Winzer und Besucher zeigten sich dankbar für Alternativ-Veranstaltung im Capitol Ein zarter Hauch von Weinfest-Atmosphäre

Für treue Fans des traditionellen Dietzenbacher Weinfestes waren die Weintage im Capitol gewöhnungsbedürftig. Dennoch freuten sich Besucher und Winzer dass es gelungen war, eine Alternative unter Corona-Bedingungen zu organisieren. Foto: Wittekopf

Dietzenbach (bw) – Die grassierende Corona-Pandemie schränkt das kulturelle Leben weiterhin stark ein. Viele Veranstaltungen sind aufgrund der strengen Auflagen derzeit nicht umsetzbar, erst recht nicht ein großes Fest, wie das sehr beliebte Dietzenbacher Weinfest.

Doch ganz auf den Rebensaft mussten die Dietzenbacher Bürger nicht verzichten, denn die Stadtverwaltung hatte die 1. Dietzenbacher Wein-Tage ins Leben gerufen. Am 24. und 25. Juli und am 31. Juli und 1. August boten ausgewählte Winzer ihre Erzeugnisse im Dietzenbacher Capitol am uropaplatz 3 an.

Für die Weinbauern bot dieses Ereignis eine Chance Kundenkontakte zu pflegen und ausbauen. Denn die sind durch die Corona-Krise nahezu eingeschlafen. „Wir haben die Anfrage, ob wir hier mitmachen wollen, dankbar angenommen“, sagt Ottmar Lang vom Weingut Lang. Der Winzer kommt aus dem 140 Kilometer entfernten Ingenheim (Pfalz). Neben dem Weingut Lang waren Leander Hilgert aus Horrweiler (Rheinhessen), das Badische Weinhaus Werner aus Liederbach am Taunus und Weinhandel und Weinverkauf Karl Kulick aus Groß-Umstadt mit ihren Weinen dabei. Für das leibliche Wohl war auch gesorgt, denn die Ratsstube bot an ihrem Stand kleine ausgewählte Leckereien wie gegrilltes Gemüse, Tapasplatte oder Spundekäs an. Musikalisch versorgten „Big T.“ und das Duo „Don’t Stop Music“ beim Auftakt der Weintage die Gäste.

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Natürlich war alles coronakonform vorbereitet: Die 20 Biertischgarnituren waren in entsprechendem Abstand aufgestellt und desinfiziert, Desinfektionsstationen standen bereit und es bestand die Pflicht einen Mund- und Nasenschutz zu tragen. Am Platz war das aber nicht nötig. Den Tisch wählte man nicht selbst, sondern die Gruppen die zusammengehörten, wurden zusammen an einen Tisch platziert. Auch an den Ständen gab es kein Gedränge, die Türen standen offen, sodass ein angenehmer Wind den Saal mit Frischluft versorgte. Eine Ansteckungsgefahr musste hier also nicht befürchtet werden. Auch wenn man mal vergessen hatte, seine Maske anzuziehen, kam schnell ein netter Hinweis von aufmerksamen Mitarbeitern, das nachzuholen.

Karten gab es nur online unter www.tickets-dietzenbach.de. Man musste sich allerdings für eines der beiden Zeitfenster 16-19.30 Uhr oder 20-23.30 Uhr entscheiden. Zwischen den Zeitfenstern wurden die Biertischgarnituren desinfiziert.

Die Auswahl an Weinen war groß, jeder Winzer hatte seine eigene Kreation dabei. Ob Grau- oder Weissburgunder, Riesling oder auch einen edlen roten Tropfen, hier fand jeder etwas für seinen Geschmack. Ein Geheimtipp war der Auxerrois am Weinstand Lang. Auch der Wein „Läuft“, den es am Weinstand von Karl Kulick gab, fand guten Absatz. Wie der Name entstanden sei: „Das haben die jungen Leute erfunden“, meinte Kulick und er fügte hinzu, dass sie auch einen Sekt haben, der „Knallt“ heisst.

So erlebten die Besucher einen zarten Hauch von Weinfestatmosphäre. „Man kann das nicht mit dem Weinfest vergleichen“, meinte Besucher Uwe Farenkopf. „Aber vielleicht hätte man den Saal doch etwas mehr schmücken können“, empfahlt er. Auch die Besucher Sebastian Wiegand, Petra Siebenmorgen und Daniela und Oliver Strupp fanden die Atmosphäre „etwas gewöhnungsbedürftig.“ Aber unter den Bedingungen sei eben nichts anderes möglich. Eine Besucherin, die nicht namentlich genannt werden möchte, meinet dagegen: „Die Dietzenbacher haben wenigstens etwas auf die Beine gestellt, während die Heusenstammer nichts hingekriegt haben.“

Winzer Ottmar Lang und Karl Kulick waren mit der Stimmung im Saal jedenfalls zufrieden. „Der Freitag war am frühen Nachmittag nicht gut besucht, aber dafür ist der Samstag gut angenommen worden“, meinte Lang.

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