Rostblütenfest lockt wieder viele Besucher in den Bürgerpark Raritäten und Liebhaberstücke

Eigens aus Gelnhausen reiste Dominik Schumann an, um beim Rostblütenfest im Bürgerpark mit drei alten Fotoapparaten Bilder von Oldtimern zu machen. Foto: Sauda

Dreieich (es) – Der junge Mann beugt sich über das rote Auto und blickt dabei nicht auf das Fahrzeug, sondern in eine historische Kamera. Es ist ein Fotoapparat der Marke Rolleiscord aus dem Jahr 1951, mit dem Dominik Schumann einen Audi Super 90, Baujahr 1972, ablichtet.

Eigens aus Gelnhausen reiste Schumann an, um beim Rostblütenfest im Bürgerpark mit drei alten Fotoapparaten Bilder von Oldtimern zu machen. Und davon tummelten sich an diesem sonnigen Sommersonntag etliche auf dem Rasen des Parks. „Da steht ein Necko“, sagte Ottmar Günther, Pressesprecher des Fahrzeugveteranenvereins, der das Rostblütenfest schon seit etlichen Jahren auf die Beine stellt.

„Das Besondere an diesem Moped ist, das man es damals im Neckermann-Katalog bestellen konnte“, sagte der Mann vom Fach, der sich gleich nachdem er dies sprach umdrehte und auf eine weitere Seltenheit zeigte, die gerade über einen der Wege des Bürgerparks tuckerte. „Das ist ein Messerschmitt Tiger“, sagte Günther. Kaum war das Schmuckstück geparkt und der Motor abgeschaltet, öffnete sich auch schon das Dach dieser Rarität und der Dietzenbacher Walter Krech erzählte etwas über diesen äußerst selten gewordenen Kabinenroller. Seiner stammt übrigens aus dem Jahr 1959.

„Es gibt nur noch 17 Stück von diesen Autos“, sagte Krech, der seines schon vor gut vier Jahrzehnten gekauft hatte. „Ich suchte damals nach etwas Motorradähnlichem“, erinnerte sich der Mann Ende 70, der sehr gern zum Rostblütenfest kommt, „weil ich hier viele Gleichgesinnte treffe“, sagte Krech, der an dem Fahrzeug alles selbst reparieren muss, wenn mal was kaputt ist.

„Es gibt eben keine Ersatzteile mehr“, weiß er. Und eins scheint ihn auch zu bedrücken. „Es ist schon der dritte Motor in diesem Auto, wenn der seinen Geist aufgibt, dann ist Schluss“, kündigte er an. Noch lange nicht Schluss machen hingegen die Mitglieder der Goggomobil- und Kleinwagen-Interessengemeinschaft. Im Gegenteil. Die fünf Frauen und Männer aus Lützelhausen-Linsengericht haben es sich gerade erst so richtig gemütlich gemacht zwischen ihren fünf Goggomobilen, mit denen sie aus dem Ort in der Nähe der Kaiserpfalz Gelnhausen nach Sprendlingen düsten.

„Wenn man solche Autos vorbeifahren sieht, da geht einem doch das Herz auf“, findet Anton Hutter, als ein roter Ford Modell T vorbei knattert. Mit den übrigen Mitgliedern kommt er schon seit Jahren zum Rostblütenfest und findet es hier sehr gut. „Wir müssen uns nicht anmelden, können einfach herkommen und außerdem grenzt doch das Weinfest an das Rostblütenfest an – besser geht’s doch fast gar nicht.“

Laut Ottmar Günther schlenderten mehr als Tausend Besucher durch den Bürgerpark, um gut 350 Fahrzeuge zu bestaunen. Der Fahrzeugveteranenverein leidet, wie etliche andere Vereine auch, daran, „dass kaum noch junge Leute nachkommen“, weißt Günther auf ein großes Manko hin.

Mehr Eindrücke vom Rostblütenfest gibt es in der StadtPost-Bildergalerie

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