Kelterfest des Heimat- und Geschichtsvereins Schuften für den süßen Saft

Stefanie Hoffmann schaute ihren beiden Jungs Ben (links) und Jan (Mitte) zu, die auf dem Kelterfest ihre Kräfte bei Thomas Knecht (rechts) an der Apfelpresse messen dürfen Foto: Kokoschka

Dietzenbach (zvk) – Beim Kelterfest des Heimat- und Geschichtsvereins dürfen schon die Jüngsten ausprobieren, wie viel Handarbeit in einem Glas Apfelsaft steckt. Im Innenhof des Museums für Heimatkunde und Geschichte drehte sich auch sonst alles um die heimische Frucht.

Mit einer Schaufel lässt Thomas Knecht eine Ladung Äpfel in den Häcksler plumpsen und beginnt am Holzgriff zu drehen. Ein mühsames Unterfangen, denn nur mit viel Kraft beginnt die Maschine das Obst zu zerkleinern. „Ich glaube, das ist keine so gute Idee, das mit Gewalt zu machen”, merkt Jan an. “Oh, doch, komm mal her”, entgegnet Knecht. Statt Zuschauen ist jetzt Anpacken für den Neunjährigen angesagt. Mit zusammengepressten Lippen stemmt sich Jan mit voller Kraft gegen den Griff. Nach und nach fallen die gehäckselten Obststücke in einen Behälter. „Ich will auch mal”, ruft Jans Bruder aus dem Hintergrund. Mithilfe ihrer Mutter Stephanie Hoffmann hilft auch der siebenjährige Ben mit. ,,Komm, wir geben alles, bis kein Apfel mehr drin ist!”, feuert Hoffmann ihre Söhne an. Erst waschen, dann häckseln und schließlich pressen: Wie Apfelsaft auf althergebrachte Weise gekeltert wird, zeigt der Heimat- und Geschichtsverein bei seinem Kelterfest. ,,Dieses Keltern ist natürlich zur Schau, damit die Kinder sich mal ausprobieren können”, sagt Hans-Erich Scholze, der Vorsitzende des Vereins. ,,Wir haben schon im Vorfeld 100 Liter Süßen gekeltert.”

Im Innenhof des Museums dreht sich am Sonntag alles um die heimische Frucht: Neben Apfelsaft gibt es verschiedene Sorten an Apfelkuchen und Kartoffelpuffer mit Apfelkompott. ,,Wir sind sehr zufrieden. Petrus hat es auch gut mit uns gemeint, noch vor einer Woche wäre es eine stürmische Party geworden”, meint Scholze. Rund 120 Kilogramm Äpfel aus Dietzenbach stehen zum Keltern bereit. Von den 100 Litern Apfelsaft ist bereits am frühen Nachmittag nur noch ein Drittel übrig. ,,Kuchen haben wir noch da. Ich bin mir aber sicher, wenn die Kaffeezeit näher rückt, sind die auch weg”, sagt Scholze mit Blick auf die kommenden Stunden.

Besucher, die eigene Flaschen mitbringen, können den frischen Saft mit nach Hause nehmen.

Das ist auch der Plan von den beiden Brüdern Jan und Ben. Die beiden stehen jetzt an der letzten Station zum Süßen: der Presse.

Gemeinsam mit Knecht pressen die beiden Brüder den Saft aus dem Fruchtfleisch. Ein kleiner Bach der süßen Flüssigkeit fließt erst langsam und dann immer schneller in einen Eimer. ,,Joa das war ganz schön schwer”, resümiert Jan.

Die körperlich weniger anstrengende Variante hat Knecht ein paar Meter weiter aufgebaut. Seine Saftpresse macht die Arbeit so gut wie alleine: Über einen Wasserschlauch bläht sich im Gerät eine Hülle aus Gummi auf und presst das gehäckselte Obst an die Außenwände.

Der Trester, die Rückstände, seien danach “so knochentrocken, da können Sie noch Apfeltee draus machen”, sagt Knecht, ,,und es ist natürlich bequemer zu bedienen.” Das Keltern „wie damals”:

Nicht nur echte Handarbeit, sondern auch mindestens so anstrengend, wie ein Besuch im Fitnessstudio.

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