Ausstellung „Das Glück liebt jedes Detail“ im Rathaus Fotos zeigen Menschen mit Behinderung

Die Frankfurter Fotografin Jenny Klestil (links) zeigt derzeit im Dietzenbacher Rathaus eine Ausstellung außergewöhnlich mutiger Fotos von Menschen mit Behinderung. Zu sehen sind auch Fotos, die sie von Claudia Neun gemacht hat. Foto: Wittekopf

Dietzenbach (bw) – Aktuell präsentieren die Frankfurter Fotografin Jenny Klestil und die Stadt Dietzenbach eine Ausstellung außergewöhnlich mutiger Fotos von Menschen mit Behinderung.

Unter dem Motto „Glück liebt jedes Detail“ werden Menschen gezeigt, die eine Besonderheit haben, die sie auszeichnet und von „normalen Menschen“ unterscheidet. Die lebhaften und mitreißenden Fotografien von Klestil sind nicht nur einfache Aufnahmen, sondern Ausdruck ihrer Wertschätzung für Menschen, die mit einer Behinderung leben. Ihre Bilder sind mit Texten versehen, die die Betroffenen selbst geschrieben haben. Die Texte berühren, aber auf eine sehr positive Art. So wie der Text, den die Eltern von Alessandro geschrieben haben. Darin beschreiben sie die bedingungslose Liebe und die Sorgen, die alle Eltern teilen. Der 13-Jährige leidet unter einer Chromosomenstörung und ist geistig behindert. Doch wer den Text liest, erfährt sehr viel Positives. Obwohl die ärztliche Prognose anfangs schlecht war, kann der Junge inzwischen selbstständig gehen. Er liebt Musik über alles und besucht Konzerte. Seine Eltern beschreiben, dass ihr Leben durch Alessandro sehr facettenreich geworden ist.

Durch ihre Arbeit rückt die Fotografin diese Menschen bewusst in den Mittelpunkt. Sie ermutigt den Betrachter eine Welt zu betreten, die vielen als tabu gilt. Seit 2015 hat sie mehr als 1000 Menschen fotografiert. Viele Bilder hatte sie bereits in der Ausstellung „Glück kennt keine Behinderung“ gezeigt. Vornehmlich hatte sie Menschen mit Down-Syndrom fotografiert. Nun hat sie ihr Themengebiet erweitert. Sie fotografiert und zeigt Menschen, die durch eine Krankheit zum Beispiel ein Bein verloren haben und seitdem mit einer Prothese leben müssen, oder Menschen mit geistiger Behinderung oder Menschen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind, so wie die Dietzenbacherin Claudia Neun. Neun war es auch, die den Kontakt zwischen der Stadt Dietzenbach und Klestil herstellte. Die beiden hatten sich bei einem Video-Shooting in der Commerzbank-Arena zufälligerweise kennengelernt. Inzwischen sind die beiden Freundinnen geworden. Natürlich hat Klestil Neun fotografiert und in ihre Ausstellung aufgenommen.

„Die Arbeit gibt mir große Kraft und Freude“, sagt die Fotografin. Gerade die Arbeit mit Kindern findet sie sehr erfüllend. „Die Kinder sind so fröhlich und ohne Hemmungen.“ Die Ausstellungen finanziert sie durch Auftragsarbeiten. „Die Arbeit ist fast ehrenamtlich“, sagt die Fotografin. „Ich arbeite täglich an dieser Ausstellung, manchmal sechs bis acht Stunden.“ Für die Aufnahmen erhält sie eine geringe Aufwandsentschädigung, dafür erhalten die Modelle dann sechs Fotos.

Die Vernissage war gut besucht. In seiner Eröffnungsrede sprach Erster Stadtrat Dieter Lang von der Ehrung, die die Stadt Dietzenbach durch diese Ausstellung erfährt. Sein Dank ging an Jenny Klestil und Claudia Neun.

Die Fotografin erzählte von ihrer Arbeit und über die Entstehung dieser Ausstellung. Sie freute sich über die Möglichkeit, hier in Dietzenbach ausstellen zu können.

Auch Bürgermeister Jürgen Rogg besuchte die Ausstellung und sprach großes Lob aus. „Inklusion ist für mich ein sehr wichtiger Begriff“, sagte der Rathaus-Chef. „Diese Ausstellung trägt dazu bei.“

In der Stadt Dietzenbach sind die Künstler, die im Rathaus ausstellen, für Werbung selbst verantwortlich. Die Stadt stellt die Räumlichkeiten zur Verfügung. Daraufhin angesprochen sagte Rogg, dass das in Dietzenbach schon immer so gehandhabt wurde. Er könne sich aber für diese Ausstellung eine Midissage vorstellen, die die Stadt dann mit Werbung aktiv unterstützen könnte.

Im Anschluss nutzen Zuschauer die Chance zu einer Fotosession.

Die sehenswerte Ausstellung ist den ganzen April im Rathaus, Europlatz 1 zu sehen. Weitere Informationen unter glueckkenntkeinebehinderung.de

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