Rekordbeteiligung bei „Sauberhaftes Dreieich“ Im Einsatz gegen Müll und Unrat

Die DRK Ortsgruppe sammelte einen Müllberg am Parkplatz an der ehemaligen B3 – darunter eine Chemietoilette und etliche Coffee-to-go-Becher Foto: Jost

Dreieich (njo) – Maximilian Schädlich ist bestürzt, wie schmutzig das Waldgebiet an der ehemaligen Bundesstraße B 3 zwischen Langen und Sprendlingen ist.

„Wir haben unsere Müllsammelaktion am LKW-Parkplatz gestartet. Ein paar Meter in den Wald hinein ist offensichtlich eine Toilettenstation in freier Natur, überall Toilettenpapier und Exkremente, dazu haben wir tausende Zigarettenstummel gefunden, eine Chemietoilette, einen alten Scanner und dutzende Milchshake-Becher aus den Gebüschen gezogen – echt widerlich“, berichtet der 13-Jährige, der sich mit seiner Familie gemeinsam mit der DRK-Ortsgruppe Dreieich an der Aktion „Sauberhaftes Dreieich“ am vergangenen Wochenende beteiligte. Beim gemeinsamen Würstchenessen im Sprendlinger Bürgerhaus tauschten sich die fleißigen Helfer aus, wo sie Müll gesammelt hatten und welche skurrilen Funde ihnen dabei untergekommen waren.

381 Dreieicher sammeln Müll

Die Ehrenamtlichen haben am Samstagmorgen in drei Stunden gemeinsamer Arbeit etwa 36 Kubikmeter Müll gesammelt – soviel, wie ein riesiger Schiffscontainer fassen kann, erklärte Petra Klink, Leiterin des Dienstleistungsbetriebs Dreieich und Neu-Isenburg. Bei perfektem Wetter mit Sonnenschein konnten sich Bürgermeister Martin Burlon und Petra Klink über eine Rekordbeteiligung freuen: 381 Dreieicher halfen mit, ihre Stadt ein bisschen sauberer zu machen. „In den vergangenen Jahren hatten wir immer etwa 200 Müllsammler, heute waren es fast doppelt so viele“, sagte Petra Klink begeistert. Das liege vor allem daran, dass sich so viele Vereine an der Aktion beteiligten.

Vereine, Gemeinden und Jugendeinrichtungen machen mit

Das DRK, die Feuerwehren und die Pfadfinder waren erstmals dabei, auch der Tierschutzverein Artgerecht, die Ahmadiyya Gemeinde mit 20 Mitgliedern, die Freye Gefolgschaft vom Hayn und noch viele mehr machten mit. Die städtischen Jugendeinrichtungen feierten ebenfalls Premiere mit Zangen und Müllbeuteln: Ob das Juz Benzstraße, das Bik-Haus in Dreieichenhain, das Mädchencafé oder die Kinder der Ringe aus dem Stadtteilzentrum im Sprendlinger Norden – etwa 50 Kinder waren mit den Sozialpädagogen der Stadt für die gute Sache unterwegs.

Jagdpächter sind in Offenthal im Einsatz

Eine Tatsache begeisterte Petra Klink ganz besonders: Seit vielen Jahren war Offenthal wie das „gallische Dorf“ – niemand erklärte sich bereit, den südlichsten Zipfel der Stadt vom Dreck in der Natur zu befreien. Das hatte jetzt ein Ende: Die Jagdpächter des Offenthaler Reviers waren mit sechs Leuten aktiv und sammelten den Müll aus den Straßengräben entlang der Bundesstraße B 486 in Richtung Langen und Urberach. „Die drei Stunden reichen gar nicht aus, um all den Dreck, der hier aus den Autofenstern fliegt, zusammen zu räumen“, zeigte sich Jäger Ralf Gräser entsetzt über all das Süßigkeitenpapier, die kleinen Alkoholflaschen und Coffee-to-go-Becher, die er aus dem Gras klaubte. Mehr als 20 prall gefüllte Müllsäcke hatten die Jäger an den Straßenrand gestellt, damit die Mitarbeiter des Dienstleistungsbetriebs sie aufsammeln konnten. „Das ist eine Arbeit, die macht keinen Spaß. Aber es ist sehr befriedigend, weil wir sehen können, was wir getan haben“, sagte Gräser. Er versprach auch, dass die Gruppe im kommenden Jahr wieder dabei ist, und sich um Offenthal kümmern wird.

„Sauberhaftes Dreieich“ war ein Rekorderfolg 

Im Bürgerhaus, wo sich alle Helfer mit Würstchen, Suppe und Süßigkeiten stärkten, herrschte dann fast die Familienfeststimmung. „Eines ist sicher: die Kinder, die heute hier geholfen haben, werden keinen Müll einfach mehr in der Gegend herum schmeißen“, war Marlen Zimmer vom DRK-Ortsverband vom pädagogischen Nutzen der Aktion überzeugt. Die Sammelaktion „Sauberhaftes Dreieich“ war ein Rekorderfolg – und nicht nur die Vereine, Initiativen, engagierte Familien und Einzelpersonen haben dazu beigetragen. Erstmals waren die Weibelfeldschule und Strothoff International School ebenfalls an dem Aktionstag beteiligt.

Weibelfeldschule und Strothoff International School erstmals dabei

An der Dreieicher Gesamtschule war es Büchereileiterin Linda Hein, die angeregt hatte, sich für eine saubere Stadt zu engagieren. Lehrer Thorsten Möller hatte es in die Hand genommen und 290 Fünft- bis Neuntklässler waren auf dem großen Areal rund um die Weibelfeldschule bereits am Freitagvormittag für mindestens zwei Schulstunden in Aktion. Der Einsatz hat sich gelohnt: Die Jungs und Mädels haben die Landschaft von fünf Kubikmetern Müll befreit. Zum Dank gab es für jeden Einzelnen einen bunten DLB-Beutel mit Süßigkeiten von DLB-Chefin Petra Klink.

Mit Müllzangen in Sprendlingen aktiv

An der Dreieicher Privatschule waren weitere 200 Kinder und Jugendliche mit den Müllzangen in Sprendlingen aktiv. Auch die Strothoff-Schüler machten 30 Müllsäcke voll und Dreieich ein bisschen sauberer. Den Jugendlichen war bei ihrem Streifzug aufgefallen, dass es entlang des Radweges Richtung Neu-Isenburg viel Müll gibt, dort aber keine Mülleimer aufgestellt sind. Sie wollen nun die Stadt bitten, dort Behälter zu installieren und erklärten sich auch bereit, diese wöchentlich zu leeren. Insgesamt hatte die Aktion 2019 die höchsten Beteiligungszahlen jemals: etwa 870 Menschen investierten Zeit in den aktiven Umweltschutz.

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