Zum Start der Burgfestspiele gibt es eine Opernnacht/Fortsetzung auf Seite 2

Zum Auftakt erklingen italienische Arien

Die Grosspolnische Philharmonie Kalisz gab unter anderem Werke von Verdi und Puccini zum Besten. Wer das Premierenprogramm verpasst hat, hat am 7. August noch einmal die Gelegenheit, das Programm zu sehen. Foto: zcol

Dreieich (zcol) – Noch während die Grosspolnische Philharmonie Kalisz Verdis „Gefangenenmarsch“ aus der Oper „Nabucco“ dramatisch in Szene setzte, hatte Programmchef Wolfgang Barth die Wetter-App auf dem Handy geöffnet.

Die dunklen Wolken, die sich über der Burgruine auftürmten, bereiten Barth ein bisschen Kopfzerbrechen. „Wir haben uns viel um das Wetter gesorgt in den vergangenen Tagen. Seit Sonntag war für heute Regen angesagt. Aber es hat sich mal wieder bewiesen: Der liebe Gott ist ein Haaner“, sagte Wolfgang Barth mit einem etwas erleichterten Grinsen.

Das Wetter hatte gehalten, fast jeder Stuhl im Burggarten war besetzt und es gab am Ende des Abends stehende Ovation: Die Burgfestspiele sind glänzend in die Saison gestartet. Auf Einladung der Sparkasse Langen-Seligenstadt und der Dreieicher Stadtwerke tummelte sich die Dreieicher Politik-, Wirtschafts- und Vereinsszene am Donnerstagabend im Burggarten. Auf dem Programm stand die „Italienische Opernnacht“. Verdi, Ponchielli und Puccinis „Tosca“ – ein gewagtes Programm für ein Premierenpublikum, das vielleicht nicht unbedingt zu den klassischen Opernfreunden zählt. „Oper war der ausdrückliche Wunsch der Sponsoren“, erzählt Burgfestspielleiter Benjamin Halberstadt.

Es war wohl ein kleines Wagnis, aber das Konzept ging auf. War bei Schnittchen und Sekt vielleicht das Getuschel vor dem Konzert noch groß, „ob Oper wohl so richtig Spaß macht, wir hätten uns was Fetziges gewünscht“, gelang es Moderator Rainer Zagovec mit seiner amüsanten Art doch sehr gut, das Publikum auf die Oper einzustimmen. Er erzählte launig, wie sich Abigaille und Fenena in Nabucco um den geliebten Ismaele streiten und das Publikum wusste damit schon mal, worum es bei den italienischen Gesangsduetten geht. Nach der Pause nahm der Abend noch mehr Fahrt auf, und als die Solisten Soojin Moon (Sopran), Elena Suvorova (Mezzosopran) und Manfred Fink (Tenor) mit dem dritten Akt in „Tosca“ glänzten und es dann zum großen Finale auch noch ein „O Sole Mio“ gab, folgten „Bravo!“-Rufe, viel Applaus und das Publikum erhob sich vor Orchester und Solisten.

Zwei Herzen schlagen an diesem Abend in der Brust von Bürgermeister Dieter Zimmer. „Ich bin eigentlich kein Opernfan, aber das war sehr schön“, sagte der Rathauschef.

Aber ihm sei an diesem Abend sehr wohl bewusst, dass es seine letzte Festspieleröffnung als Bürgermeister sei. „Da schwingt auch ein bisschen Melancholie mit“, sagte Zimmer, der zum Ende des Jahres seinen Chefsessel im Rathaus räumen wird.

Für Benjamin Halberstadt und Wolfgang Barth ist die geglückte Premiere schon einmal eine Erleichterung: „Das war echt gelungen“, zieht Barth zufrieden Bilanz des ersten Abends. Überhaupt ist die Stimmung in der Burg gelassen, das ganze Team kennt sich aus, der Aufbau hat trotz der Bauarbeiten an der Burgkirche reibungslos funktioniert.

„Wir haben inzwischen Routine“, sagt Barth. Und Halberstadt ergänzt: „Ich bin erstaunlich entspannt. Das mag auch an dem guten Wetter liegen.“ Worauf freuen sich die beiden Profis denn jetzt am meisten, wenn sich bis zum 19. August die kulturelle Szene in Dreieichenhain trifft, um unter freiem Himmel Konzerte, Kabarett und Schauspiel zu genießen? „Es fällt mir echt schwer, da jetzt explizit etwas heraus zu suchen, weil ich eigentlich alles mag. Aber ich bin sehr gespannt, wie „20.000 Meilen unter dem Meer“ umgesetzt ist und ich freue mich auch sehr auf „Footloose“, sagt Benjamin Halberstadt.

Wolfgang Barth muss gar nicht lange überlegen: „Ich erfreue mich sehr an Rainald Grebe und bin gespannt auf die neuen Künstler, die wir eben noch nicht in der Burg hatten, wie die Alten Bekannten oder auch Alexa Feser“, erklärt Wolfgang Barth.

Wer das Premierenprogramm mit der Italienischen Opernnacht verpasst hat, hat am 7. August noch einmal die Gelegenheit, das Programm zu sehen.

Und auch sonst gibt es noch Karten – das ganze Programm ist unter www-burgfestspiele-dreieichenhain.de einzusehen.

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