Heinz Robens wirbt für Schulpartnerschaften im Kampf gegen Leukämie „Typisierung als Spender ist der erste Schritt“

„Es gibt inzwischen rund 150 Krankheitsbilder, bei denen eine Stammzelltherapie hilft“, sagt Heinz Robens (vorne rechts, bei der Besiegelung einer Schulpartnerschaft) Foto: p

Dietzenbach (scho) – Alle 45 Minuten erhält in Deutschland ein Mensch die Diagnose Blutkrebs. Für Heinz Robens ist das keine Information, die er mal eben beim Frühstück in der Zeitung liest und dann schnell wieder verdrängt.

Der 75-Jährige kennt solche Schicksale zuhauf und hat sie oft genug hautnah erlebt. Auch die Geschichten, bei denen am Ende alles gut wird. Denn dafür setzt Robens nach wie vor seine gesamte Energie ein. Der Gesellschafter der Deutschen Stammzellspenderdatei (DSD) engagiert sich seit Jahren auch als Schatzmeister im Vorstand der Stiftung Knochenmark- und Stammzellenspende (SKD).

Vielen Dietzenbachern ist Heinz Robens eher durch seine kulturellen Aktivitäten bekannt. Als Kurator organisiert er kontinuierlich die stets gut besuchten Ausstellungen im Restaurant Ratsstube. Auch dort immer im Sinne des Sozialen. Wer ausstellt, spendiert ein Werk, das am Ende der Ausstellung für einen guten Zweck versteigert wird.

Dass Robens den weitaus größten Teil seines Lebens im Sinne schwerkranker Menschen gearbeitet hat, wissen indes nur wenige. Als Vertriebsleiter Diagnostik Transfusion und Transplantation beim Pharmaunternehmen Biotest in Dreieich hat er von Beginn an die Entwicklung hin zur heutigen Stammzelltransplantation begleitet.

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„Wir können Menschenleben retten, die Typisierung als Spender mit nur einem Wangenabstrich ist der erste Schritt dazu“, sagt er. Je mehr Menschen in Deutschland erfasst seien, umso größer sei schließlich die Chance, den dringend benötigten „genetischen Zwilling“ zu finden.

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Ist doch gerade etwa bei Leukämie die Stammzelltransplantation oft die einzige Chance, gesund zu werden. Mehr noch: „Es gibt inzwischen rund 150 Krankheitsbilder, bei denen eine Stammzelltherapie hilft“, teilt Heinz Robens mit. Dazu könne jeder im Alter zwischen 18 und 55 Jahren beitragen.

Unter den heute 26 Dateien in Deutschland, die um Stammzellspender werben, gilt die im Jahr 1992 mit dem Schwerpunkt auf Knochenmarktransplantation gegründete Deutsche Stammzellspenderdatei (DSD) mit mehr als 170 000 potenziellen Spendern als eine der größten.

Vernetzt sind alle Dateien im „Zentralen Knochenmarksspende-Register“ (ZKRD) in Ulm, sodass ein möglicher Lebensretter rasch vermittelt werden kann.

„Innerhalb einer Stunde wissen wir, ob und wo es einen geeigneten Spender gibt“, sagt Robens. Das gelte sogar weltweit: „Allein die USA greifen wegen der schnellen Verfügbarkeit bei fast der Hälfte der Patienten auf Deutschland zurück.“ So sind die Dateien stets auf der Suche nach Freiwilligen, die sich als Spender registrieren lassen. „Das ist unsere wichtigste Aufgabe.“

Entsprechend wendet sich der geübte Netzwerker an Unternehmen, die bereit sind, Kosten für Typisierungsaktionen zu übernehmen, möglichst auch dann, wenn kein konkreter Anlass besteht. Ebenso im Fokus steht der Kontakt zu Schulen, um Partnerschaften zu initiieren. „Dabei geht es auch darum, junge Menschen darüber aufzuklären, welche medizinischen Möglichkeiten es im Falle einer Erkrankung gibt.“ Dabei bedeute „Partnerschaft“ viel mehr als die Suche nach Spendern. „Unsere Partnerschulen haben einen festen Ansprechpartner, wir organisieren Projekttage, Workshops und fächerübergreifende Unterrichtseinheiten“, berichtet der Schatzmeister.

Darüber hinaus gelte die Regel: „Die besten Stammzellspender sind die genetisch am besten passenden und jüngsten Spender.“ Vor allem bei Letzteren seien die Zellen tatsächlich noch „jungfräulich“, betont der Experte.

Eine weitere kontinuierliche Aufgabe bestehe darin, Geld aufzutreiben. „Jede Registrierung und Typisierung kostet etwa 30 Euro und die Krankenkassen übernehmen erst dann die Kosten, wenn ein Patient einen Fremdspender benötigt“, informiert Robens.

Gerade den jungen Spendern sollen aber solche Kosten nicht entstehen. Gesucht werden daher Unternehmen oder auch private Geldgeber, die sich anlässlich von Jubiläen oder Geburtstagen im Sinne der Erkrankten engagieren. „Am Ende kommt alles denjenigen zugute, die um ihr Leben kämpfen“, versichert Robens.

Für weitere Informationen zu Schulpartnerschaften oder zu Kooperationen mit Unternehmen steht Heinz Robens unter der Rufnummer Z  0172 6905469 zur Verfügung.

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