Jugendliche des Boxprojekts kickten gegen eine Auswahl der Polizei „Es zählt der Spaß an der Sache“

Das Ergebnis war Nebensache: Beim Fußballspiel zwischen den Jugendlichen des Boxprojekts und Dietzenbacher Polizisten stand der Spaß im Vordergrund. Foto: Wittekopf

Dietzenbach (bw) – Für die zehn Jungs vom Boxprojekt ist es eine große Belohnung, dass sie gegen die Fußballmannschaft der Dietzenbacher Polizei spielen können. Der Ort des Aufeinandertreffens ist die Philipp-Fenn Halle.

„Die Jugendlichen arbeiten hart für ihren Erfolg“, sagt Hossein Mehranfard. „Sie nehmen regelmäßig am Training teil, ihre schulischen Leistungen sind gut und sie halten die Regeln ein.“ Das anerkannte und über die Grenzen Dietzenbachs hinaus bekannte Leuchtturmprojekt arbeitet erfolgreich mit den Sportvereinen, der Stadtverwaltung und der Polizei zusammen. „Das hier sind nicht die Kinder, die straffällig werden“, sagt Mehranfard, der die Zusammenarbeit mit der Polizei sehr schätzt. Der ständige Austausch mit den Jugendlichen ist der Dietzenbacher Polizei wichtig. Seit mehr als zehn Jahren arbeiten die Beamten mit Moscheen und Institutionen wie dem Boxprojekt eng zusammen. „Lokale Prävention“ nennt sich das. Dazu gehört auch, dass sich die Beamten die Fußballschuhe anziehen und gegen die Jungs vom Boxprojekt kicken.

Nach der Aufwärmphase erklärt Schiedsrichter Michael Berkefeld, der Leiter der Ermittlungsgruppe in Dietzenbach, die Regeln. Gespielt werden zweimal 20 Minuten. „Das Ergebnis ist unwichtig, es zählt der Spaß an der Sache“, betont der Erste Kriminalhauptkommissar. Doch die Jugendlichen gehen geschwächt in die Partie: Es ist Ramadan und das heißt „kein Essen und Trinken, auch nicht während des Spiels“. „Wenn ihr merkt, dass es nicht mehr geht, dann lasst ihr euch einfach austauschen“, ermahnt Berkefeld die Spieler. „Ihr könnt ja immer wieder mitmachen.“

Schon während des Aufwärmens zeigt sich, dass die Polizeitruppe über gute Fußballspieler verfügt. Erster Stadtrat Dieter Lang, der sich mit dem neuen Abteilungsleiter „Jugendhilfe/Soziale Arbeit“, Dieter Kliem, das Spiel anschaut, gibt den Jugendlichen einen Tipp mit auf den Weg: „Eure Gegenspieler sind richtig gut, die können Pässe spielen und flanken.“

Dass die Warnung des Ersten Stadtrats ernst zu nehmen ist, zeigt sich bereits nach den ersten Spielzügen. Der Favorit lässt den Jugendlichen wenig Spielraum und greift mit intensivem Pressing den Gegner in der eigenen Hälfte an – oft sehen sich die Jugendlichen von drei Gegenspielern umringt. „Wir dürfen uns nicht zu viel Zeit mit dem Abspielen lassen“, sagt Firat in der Halbzeitpause. Sein Mitspieler Udrilescu bemängelt die fehlende Kommunikation: „Wir müssen mehr miteinander reden.“ Doch auch wenn sich das Blatt nicht zugunsten der Jugendlichen wendet, so haben sie ihren Spaß. „Das Ergebnis ist nicht wichtig“, motiviert Mehranfard seine Jungs in der Pause. „Fairness ist mir viel wichtiger und die sehe ich heute.“

Alle Spieler nehmen es sportlich und freuen sich auf die Revanche. Die findet aber nicht auf dem Spielfeld statt, sondern im Boxring an der Max-Planck-Straße. Und da sind die Jungs dann wohl eindeutig im Vorteil...

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