Künstler Thomas Stich spendet Betonfigur Laus an der Kreuzung

Beton-Künstler Thomas Stich (links) hat die riesige Blattlaus geschaffen und mit Lutz Berger, Teamleiter der Abteilung Friedhof, an ihren Platz an der SG-Kreuzung verfrachtet. Foto: p

Dietzenbach (red) – Sie ist über den Wingertsberg eingekrabbelt und hat sich entschlossen, den Sommer

an einer gut frequentierten Stelle in Dietzenbach zu verbringen: Eine grüne Blattlaus mit freundlichem Gesicht und frechen Augen steht seit einigen Tagen auf dem Blumenbeet an der SG-Kreuzung. In Kooperation mit den Städtischen Betrieben hat der Dietzenbacher Beton-Künstler Thomas Stich die überdimensionale Laus geschaffen, komplett finanziert und sie für die Zeit ihres Aufenthaltes an der Kreuzung der Stadt gespendet. Damit beweist Dietzenbach einmal mehr ein Herz für Kunst-Hingucker aller Art.

Rund 450 Kilogramm wiegt die Blattlaus, die nun auf dem Hügel thront und alle Blicke auf sich zieht. „Das ist das größte Werk, das ich bisher geschaffen habe“, sagt Thomas Stich. Auf der Suche nach originellen Pflanzen für seine Arbeiten ist der Chef des Beton-Cafés an der Hochstraße mit Lutz Berger, Teamleiter der Abteilung Friedhof, in Kontakt gekommen. Schnell entwickelte sich eine fruchtbare Bekanntschaft, ist Berger doch der kreative Kopf hinter der jährlich wechselnden Gestaltung des Beetes an der SG-Kreuzung. „Ich versuche immer, einen Garten in all seiner Vielfalt darzustellen und die Idee einer Laus da mittendrin hat uns direkt gut gefallen“, sagt er.

„Am Anfang musste ich vieles klären, um eine Figur in der Dimension herstellen zu können“, berichtet Thomas Stich. Der Künstler schaute sich im Internet Bilder von Blattläusen aller Art an, suchte Infos zum Aufbau und auch zum Transport der Figur und tauschte sich mit anderen Beton-Künstlern intensiv aus. Auch sei längere Zeit nicht klar gewesen, wo der Fertigungsprozess überhaupt stattfinden sollte, durfte die Skulptur doch im Rohzustand weder Regen, noch der prallen Sonne ausgesetzt sein. „Irgendwann habe ich mich für meine Garage entschieden und das hat sich bewährt. Dort konnte ich nicht nur in Ruhe arbeiten, sondern bekam auch direkte Rückmeldungen von allen Nachbarn“, so Stich.

Nachdem er einen stabilen Grundkörper geschaffen hatte, ließ der Betonkünstler nach und nach die Blattlaus entstehen. „Vieles kann man vorbereiten, aber wie die Figur am Ende wirklich aussieht, ergibt sich erst während des Prozesses.“ Modelliert ist die Blattlaus aus Weißzement, gefüllt ist sie mit Kunststoff. „Das Innere ist wichtig, wenn dort eine Schwachstelle ist, wird die gesamte Figur instabil“, erklärt Stich. Ebenso grundlegend ist die Gestaltung des Gesichtes, wobei der Künstler mit dem Ergebnis sehr zufrieden ist. „Ich finde, sie sieht sehr freundlich aus“, sagt der Beton-Spezialist.

Die Reise der Blattlaus an die SG-Kreuzung haben schließlich die Städtischen

Betriebe organisiert. „Das war sehr aufregend, ich war danach fix und fertig“, gesteht Thomas Stich ein. Was nun noch fehlt, ist eine schöne Umgebung für das Tier. „Wir werden in den nächsten Tagen ein paar Pflanzen setzen, natürlich immer blattlausresistent“, scherzt Berger. Die Vorbeifahrenden und Flanierenden an der SGKreuzung erfreuen wird das Tier allerdings nur über den Sommer. Dietzenbach bleibt es aber auf jeden Fall erhalten. „Pünktlich zum Winterbeginn wird die Laus eine neue Heimat auf dem Dach der Garage des Betoncafés bekommen“, erzählt Stich. Vorsichtshalber hat der Künstler sich schon mal mit dem Architekten in Verbindung gesetzt, der einst das Haus, in dem er lebt und wirkt, gebaut hat. „Bei dem Gewicht war es schon sinnvoll, vorher die Statik abzuklären“, sagt er. Nun hoffen Lutz Berger und Thomas Stich nur noch auf einen zündenden Einfall, um der Laus einen Namen zu geben. „Vielleicht kommt ja eine Idee aus der Bevölkerung“, hofft Berger.

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