Aktion beim OGV Offenthal/Fortsetzung auf Seite 3 Groß und Klein keltern Apfelsaft

Mit der tatkräftigen Unterstützung von Mateo wusch OGV-Vorstandsmitglied Marion Asche die Kelter-Äpfel. Foto: zcol

Dreieich (zcol) – Mateo und Jonas haben am Samstagvormittag eine wichtige Aufgabe: Die beiden sechsjährigen Jungs füllen Apfel um Apfel in die Schreddermaschine des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Offenthal ein. Die schweren Körbe hebt Uli Graf mit Schwung hinein, und die Jungs liefern das einzelne Obst nach.

Etwa 15 Zentner Äpfel verarbeiten die Mitglieder über den Samstag auf dem Gelände der Offenthaler Pferdefreunde zu köstlichem, süßen Apfelsaft. Die Mitglieder des Vereins können ihre Ernte ebenso bringen wie alle anderen Offenthaler, die dann den Saft gegen einen kleinen Obolus wieder entgegennehmen. Ein kleiner Teil des Apfelsafts wird zum direkt Verkosten abgefüllt und den größeren Teil haben die engagierten Mitglieder pasteurisiert. Dafür wird der Saft in einem speziellen Gerät auf 85 Grad gebracht und danach luftdicht verpackt. So ist er gut ein Jahr haltbar.

Die professionellen Geräte des Vereins, Schredder und Presse, können den Obstbauern das Optimum aus dem wenigen Obst heraus holen. Die Ernte hat nämlich 2017 keinen sonderlich guter Ertrag ergeben. Der Frost im April hat sie den Gärtnern gehörig verhagelt. „Die Kälte kam aus dem Westen. Wir konnten das an unseren Bäumen richtig sehen. An der Westseite hing gar nichts, und zur östlichen Seite gab es noch vereinzelt Obst“, berichtet Matthias Würz, Vorsitzender der Offenthaler Obst- und Gartenbauer. „Aber vom Kernobst gab es wenigstens ein bisschen was, das Steinobst ist komplett ausgefallen“, sagt Würz.

Das kann OGV-Mitglied Tanja Gruchot bestätigen: „Wir hatten gerade mal 70 Kilo Äpfel, sonst sind es erheblich mehr und an unseren beiden Quitten-Bäumen ist genau eine einzige Quitte gewachsen“, sagt die Obstgärtnerin lachend. „Die Verfeinerung des Apfelsafts mit Quitte fällt dieses Jahr also aus. Zum Glück müssen wir nicht davon leben.“

Diejenigen, die ihre Bäume nicht im heimischen Garten direkt am Haus haben, sondern auf den Streuobstwiesen rund um Offenthal, haben zudem mit Diebstahl zu kämpfen.

„Es ist natürlich schade, dass wir solche Verluste haben, denn wir kümmern uns ja das ganze Jahr um unsere Bäume und Pflanzen“, betont Matthias Würz, dass der Obstgarten schon Einsatz fordert. Er selbst freue sich über den Ertrag seiner Bemühungen. „Aber noch mehr geht es mir darum, die Erde zu riechen, bei der Arbeit von meinem eigentlichen Beruf runter zu kommen und an der frischen Luft zu sein“, berichtet der OGV- Vorsitzende von der meditativen Wirkung der Gartenarbeit.

Das Gärtnern erfreut sich wachsender Beliebtheit in Offenthal. Seit Würz 2007 den Vorsitz des Vereins übernommen hat, ist der von 80 auf 260 Mitglieder angewachsen und ist heute der größte OGV in Dreieich. Während es vor zehn Jahren einen Vereinsausflug und einen Obstbaumschnittkurs gab, lädt der OGV heute zu vielen Veranstaltungen ein. Die Wahl zum Apfelweinkönig gehört ebenso dazu, wie das Keltern und die Kartoffelauslese mit Grundschülern. Die Schnittkurse stehen natürlich auch noch im Jahresprogramm. Der Verein ist auf dem Gemaafest vertreten wie auf dem Weihnachtsmarkt. Da bieten die Mitglieder leckere Stritzel an und seit dem vergangenen Gemaafest auch selbstgebrautes Bier. Das Starkbier haben sie am Wochenende auch wieder angesetzt. Schon am Samstagmorgen um vier haben Würz und zwei Kollegen Hopfen, Malz und Wasser angesetzt, damit sie mindestens drei Durchgänge vom Offenthaler Gebräu fertig bekommen.

So können zum Weihnachtsmarkt wieder mindestens 150 Liter des begehrten Bockbiers in den Verkauf gehen.

Einen unerfüllten Traum haben die Obst- und Gartenbauer aber immer noch: „Wir wünschen uns ein Backhaus und kämpfen seit Jahren dafür. Im Augenblick haben wir wieder einen kleinen Hoffnungsfunken“, sagt Matthias Würz.

Eigentlich sollte es doch kein Problem sein, an der Sandkaut, bei guten bestehenden Strukturen ein Plätzchen für den OGV zu finden.

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