Obst- und Gartenbauverein Dietzenbach informiert über den Buchsbaumzünsler „Ich könnte ihn nehmen und zerquetschen“

Viele offene Fragen: Nicht alle Teilnehmer am Informationstag des Obst- und Gartenbauvereins Dietzenbach sind auf den Buchsbaumzünsler gut zu sprechen und hoffen auf Tipps, wie der Falter und seine Raupen zu bekämpfen sind. Foto: Wittekopf

Dietzenbach (bw) – Die Insektenvielfalt nimmt drastisch ab, Vögel finden nicht mehr genügend Nahrung.

Neue Insektenarten sollten da eigentlich ein Grund zur Freude sein. Doch das Erscheinen des Buchsbaumzünslers löst bei den Betroffenen, die am Informationstag des Obst- und Gartenbauvereins Dietzenbach (OGV) teilnehmen, teils martialische Reaktionen aus: „Ich könnte ihn nehmen und zerquetschen“, meint eine Teilnehmerin.

Fünf Jahre hat der kleine Vielfraß gebraucht um sich in Europa einzunisten. Dass er so erfolgreich ist, liegt auch daran, dass er in Deutschland noch keine Fressfeinde hat. Sein Geschmack mag wohl auch eigenartig zu sein, er soll bitter schmecken. Oft schlägt er unbemerkt zu. Wenn es dann „zu spät“ ist, dann suchen viele Betroffene Rat in den Gartencentern. Der Markt ist groß, ebenso vielfältig sind die Ratschläge der Experten.

Um sich einen Überblick zu verschaffen und etwas Licht ins Dunkel zu bringen, hat der OGV Freunde und Mitglieder zum „Informationstag Buchsbaumzünsler“ eingeladen. Der erste Vorsitzende des Vereins, Reinhard Hagen, begrüßt die zahlreichen Gäste. Referent ist Jan Roth vom Dietzenbacher Gartencenter Dehner. Er sieht die Situation mit dem Buchsbaumzünsler entspannt. Sein Rat: „Beobachten sie ihren Garten und die Tiere, die sich in ihrem Garten bewegen.“ Vögel geben einen guten Hinweis darauf, wo sich Insekten befinden. Wenn diese einen Baum oft besuchen, dann gibt es dort sehr wahrscheinlich viel Futter. Gerade beim Buchsbaumzünsler kann mehr sehr früh reagieren. „Es gibt Hormonfallen, die die Männchen anlocken“, erzählt er. „Wenn der erste Falter in der Falle sitzt, dann ist es Zeit, die Buchsbäume zu untersuchen.“ Jedes Zünslerweibchen legt bis zu 10 000 Eier. „Die erkennt man ganz gut, denn sie legen sie nur auf den äußeren Blättern ab, da sie nicht in das Innere des Buchs vordringen können.“ Die befallenen Blätter kann man leicht abschneiden und entsorgen. Erst wenn die Larven geschlüpft sind, wandern sie in das Innere des Baumes. Hat man die erste Phase verpasst und die Larven sind bereits geschlüpft und zu großen Raupen herangewachsen, dann ist noch kein Grund zur Panik angesagt. Es gibt viele Möglichkeiten, gegen die Plagegeister vorzugehen. Eine sei das Abspritzen mit einer Gartenbrause. „Aber Achtung – der Strahl darf nicht zu stark sein, sonst werden die Blätter verletzt“, rät er. Kärchern sei erst recht die falsche Wahl.

Die herunter gespülten Raupen sammelt man am einfachsten ein, verpackt sie in einen gelben Sack, den man zwei Tage geschlossen in der Sonne liegen lässt.

Und wenn der Zünsler zugeschlagen hat und alle Blätter aufgefressen hat: „Sie müssen nicht in Panik verfallen, auch wenn der Buchsbaum kahl gefressen ist“, erzählt er. „Der Baum ist nicht tot und die Blätter kommen nächstes Jahr wieder.“

Gute Nachrichten hat der Experte dann schließlich auch zu verkünden: „Die Natur passt sich langsam dem Zünsler an“, erzählt er. „Es gibt bereits die ersten Vögel, die den kleinen Falter und seine Raupen als Nahrungsquelle erkannt haben.“

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