Heimat- und Geschichtsverein mit dem Kulturförderpreis ausgezeichnet Große Verdienste um die Historie Dietzenbachs erworben

Dietzenbach (ron) – Während des städtischen Neujahrsempfangs im Capitol werden traditionell auch die Förderpreise für Kultur und Sport verliehen werden. Der für Sport wurde allerdings in diesem Jahr nicht vergeben, darauf habe sich die Jury im Vorfeld geeinigt, sagte Bürgermeister Jürgen Rogg zu Beginn seiner Laudatio.

Dafür bekam im Jubiläumsjahr ein Verein den Kulturförderpreis, „der sich wie kein anderer um die Historie unserer Stadt verdient gemacht hat“, lobte Rogg. Der Verein bringe sich „mit all seinen Engagierten seit über 50 Jahren aktiv und vielfältig für den Erhalt von Brauchtum, Geschichte und auch Geschichten ein“.

Damit war den Gästen klar, der mit 1000 Euro dotierte Kulturförderpreis geht im Jubiläumsjahr an den Heimat- und Geschichtsverein. Rogg philosophierte: „An sich sind wir alle, auch Sie im Saal, Bildhauer, die aus den Steinen der Geschichte die Zukunft formen.“ Dabei sei es jedoch wichtig, das Gestein – die Geschichte – zu kennen, um das Morgen positiv zu beeinflussen, sagte Rogg. Genau dort sei die Arbeit dieses Vereins so wertvoll. Mit unterschiedlichen Formaten bewahre der Verein die Historie und Tradition – „mit tollen, abwechslungsreichen, zielgruppenorientierten und zeitgemäßen Projekten und Aktionen“ – allein zwischen 70 und 100 Schulklassen erleben pro Jahr das Museum –, lobte der Rathauschef weiter und lies die Geschichte des Vereins Revue passieren.
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Nach der Beerdigung eines alteingesessenen Handwerkmeisters trafen sich am 7. Februar 1963 im Gasthaus „Zum Neuen Löwen“ einige Dietzenbacher und unterhielten sich über das Geschehen in ihrer Heimatgemeinde. Sie entwickelten die spontane Idee, einen Heimat- und Verschönerungsverein zu gründen, der die Aufgabe haben sollte, zu sammeln und zu bewahren, was in der damals hektischen Bauphase der Stadt verloren zu gehen drohte, erinnerte Rogg. Zudem sollte der zukünftige Verein dazu beitragen, die ständig wachsende Gemeinde auch in der Zukunft lebens- und liebenswert zu erhalten. Eine Woche später traf man sich wieder, um den Verein aus der Taufe zu heben.

In seinen Anfangsjahren trat der Verein mit zahlreichen Aktionen an die Öffentlichkeit. Ruhebänke wurden aufgestellt, man beteiligte sich an der Planung für den Trimm-Dich- und den Waldlehrpfad und an der Gestaltung des „Knabenborns“. Der Lehrer Otto Mau, damals Vorstandsmitglied, verfasste eine Dietzenbacher Chronik: „Ein Meilenstein für unser Dietzenbach“, betonte der Bürgermeister. Werner Raab, damals Vereinsmitglied, beteiligte sich maßgebend an jährlichen archäologischen Ausgrabungen, die wertvolle Funde aus der Vor- und Frühgeschichte ans Licht brachten. Zur 750-Jahr-Feier Dietzenbachs vor 50 Jahren präsentierte der Heimat- und Geschichtsverein ein vom Kreisbodendenkmalspfleger Klaus Ulrich verfasstes Buch über Dietzenbachs Vor- und Frühgeschichte.

1975 ging der lang gehegte Wunsch eines Museums in Erfüllung: Ein altes, 1765 erbautes Fachwerkhaus an der Darmstädter Straße stellte die Stadt zur Verfügung und übernahm die Renovierung der Räume. Am 25. September 1976 wurde das Museum eröffnet. 1979 wurde der Trinkborn wieder freigelegt. Das Museum wurde 1984 und 1987 räumlich erweitert. Zum Hessentag 2001 wurde ein Museumsneubau mit rund 900 Quadratmeter Ausstellungsfläche eingeweiht.

Rogg betonte, der Verein habe eine gute Generationenmischung, „die sich gegenseitig inspiriert“, die sich gemeinsam mit Museumsleiterin Maria Polatowski-Ruprycht für Dietzenbach einsetzen und „ein wichtiger Bestandteil unserer städtischen Identität“ sind.

Der Vorsitzende Hans Scholze bedankte sich stellvertretend für den Verein und widmete den Preis all jenen, die den Verein unterstützen: „Wenn es den Heimatverein nicht gäbe, würde Dietzenbach anders aussehen.“  

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