Eröffnung des Naturlehrpfades in den Baierhansenwiesen Bienen beobachten im neuen Ausflugsziel

An der Themeninsel der Dreieicher Bienenzüchter können Besucher an einem aufklappbaren Bienenstock den noch jungen Bienenstamm durch Fensterglas bei seiner Arbeit beobachten. Foto: Jost

Dreieich (njo) – Schulklassen, Spaziergänger und Naturliebhaber haben in Dreieich ein neues Ausflugsziel: der Verein Lehr- und Kräutergarten hat den 700 Meter langen Naturlehrpfad in den Sprendlinger Baierhansenwiesen eröffnet.

Nachdem der Kräutergarten und der benachbarte Familiengarten schon etwa 9.000 Besucher in die Baierhansenwiesen zieht, locken jetzt 16 lehrreiche Stationen vom Parkplatz an der Fichtestraße über einen naturnah angelegten Weg bis in den Kräutergarten und darüber hinaus. „Der Pfad war eine Anregung der Schulen, mit denen wir kooperieren. Wir haben diese gute Idee dann aufgegriffen und gemeinsam mit den Vereinen, Verbänden und unseren Sponsoren verwirklicht“, erklärte Klaus Rehwald am Sonntagmorgen bei der sehr gut besuchten Eröffnung der neuen Natur-Attraktion.

Der Vorsitzende des Kräutergartens betont, dass für die 16 Themeninseln rund um die heimischen Vögel, Tiere, Pflanzen und die Natur kein Baum gefällt werden musste. Ganz im Gegenteil, die Initiatoren pflanzten 30 Laub- und Obstbäume, es entstanden 100 Meter neue Hecken, ein Amphibienteich und etwa 2.000 Quadratmeter große, bienenfreundliche Naturwiese. Jede Insel ist für sich ein kleines Erlebnis. Nicht nur die Texte sind mit Bedacht von den Vereinen und Verbänden verfasst worden, an jeder Station gibt es Anschauungsmaterial zum Anfassen.

Die Station über die heimischen Bäume bildet die gängigen Baumsorten ab, die Besucher können darüber hinaus den Stamm einer Stileiche, einer Hänge-Birke, einer Fichte und einer Rot-Buche befühlen oder sich draufsetzen. Bei den Vögeln präsentiert der Verein die unterschiedlichen Nistkästen und die natürliche Höhle eines Spechts in einem alten Baum ist zu sehen. Ganz spannend auch die Themeninsel der Dreieicher Bienenzüchter. An einem aufklappbaren Bienenstock kann der noch junge Bienenstamm durch Fensterglas bei seiner Arbeit beobachtet werden.

„Teile des Naturlehrpfads sind noch im Entstehen. Geben sie der Natur noch ein bisschen Zeit sich zu entfalten. Unser Amphibienteich beispielsweise muss sich erst noch entwickeln“, kündigte Klaus Rehwald an. Eine erste Erweiterung ist ebenfalls schon geplant: Zwei Mitmach-Stationen für Kinder sollen in den kommenden Monaten noch aufgestellt werden, darunter ein Puzzle-Element zum Thema Bäume. Die Besucher sind begeistert vom Engagement der beteiligten Vereine. „Ich weiß, wie es hier ausgesehen hat vor nicht allzu langer Zeit. Wie viel Müll und leerstehende Wohnwagen hier herumstanden“, erinnert sich Landrat Oliver Quilling. Er betont auch die Wichtigkeit von Naturlehrpfaden, die der Bevölkerung die Natur und ihre Bedürfnisse nahebringen sollen. Bürgermeister Martin Burlon bedankt sich für den nachhaltigen Einsatz für die Baierhansenwiesen: „Viele Jahrzehnte ist hier wenig bis nichts passiert. Es war nicht die Gruppe, die laut in der Öffentlichkeit war, die dann letztlich aktiv wurde“, hob er die Leistung der AG Umwelt und Naturschutz hervor. Die Gruppe engagierter Bürger habe auch nicht einfach auf Stadt und Kreis gezeigt, sondern selbst Hand angelegt. „Machen sie weiter, nerven Sie uns weiter, auch wenn wir bei ihren starken und schnellen Ideen manchmal in der Verwaltung Mühe haben mit zu kommen“, sagt Martin Burlon lachend Unterstützung zu. Etwa 30.000 Euro plus viele Stunden Eigenleistung hat der neue Naturlehrpfad gekostet.

Möglich war dies nur mithilfe vieler Sponsoren. Nach dem kleinen Spaziergang entlang der einzelnen Themeninseln kommen die Gäste im Kräutergarten zusammen und erfrischen sich an einer Maibowle. Im Garten sind am Sonntagmorgen Fotos von dem Langener Naturfotograf Manfred Becker ausgestellt, von denen viele in den vergangenen Monaten rund um den Kräutergarten entstanden sind. Eine Ausstellung im Kreishaus mit diesen Fotografien ist bereits geplant. Der Naturlehrpfad ist ab sofort für alle Besucher begehbar. „Wir haben auch schon Anfragen von Schulen zu Führungen“, sagt Klaus Rehwald. Die ersten Termine werden jetzt vergeben. Aber der Spaziergang entlang der Themeninseln ist auch alleine oder als Familienausflug nur zu empfehlen.

Mehr Eindrücke von der Eröffnung des Naturlehrpfades gibt es in der StadtPost-Bildergalerie.

 

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