22. Musiktage mit vielen Höhepunkten / Von Trauerfall überschattet Aus Mozart-Duett wird ein Terzett

Furioses Finale der 22. Dreieicher Musiktage: Der künstlerische Leiter Georgi Mundrov am Flügel und der Klarinettist Roman Kuperschmidt. Bild: Strohfeldt

Dreieich – Ein überaus positives Fazit ziehen die Veranstalter der 22. Dreieicher Musiktage. „Alle Konzerte in den Privathäusern waren ausverkauft“, berichtet Maria Ochs für die Bürgerhäuser. Und auch die weiteren Veranstaltungen kamen gut an.

Überschattet wurde die Reihe vom plötzlichen Tod des Pianisten und Fachbereichsleiters an der Musikschule Klaus Cutik, der noch an den Vorbereitungen beteiligt war. Bei zwei Terminen sollte er dabei sein. Sehr berührend war das Konzert der Jungen Wilden, bei dem Cutiks Klavierschüler in der evangelischen Kirche Buchschlag auftraten. „Die Jungs machten es trotzdem. Dabei wurde die gute Verbindung zu ihrem verstorbenen Lehrer deutlich“, erzählt Ochs. Den anderen Termin übernahm Georgi Mundrov.

„Wir spielten Lieblingsstücke von ihm.“ So wurde es zum bewegenden Gedenkkonzert.

Abgesehen davon spricht Mundrov von einer sehr gelungenen Veranstaltung. Als einen Höhepunkt nennt er den Auftritt von Laura Ochmann, Violine, und Björn Gard, Violoncello, beides Mitglieder der Jungen Deutschen Philharmonie. Die jungen Musiker sind kurzfristig eingesprungen und begeisterten Mundrov und das Publikum gleichermaßen.

Mit einem besonderen Auftritt wartete auch das Finale auf, das wegen der unbeständigen Wetterlage vom Schwimmbad ins Bürgerhaus verlegt wurde. Dort präsentierten Shai Terry (Mezzosopran), auf die Mundrov große Stücke hält, und Piotr Lempa (Bass) ein Duett aus Mozarts Oper „Don Giovanni“. Durch Martin Belohlavek (Bass) wurde es zum Terzett. Der Sänger sollte bereits zur Eröffnung der Musiktage auftreten, musste aber wegen Krankheit absagen. So bereicherte er nun das Finale. „Das Publikum kam aus dem Lachen nicht heraus, so komisch war der Auftritt“, berichtet Mundrov. Und gekonnt dazu. Dabei hat das Trio sich das Ganze spontan überlegt und umgesetzt. Die Entscheidung, die Italienische Reise von Goethe zum roten Faden zu machen, war für Mundrov ein Glücksfall. Er habe viel recherchiert und Verbindungen zwischen Goethe, den Städten seiner Reise und Komponisten entdeckt. „Das hat mir großen Spaß gemacht.“ Viele der Konzerte beschäftigten sich mit Stationen wie Verona, Rom, Neapel oder Mailand. „Daneben haben wir noch andere Akzente gesetzt – mit positiver Resonanz.“ Maria Ochs nennt den Abend mit dem Songland-Trio um Christopher Reuter und die israelischen und iranischen Musiker der Band Sistanagila.
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