Wiesn-Stimmung in Dreieich HSV Götzenhain feiert Oktoberfest

In Dirndl und Lederhosen machten nicht nur diese drei Besucherinnen eine stilecht-bayrische Figur. Foto: Sauda

Dreieich (es) – Dirndl, karierte Hemden und Lederhosen dominierten das Erscheinungsbild in der Halle des Handballsportvereins Götzenhain (HSV) beim neunten Oktoberfest. Zum letzten Mal trat dort die Band Isartaler Hexen auf.

Ungefähr 800 Besucher füllten die Halle, was zu glücklichen Gesichtern bei den Veranstaltern führte – obwohl sie und die Helfer gut eine Woche lang Knochenarbeit beim Aufbau leisteten, bei der Veranstaltung selbst mit anpackten und später auch den Abbau managten. „Mit etwa 20 Leuten haben wir alles aufgebaut“, sagte die stellvertretende Vorsitzende Waltraud Kalusa. „Wir machen das alles, weil es Spaß macht und für unseren Verein gut ist“, sagt sie weiter. Es steckt ein enormer Aufwand hinter dem Oktoberfest, das doch so leicht und locker rüberkommt. „Wir müssen jedes Jahr einen Bauantrag stellen, um die Veranstaltung steigen zu lassen“, sagt Waltraud Kalusa, die direkt nach dem Fest mit den Planungen für das kommende Jahr beginnt.

Oktoberfest-Einnahmen helfen dem Verein

Aber es lohnt sich. „Im April haben wir mit dem Kartenverkauf begonnen und in vier Tagen waren alle Tickets weg“, freut sich Kalusa. Im kommenden Jahr feiert der HSV dann das zehnte Oktoberfest. „Wir beraten gerade, ob wir etwas Besonderes machen zum kleinen Jubiläum“, sagt Kalusa. 80 Helfer aus dem ganzen Verein sind an diesem Abend aktiv. „Wir brauchen auch das Geld“, gibt sie zu bedenken. „Wir benötigen es für die Jugendarbeit, für den Sport und für den Unterhalt unserer Anlage“, zählt sie auf. Außerdem hat der HSV noch ein weiteres Projekt: „Wir müssen den Fußboden neu machen und wir möchten den Ballkastenraum umbauen für unseren Seniorensport und die Demenzsportgruppe. Da sind wir auf jeden Cent angewiesen.“ Im Januar soll es dann losgehen mit dem Umbau.

Isartaler Hexen zum letzten Mal dabei

Bis dahin ist noch Zeit und so feierten alle ein letztes großes Fest mit den Isartaler Hexen. Achtmal heizten sie dem Publikum an der Langener Straße schon ein, insgesamt 18 Jahre lang waren die Damen auf Achse, gaben im Monat bis zu 15 Konzerte. Doch nun ist Schluss. „Die Band löst sich auf“, sagt Chefin Ulla Vater. „Ich möchte in Rente gehen“, erzählt die 65-Jährige, die seit 43 Jahren als Profimusikerin unterwegs ist. „Ich hatte das mal in einer bandinternen Besprechung angesprochen“, erinnert sie sich. Bei dieser Gelegenheit kam ans Tageslicht, dass sie nicht allein mit diesem Wunsch war. Nein, nicht mit dem in den Ruhestand zu gehen, sondern mit dem, die Band aufzulösen. „Die eine wollte ein Kind bekommen, die andere möchte das Geschäft ihrer Eltern übernehmen.“ Da steckten sie die Köpfe zusammen, berieten sich und kamen zu dem Entschluss: „Wir machen eine schöne Abschiedstour, und das wird dann unser letztes Jahr.“

Beim zehnten HSV-Oktoberfest 2019 tritt eine andere Band auf

Musikmachen sei zwar ohne Altersbegrenzung möglich, „aber nicht in dem Ausmaß, in dem wir das betreiben“, gibt Ulla Vater zu bedenken. „Wir sind in ganz Deutschland, in Österreich, in der Schweiz und in Italien unterwegs.“ Für viele ihrer Kollegen wäre dies ein traumhaftes Leben. „Schon, und wir haben es auch 18 Jahre gemacht.“ Nun aber ist aber genug und die Frauen gehen getrennte Wege. „Unsere Frontfrau macht weiter mit vier Männern und die anderen spielen dann in Formationen weiter, die das Musikmachen nicht auf diesem Level betreiben“, weiß Ulla Vater. Weitermachen ohne drei von acht Mitgliedern, das wollten „die Hexen“ nicht. „Wir sind schon ein ziemlich homogener Haufen“, scherzt Ulla Vater, die mit einem lachenden und einem weinenden Auge geht. „Man muss sich vorstellen, wie wenig Zeit für das Privatleben bleibt, wenn man 15 mal im Monat spielt, probt und dann noch Fernsehtermine hat“, sagt Ulla Vater. „Du hast keine Zeit für Freunde, Familie, Hochzeiten oder Geburtstage und du bist kein Wochenende zuhause. Genau das wird sich jetzt für mich ändern“, kündigt so die studierte Trompeterin. Im nächsten Jahr steht also eine andere Band auf der Bühne der HSV-Halle.

Mehr Eindrücke vom Oktoberfest des HSV Götzenhain gibt es in der StadtPost-Bildergalerie.

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