Theater im Hayn „Neurosige Zeiten“ in Dreieich

Agnes (Petra Keiner, links) weiht ihre Psychiatrie-WG Mitbewohner Marianne (Karin Lerche-Weinhold) und Willi (Michael Kohlhaas) in ihre Pläne ein. Foto: zcol

Dreieich (zcol) – Agnes (Petra Kreiner), Erbin der Hoteldynastie Adolon, hat wahrlich ein großes Problem: sie wurde wegen ihrer Sex-Sucht zwangsweise in die Psychiatrie eingewiesen und jetzt hat sich ihre Mutter angekündigt. Um jeden Preis will sie vertuschen, dass sie in der offenen Wohngruppe des Irrenhauses lebt.

Kurzerhand funktioniert sie ihre Mitbewohner in Hausangestellte um. Cecile Adolon (Ursula Seib) stellt natürlich trotzdem die ganze Anstalt auf den Kopf. Psychiaterin Dr. Dr. Ilse Schanz (Francesca Eifler) und Beschäftigungstherapeut (Martin Trübner) durchschauen das Spiel gar nicht. Als dann auch noch Tupper-Party-Frau Herta (Doris Brandau) versehentlich k.o. geschlagen und für tot erklärt wird, ist das Chaos perfekt.

Drei ausverkaufte Vorstellungen in St. Johannes

Monatelang hat die Theatergruppe „Theater im Hayn“ die witzige Komödie „Neurosige Zeiten“ der Mainzer Journalistin Winnie Abel einstudiert. Mit drei ausverkauften Vorstellungen im katholischen Pfarramt St. Johannes wurde das Schauspielteam rund um Regisseurin Ursula Seib mit Bravo-Rufen und viel Applaus belohnt. Das rasante Stück bot der Laiengruppe eine Steilvorlage und dem Publikum amüsante Abendunterhaltung. Die Schauspieler arbeiteten die herrlich schrägen Charaktere der Wohngruppe rund um die neurotisch-erotischen Agnes ganz großartig aus. Da ist zum einen der zwanghafte Hans (Maximilian Nowak), der von Agnes für die Mutter zum Liebhaber umfunktioniert wird. Einfach großartig, wie Nowak das ganze Stück über wie ein Pinguin über die Bühne watschelt, das Putzmittel mit sich herumträgt und dabei auf die Einhaltung der Regeln pocht. „Haushälterin“ Marianne (Karin Lerche-Weinhold) ist wegen irren Stalkings ihres Lieblingsstars Hardy Hammer in der Klapse und ist letztlich enttäuscht, als ihr Idol (Holger Schmidt) auftaucht und sich herausstellt, dass er gar nicht so begehrenswert ist.

Theater im Hayn besteht seit zehn Jahren 

„Hausmeister“ Willi (Michael Kohlhaas) ist aufgrund einer Sozialphobie in der Anstalt und die berühmte Künstlerin Desiree (Ute Cobb) mit einer manischen Depression. „Wir haben schon bei den Proben so viel gelacht, weil es einen solchen Spaß gemacht hat, diese Persönlichkeiten zu spielen. Wir haben natürlich gehofft, dass es auch gelingt, diese Freude auf die Bühne überspringen zu lassen, umso schöner, dass wir eine solch tolle Rückmeldung bekommen“, war Ursula Seib nach zwei Vorstellungen schon sehr glücklich. Die Geschichte nimmt im Laufe des Stücks immer weiter an Fahrt auf. Herta erwacht wieder, Cecile landet – von einer überzeugend gestrengen Dr. Dr. Schanz angewiesen – zwischenzeitlich sogar in der Zwangsjacke, und letztlich löst sich alles zu einem wunderbaren Happy End auf: Agnes hat ihre Sex-Sucht von ihrer Mutter geerbt, die einst sogar eine der „Sternschnuppen“ von Hardy Hammer war. Für das Theater im Hayn waren die „Neurosigen Zeiten“ ein besonderes Stück, die Darsteller feiern nämlich gleichzeitig das zehnjährige Bestehen ihres Vereins. „Es ist unsere neunte Inszenierung. Wir haben uns 2008 aus der Theatergruppe des Odenwaldclubs Dreieichenhain neu gegründet“, berichtet Ursula Seib. Sie schätzt die Zusammenarbeit mit ihren Schauspielern sehr.

Drei Mal 150 Zuschauer in Dreieichenhain

Neben dem gemeinsamen Theaterspiel trifft sich die Gruppe zu Stammtischen, Ausflügen und Sommerfesten. „Wir verstehen uns einfach gut und es ist eine schöne Atmosphäre.“ Nachdem jetzt der Applaus von drei Mal 150 Zuschauern in Dreieichenhain verklungen ist, gibt es eine kleine Pause. Ursula Seib beginnt, Drehbücher zu lesen, dass passende Stück auszuwählen und spätestens im August beginnen die Probearbeiten für die Aufführung im Jahr 2019.

 

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