Stationen waren unter anderem Hamburg, Berlin und New York Mit dem Kreisjugendorchester auf musikalischer Reise

Die 50 jungen Musiker des Kreisjugendorchesters präsentierten im Kreishaus Werke von Johannes Brahms. Bob Minzer, George Bizet und Jacques Offenbach. Foto: Dreger

Dietzenbach (sd) – Sprichwörtlich mit Pauken und Trompeten begrüßte das Jugendorchester des Kreises Offenbach seine Gäste zum traditionellen Auftaktkonzert im Dietzenbacher Kreishaus in der Werner-Hilpert-Straße 1.

Mit dem Triumphmarsch aus Giuseppe Verdis Oper Aida stimmten die Blechbläser und Schlagzeuger des rund 50-köpfigen Orchesters die Zuhörer gleich zu Beginn auf die kommende musikalische Reise ein.

Diese begann in Hamburg, der Geburtsstadt des Komponisten Johannes Brahms. Mit dessen akademischer Festouvertüre aus dem Jahr 1880 schafften es die jungen Musiker unter der Leitung von Gabriele Wegner buchstäblich spielend den Kreistagsitzungssaal akustisch in eine Konzerthalle zu verwandeln.

„Jedes Jahr bekomme ich etwa vier Wochen vor dem Konzert etwas kalte Füße“, sagte der Vorsitzende des Fördervereins des Kreisjugendorchesters, Thomas Peter-Horas. „Nämlich dann, wenn Spieler für betimmte Instrumente fehlen.“

Das sei in diesem Jahr der Fall gewesen, erläuterte Peter-Horas.

Das Einspringen früherer Musikschüler und Spieler aus anderen Kreisen habe indes das Orchester spielfähig gemacht, das bisher noch nie so jung gewesen sei, erklärte Peter-Horas weiter.

Mit wenigen Ausnahmen sind die Musiker zwischen elf bis knapp über zwanzig Jahren.

Der Sprung über den großen Teich, nach New York, führte das Publikum in die Welt des Jazz. Mit dem „Concerto For Saxophone, Strings And Winds“ aus der Feder des zeitgenössischen Komponisten Bob Minzer bachte das Orchester um den 16-jährigen Solo-Saxophonisten Jonas Neubauer so manchen Fuß im Saal unwillkürlich zum rhythmischen Wippen. Zurück im Europa des späten neunzehnten Jahrhunderts wurden die Gäste mit der „L’Arlésienne Suite Nr.1“ von Georges Bizet empfangen.

Im Gegensatz zum gleichnamigen, recht erfolglosen Theaterstück von Alphonse Doudet, zu dem L’ Arlésienne ursprünglich als Bühnenmusik komponiert wurde, nahm das damalige Publikum die Musik begeistert auf.

Große Bekanntheit erlangte George Bizet vor allem mit seiner Oper „Carmen“, die bis heute als die meist aufgeführte Oper weltweit gilt.

Nach Offenbach verschlug es die Konzertbesucher dann eher namentlich statt geografisch.

Isaac Juda Eberst, der Vater des Komponisten Jacques Offenbach, stammte ursprünglich aus der Stadt am Main. Zwar siedelte Eberst später nach Köln um, dort kam Jacques Offenbach Anfang des neunzehnten Jahrhunderts zur Welt, nahm aber den Namen seiner Herkunftsstadt als Nachnamen an.

„Somit ist Jacques Offenbach also eigentlich ein echter Offenbacher Bub“, erläutert Peter-Horas. Nicht zuletzt wollten ihn die Musiker zu seinem diesjährigen 200. Geburtstag ehren. Die erste Fassung seiner Operette „Orpheus in der Unterwelt“ schuf Offenbach 1858.

Darin spielt der „Cancan“, eine im zweiviertel Takt gespielte Tanzmusik, eine große Rolle. Eben diese bekannte Melodie avancierte zum fulminanten Abschluss und zur Zugabe des Konzertes und ließ rund 300 Hände im Saal im Takt mitklatschen.

„In gerade mal vier Probentagen haben die Jugendlichen das Zusammenspiel auf die Beine gestellt und holen Jahr für Jahr immer noch mehr aus sich heraus, das ist bemerkenswert“, lobte Dirigentin Wegner.

Die Begeisterung für Musik war bei den Jugendlichen zu spüren und das honorierten auch die Zuhörer, von denen die Akteure schließlich ihren verdienten Lohn in Form von lang anhaltendem Applaus erhielten.

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