„Corona-Programm“ bei den Buchschlager Hauskonzerten Klassische Klänge in kleiner Runde

Aris Blettenberg am Klavier, begleitet von Theo Plath am Fagott, haben bereits zwei Konzerte in der Buchschlager Villa gegeben. Foto: Postl

Dreieich (lfp) – Aus dem Haus der Familie Storm in Buchschlag klingen an den Wochenenden jetzt wieder konzertante Melodien. Mit einem komprimierten „Corona-Programm“, wie die Organisatorinnen Pia Storm und Lieselotte Heim die Not-Version der Buchschlager Hauskonzerte nennen, soll zumindest ein Teil der geplanten Auftritte stattfinden.

„Wir stemmen und gegen Corona und lassen alle unsere Konzerte jetzt im September und Oktober stattfinden“, erklärt Lieselotte Heim zur gefundenen Lösung. Um dies alles den Bestimmungen gemäß umzusetzen, sind so manche Anstrengungen vonnöten. „Wenn ich vorher gewusst hätte, auf was man sich da einlässt, hätte ich vermutlich doch gekniffen“, gibt Pia Storm offen zu.

Aufgrund der Abstandsregeln spielen die Musiker nur ein halbes Programm, also 60 Minuten ohne Pause, und dies vor weniger als der Hälfte der sonst üblichen Gäste. „Es sind nur 20 Personen, anstatt der möglichen 50 Gäste im Raum zugelassen, das sind gerade mal 40 Prozent“, erklärt Storm. Dafür spielen die Musiker ein Doppelkonzert an einem Abend, eines um 18 Uhr und ein weiteres um 20 Uhr. „So kommen wir also auf zweimal 20 Personen an einem Abend, der Aufwand und die Kosten sind freilich pro Konzert höher als bei voller Besetzung“, gibt die Hausherrin Pia Storm zu bedenken.

Die Konzerte konnten aber so nur stattfinden, weil einige Gäste, etwa 20 Prozent, ganz abgesagt haben und weil einige ihre Tickets für die Musiker gespendet haben. „Nur so waren wir in der Lage, die vereinbarte Gage an die Musiker zahlen zu können“, erklärt Pia Storm. Da immer alle Einnahmen aus den Ticketerlösen vollständig an die Musiker als Gage ausbezahlt werden, gibt es bei Einnahmenverlusten keinen Spielraum mehr, um irgendwas auszugleichen.

„Wir haben als Vorbedingung nun ein Hygienekonzept entsprechend den Regeln des Paul-Ehrlich-Instituts aufgestellt – da wird die Sache erst richtig interessant. Mehr Arbeit, deutlich höhere Kosten, mehr Organisation“, verweist Pia Storm insbesondere auf die bereits verschickten 350 Karten. „Jetzt sind es Doppelkonzerte und alle Gäste müssen neu sortiert und aufgeteilt werden, alleine die Korrespondenz dafür – es ist der Wahnsinn“, sagt Storm. Aber es war ihr schon immer ein Anliegen, junge Musiker zu fördern – gerade in Corona-Zeiten sei dies umso wichtiger.

Bereits stattgefunden haben zwei Klavier-Konzerte mit Aris Blettenberg. Er hatte zudem noch zwei weitere Konzerte als Duo mit Fagottist Theo Plath gespielt. Theo Plath ist nicht nur Preisträger des ARD-Musikwettbewerbs München 2020, sondern hat 2019 auch den Deutschen Musikwettbewerb gewonnen. Seit einem Jahr ist er Solo-Fagottist des Sinfonieorchesters des Hessischen Rundfunks. „Dass Theo Plath überhaupt bei uns auftritt, verdanken wir einer List: Er suchte vergangenes Jahr eine Wohnung in Frankfurt und ist unser Mieter geworden – da konnte er schlecht absagen, als ich gefragt habe“, verrät Pia Storm.

Am vergangenen Wochenende gastierte das „Duo Liepe & der dritte Mann“ in Buchschlag, ein großer persönlicher Wunsch von Pia Storm. Das Trio mit Niklas Liepe (Violine) Tim Posner (Cello) und Nils Liepe (Klavier) musizierte nämlich auf besonderen Wunsch von Pia Storm das „Erzherzogtrio“ von Ludwig van Beethoven. Der Schubert-Liederabend mit Bariton Samuel Hasselhorn, begleitet von Joseph Middleton am Flügel, beschließt Anfang Oktober die Reihe der diesjährigen Hauskonzerte. Doch hier gab es ein besonderes Problem, denn keiner aus den Reihen der Kartenbesitzer wollte auf sein Konzert verzichten. „Also mussten wir auslosen, was sicherlich auch nicht die befriedigendste Lösung ist“, bittet Pia Storm um Verständnis.

Ob und wie es im kommenden Jahr weitergehen kann, das vermag Pia Storm derzeit noch nicht zu sagen. „Normalerweise haben wir ja im Februar und März wieder Konzerte, da wir aber die Oberlichter der Fenster während der Konzerte geöffnet lassen müssen, ist das bei den winterlichen Temperaturen weder für die Musiker noch für die Instrumente und auch nicht für die Konzertgäste zumutbar“, sagt Storm. Es bleibt auch ihr und Lieselotte Heim nur, die Entwicklungen abzuwarten.

Weitere Informationen wird es online auf www. hauskonzert-dreieich.de geben.

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