Dietzenbacher TGS-Chöre suchen Nachwuchs Bei den Proben wird ebenso viel gelacht wie gesungen

„Mit Heiterkeit kommt man auch durch lange Proben hindurch“, findet Dirigent Thomas Brost. Foto: Dreger

Dietzenbach (sd) – Melodisches Summen ist beim Türöffnen zu hören, in Halbtonschritten geht es auf und ab. Klassisches Aufwärmen bei der Probe des Pop-Chors „All Generations“ im Reinhard-Göpfert-Haus. „Und bitte von Anfang, wir wollen den vollen Genuss“, sagt Chorleiter Thomas Brost, der am Piano die Melodie anstimmt. Dann erklingen die Textzeilen von „Somewhere Over The Rainbow“. „Ihr müsst die Musik malen“, sagt Brost. Seine geschulten Ohren scheinen jede noch so kleine Ungenauigkeit in den Stimmen auszumachen. Die ernsten Anweisungen, wie es klingen soll, wechseln sich indes immer wieder mit Heiterkeit ab. Eines wird dem Zuhörer der Chorprobe sofort klar: Hier wird ebenso viel gelacht wie gesungen.

„Das ist so wichtig“, erläutert Brost. „Lachen bringt Entspannung und damit kann man besser singen.“ Steifes und verkrampftes Einstudieren – Fehlanzeige. „Mit Heiterkeit kommt man auch durch lange Proben hindurch“, erklärt der Dirigent. Dann füllt sich der Raum, zu den Stimmen des Pop-Chors gesellen sich weitere Sängerinnen und Sänger. Der TGS-Gesamtchor beginnt mit seiner wöchentlichen Probe. Sieben männliche und 18 weibliche Stimmen kommen zusammen. „Ein paar fehlen heute“, erklärt TGS-Chor-Abteilungsleiterin Hannelore Prüßner. Der Stimmgewalt tut das keinen Abbruch. Dennoch, der sonst rund 30-stimmige Chor sucht Nachwuchs. „Wir brauchen mehr Stimmen und vor allem jüngere“ wirbt Prüßner. „Bässe und Tenöre fehlen uns am meisten, das ist unser Handycap“, erklärt sie. Prüßner selbst ist durch Zufall und Neugier zum Chorgesang gekommen. „Ich habe vor vielen Jahren ein Konzert besucht und fand den Gesang toll. Seitdem lässt es mich nicht mehr los“, erzählt sie.

„Denkt daran, die Körperspannung zu halten“, bekommen die Chormitglieder von Brost zu hören. „Das Umschalten ist wie beim Schauspiel, erst die eine Rolle, dann die andere“, erklärt er und spricht damit den Sprung vom energiegeladenen, lauten Gesang hin zu leiseren, sanfteren Tönen an. Die Leidenschaft zur Musik ist sowohl beim Dirigenten als auch bei den Chorsängern zu spüren. „Entdeckt die Höhe in euren Stimmen“, ermuntert Brost die Tenorsänger. „Die Bassstimmen dürfen auch gerne alles aus sich herausholen, aber bitte von unten“, fügt er hinzu.

Das Miteinander und der Spaß am Singen sind für Thomas Knecht ebenso Antrieb für den Chorgesang wie das gemeinsame Weiterkommen und vor Publikum zu präsentieren, was man erreicht hat. Bei der Nacht der Lichter wird der Chor in der Altstadt zu hören sein, und das große Jahreskonzert findet im Rahmen der 800-Jahr-Feier im September in der Christuskirche statt.

Das Repertoire ist bunt gemischt. Von Klassik bis zu modernen Titeln gebe es nichts, was sich der Chor nicht zutrauen würde, erläutert Hannelore Prüßner. „Stillstand gibt es bei uns nicht.“ Dabei spiele auch der Chorleiter eine große Rolle. „Er holt immer wieder Neues aus uns heraus.“

Der TGS-Gesamtchor probt jeden Dienstag von 20 bis 21.30 Uhr im Göpfert-Haus (Weiherstraße 24). Alle zwei Wochen treffen sich die Mitglieder des Pop-Chors „All Generations“ von 19.15 bis 20 Uhr am selben Ort. Weitere Informationen und Kontaktdaten gibt es auf tgs-chor.de.

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