Karl Knecht weiht Jungen und Mädchen in die Kunst des Kelterns ein/Mehr auf Seite2

Kinder sollen sehen, woher der Apfelsaft kommt

Seit mehr als 25 Jahren lädt der passionierte Apfelsaft- und Apfelweinhersteller Karl Knecht Kinder zum Keltern ein. Diesmal haben sich die Grundschüler der Klasse 2c aus der Dietrich-Bonhoeffer-Schule mit ihrer Klassenlehrerin Eileen Mazzoni angemeldet. Foto: Wittekopf

Dietzenbach (bw) – Heute ist wieder mal ein Tag, wie ihn Karl Knecht besonders mag, denn es kommen wieder Kinder zu ihm, denen er zeigen kann, wie Apfelsaft aus richtigen Äpfeln hergestellt wird. Das ist seine Passion.

Seit mehr als 25 Jahren lädt der begeisterte Apfelsaft- und Apfelweinhersteller Kinder zum Keltern ein. Diesmal haben sich die Grundschüler der Klasse 2c aus der Dietrich-Bonhoeffer-Schule angemeldet. Noch ist alles ruhig auf dem Grundstück in der Wiesenstraße, doch schon hört man ein Stimmenwirrwarr.

„Jetzt kommen sie gleich“, sagt Knecht und kurz danach stehen die Kinder schon neben ihm. Zuerst einmal zeigt er den Kindern die verschiedenen Apfelsorten, die er mit einem Namensschildchen versehen hat. Aber die Namen der Äpfel sagen den Kindern nicht viel, deshalb geht es gleich weiter zur nächsten Station. „Die Äpfel müssen zuerst gewaschen werden und dann kommen sie in den Schredder“, erzählt Knecht. Der macht ganz schön Krach und manche Kinder halten sich erst einmal die Ohren zu. Oben kommen die Äpfel rein und unten kommen sie zerkleinert raus. „Das ist die Maische“, erzählt Knecht und zeigt sie den Kindern. „Das sieht ja aus wie Kotze“, findet ein Mädchen. „Stimmt nicht, das riecht doch wie richtige Äpfel!“, meint dagegen ihr Klassenkamerad Neval.

Nachdem Knecht die erste Ladung Äpfel zerkleinert hat, befüllt er seine Hydropumpe. „Da drinnen ist ein großer rotbrauner Ballon, der mit Wasser gefüllt wird und der presst den Saft aus den Äpfeln“, erzählt Knecht den Kindern. „Das sieht ja aus wie meine Lunge“, kommentiert der kleine Elysea den Ballon. „Jetzt passt auf“, sagt Knecht. Die Kinder starren gebannt auf die Presse. Als die ersten Tropfen zu sehen sind, beginnt ein lautes Murmeln. Mehr und mehr Saft kommt aus der Presse und sammelt sich unten im Ablauf. Die ersten Kinder haben schnell ihre Becher gefüllt. „Das schmeckt super lecker“, sagt die kleine Lida. Mancher Schlauberger hat seinen Becher schnell leer getrunken und will Nachschlag. Aber am Ablauf ist das Gedränge nach wie vor groß und so kann es schon mal zu einem Gerangel um den besten Platz kommen. Doch Klassenlehrerin Eileen Mazzoni greift ein und sorgt für Ordnung. Ein kurzes „Du hast schon. Hinten anstellen“ und schon kehrt wieder Ruhe ein.

Für den zweiten Durchgang hat Karl Knecht seine kleine Beerenpresse vorbereitet. „Die habe ich von meiner Patentante Gustl geerbt“, erzählt er. Das Alter der Presse schätzt er auf weit über 70 Jahre, vielleicht sogar 100 Jahre. „Im Krieg haben die Leute Beeren und Obst gesammelt und dann den Saft damit ausgepresst.“

Also wird die nächste Ladung Äpfel zerkleinert und die Presse befüllt. „Jetzt brauche ich ein paar starke Männer sagt er.“ Aber nicht nur die kleinen Kerle recken ihre Arme in die Höhe, sondern auch Mädchen. „Ich will auch“, sagen die kleine Lida und die kleine Hadil und springen auf den Tisch. Zusammen geht es besser. Sie packen die Griffe und bewegen die Spindel. Der erste Saft fließt schon und natürlich füllen die Kinder wieder ihre Becher. Aurelia hat sogar eine Flasche dabei.

Karl Knecht findet es sehr wichtig, dass Kinder sehen, woher der Apfelsaft kommt. „Das ist ein ganz reiner Saft, der nicht aus der Tüte kommt“, erzählt er den Kindern. „Der ist ohne Chemie.“

Die Kinder haben es jedenfalls sehr genossen und viel dabei gelernt

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