Farbig markierte Hundehaufen in Steinberg

„Es kann richtig eklig werden“

Wenn „Belle“, die 13-jährige Hündin von Heidi Schnürer-Molata beim Gassigehen ihr Geschäft gemacht hat, wartet sie darauf, dass es von ihrem Frauchen eingesammelt wird. Foto: Kammermeier

Dietzenbach (tsk) – Heidi Schnürer-Molata kann es nicht fassen. „Da war ich bisher immer so stolz auf die Steinberger Hundebesitzer und habe bei jeder Gelegenheit gelobt, wie gewissenhaft sie die „Geschäftchen“ ihrer Vierbeiner immer wegräumen und nun das...“ Sie entdeckt auf ihrem Rundgang mit „Belle“, einer 13-jährigen Hündin, die sie vor vier Jahren aus einem Tierheim geholt hat, am Dienstag einen Hundehaufen nach dem anderen. Alle sind in leuchtend-violetter Farbe markiert. „Nun sieht man erst, wie viele hier bei der Kinder- und Jugendfarm herumliegt und das, obwohl nur wenige Meter davon ein Tütenspender und ein Abfallbehälter ist!“, sagt sie entrüstet. Dann erzählt sie noch, dass Belle das Ritual beim Gassigehen schon kenne. Sobald sie ihr Geschäftchen erledigt hat, wartet sie darauf, dass es eingesammelt wird. „So kennt sie das von uns!“ Es ist Schnürer-Molata unbegreiflich, dass die Leute nicht mal in der Lage sind, einen Kotbeutel mitzunehmen, geschweige denn, einen aus dem vor Ort befindlichen Tütenspender zu ziehen und die Hinterlassenschaft dann in den Abfallbehälter zu befördern. Dabei sei die Dichte von öffentlichen Papierkörben gerade in Dietzenbach im Vergleich zu vielen anderen Städten doch extrem hoch, erklärt Haci Kayacik, Mitarbeiter der Abfallwirtschaft der Städtischen Betriebe. „Die farbigen Markierungen werden wohl von den Mitarbeitern der Stadt angebracht worden sein, beim Heckenrückschnitt, damit sich den Kot bei der Arbeit nicht überall verteilt“, meint Schnürer-Molata. Dass so vorgegangen wird, bestätigt auch Michael Würz, Technischer Betriebsleiter bei den Städtischen Betrieben. „Es ist richtig, dass beim Rückschnitt mit Handgeräten mit Farbe, die sich biologisch selbst abbaut, markiert wird. Das ist eine Hygienemaßnahme. Denn es kann richtig eklig werden, wenn sich das alles überall hin verteilt“, erklärt er. Nach Auskunft von Fatma Mitiler von den Stadtwerken Dietzenbach, die für die Grabenpflege zuständig ist, war zu diesem Zeitpunkt aber kein Gewässertrupp vor Ort. „Von unseren Mitarbeitern kann das nicht sein.“, erklärt Mitiler auf Nachfrage. Und auch die Städtischen Betriebe wussten laut Silke Loschtiak nichts davon.

Dabei kann der Bürger in Dietzenbach zur Kasse gegeben werden, wenn er Hundekot liegen lässt. „Die Abfallsatzung gibt das her“, sagt Markus Hockling, Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung. Es sei auch schon zur Anwendung gekommen, durch die Stadtpolizei. „Einige Fälle landeten sogar vor Gericht. Manchmal wurde das Verfahren vom Richter eingestellt, manchmal aber wurden es für die Verantwortlichen erst recht richtig teuer“, berichtet Hockling.

Nicht immer ist das deutliche sichtbar werden lassen von Hundehäufchen auf die Arbeit durch Rückschnitt von Büschen und Sträuchern zurückzuführen. An anderen Orten markieren genervte Bürger, oder manchmal sogar auch städtische Mitarbeiter ganz offiziell Hundehaufen mit Farbe oder Fähnchen, in der Hoffnung, dass sich dadurch das Verhalten der schwarzen Schafe unter den Hundehaltern bessert. So hatte etwa in Babenhausen vor einigen Jahren ein Bürger die Hinterlassenschaften von Hunden mit grüner Farbe eingekreist, um so auf den Missstand aufmerksam zu machen. Und die Stadt Goslar hatte 2017 ihre Bürger und Einwohner dazu aufgerufen Hundehäufchen mit einem Fähnchen zu kennzeichnen.

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