Polizei klärt Senioren über Gefahren im Straßenverkehr auf Unfälle häufen sich

Polizeibeamte klärten vor dem Real-Markt Senioren über die Gefahren im Straßenverkehr auf. Foto: Sauda

Dreieich (es) – In der vergangenen Woche standen trotz der kühlen Temperaturen am frühen morgen zehn Polizeibeamte auf dem Parkplatz vor dem Real-Markt. Die Männer und Frauen in Uniform lächelten und sprachen Passanten freundlich an. Und zwar wendeten sie sich dabei gezielt an Senioren. „Verkehrsunfälle mit Senioren sind jährlich ein Schwerpunkt bei der Verkehrssicherheitsarbeit“, sagte Stefan Kaaden, Chef der Polizeidirektion Offenbach.

„Deshalb geht es hier und heute konkret um junge und ältere Senioren – sprich 65 plus und 75 plus“, sagte der Polizeichef weiter. Die Beamten gehen auf die Senioren zu, sprechen sie zwanglos an, wollen wissen, wie sie zurechtkommen, ob sie auf der Höhe der Zeit sind, mit welchem Fahrzeug sie unterwegs sind oder ob sie Medikamente nehmen, die vielleicht ihre Leistungen im Straßenverkehr beeinträchtigen könnten. „Wir haben festgestellt, dass die Unfallzahlen sehr auffällig angestiegen sind im vergangenen Jahr“, sagte Stefan Kaaden. Um ungefähr zehn Prozent auf 2.927 Unfälle pro Jahr. Im Vorjahr waren es noch 2.670 Unfälle. „Wenn wir das hochrechnen, haben wir in Südosthessen alle drei Stunden einen Unfall, an dem Menschen, die älter sind als 65, beteiligt sind“, rechnet Stefan Kaaden hoch. Außerdem: Von den zehn Getöteten im Jahr 2018 waren sechs älter als 75 Jahre.

„Das sind doppelt so viel wie im Jahr zuvor.“ Hinzu komme, dass 63 Prozent der Senioren Unfallverursacher seien. Es sei also dringend nötig, etwas zu tun, Aufklärungsarbeit zu leisten. „Die heutige Aktion soll dazu dienen, bei der älteren Generation das Bewusstsein zu wecken, dass mit zunehmenden Alter auch die Leistungsfähigkeit abnimmt, das spiegelt sich bei der Teilnahme am Straßenverkehr wider“, schilderte Kaaden Sinn und Zweck der gut dreistündigen Aktion. Das gelte übrigens nicht nur für Autofahrer, sondern auch für Radfahrer und Fußgänger. „Auch dort haben wir da ansteigende Unfallzahlen.“

Senioren seien gefährdeter und gefährlicher. Und das trotz all der neuen Fahrassistenzsysteme in modernen Autos. Des Weiteren gelte es zu berücksichtigen, dass ältere Menschen weniger am Verkehrsgeschehen teilnehmen, geringe Kilometerleistung haben und trotzdem anteilig am Unfallgeschehen beteiligt seien. „Da fehlt die Routine.“ Stefan Kaaden machte auch auf ein anderes Defizit aufmerksam. „Wie heißt es doch so schön: Das Auto geht alle zwei Jahre zum TÜV, der Führerschein aber hält ein Leben lang.“ Ein Gesundheitscheck wäre eine Maßnahme, die Senioren durchaus ergreifen könnten. Jeder sollte kontrollieren, ob er noch ein sicherer Verkehrsteilnehmer sei. Helfen könnten da Freunde, Bekannte und Verwandte. „Sie könnten beobachten, ob die Senioren noch in der Lage sind, sich dem Verkehrsgeschehen angemessen zu verhalten“, schlug Kaaden vor. „Es ist so, dass 20 Prozent der älteren Generation Fahrrad fahren und davon etliche mit E-Bikes und sogenannten Pedelecs unterwegs sind – und auch da haben wir einen Anteil an Unfallbeteiligten, nämlich ein Drittel, das älter als 65 Jahre ist“, sagte Kaaden.

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