der Grund soll sich an diesem Abend tanzenderweise den Gästen noch offenbaren. Zudem findet der Umzug am 15. Februar statt – eine Woche früher als gewöhnlich.

Bevor das Geheimnis gelüftet wird, wirbeln die Gruppen der Tanzgarde über die Bühne. Den kleinen Engeln schickt das Publikum die erste Rakete des Abends hinterher, die Blue Diamonds entführen in das frostige Königreich Arendelle, die Crazy Blue Cats bezwingen als Piraten weite Wogen. In die Goldenen Zwanziger entführen die Dancing Devils die rund 300 Zuschauer und diesen Glamour greifen die Gewitterhexen als Schlagersternchen auf.

Verschiedene Gastbeiträge sorgen für Stimmung im Kuppelsaal und lassen weitere Raketen starten. Während Tom Jet ein bekanntes Gesicht bei den Kreisstadtnarren ist, stattet Beate Sturm dem Capitol zum ersten Mal einen Besuch ab. Mit dabei: ihre Handtasche als treue Begleiterin, als Seelenverwandte. „Oft ist in den Taschen mehr Wissen drin als in den Köpfen unserer Männer“, meint Sturm und wird durch das Lachen weiblicher Kehlen darin bestätigt. Doch Männer sind auch für Überraschungen gut. Insbesondere elf Exemplare, die seit Dezember ihre Frauen „belogen“ haben, wenn es um die Abendgestaltung ging. Die Damen staunen zusammen mit dem Publikum nicht schlecht, als ihre besseren Hälften mit Strohhüten und Sonnenbrillen als Mallorca-Touristen die Bühne betreten. Mit einer Formation aus Tanzgarde und Feuerwehr sind die „Dietzi-Boys“ zurück. „Es gab auf beiden Seiten den Wunsch nach einer Männerballettgruppe“, erzählt „Tourist“ Rolf von Kiesling. Der Entschluss sei dann bei der Kampagneneröffnung im November gefasst worden. „Wir haben uns nur fünfmal getroffen“, berichtet Vanessa Kopp, die die Truppe heimlich trainiert hat. „Voraussetzung war, dass es geheim bleibt“, ergänzt Silke Gutacker. Mit dieser Kooperation endet eine Fehde, die vor zehn Jahren durch ein Missverständnis an Fastnacht zustande kam. „Damit nähern wir uns wieder an, schließlich müssen Dietzenbacher Vereine zusammenhalten“, findet von Kiesling. Deshalb habe der Vorstand entschieden, den Umzug vor dem Museum in der Rathenaustraße enden zu lassen. Dort versorgt die Feuerwehr Aktive und Zuschauer mit Getränken. Die Straße wird für den Ausklang gesperrt sein.

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