Mehr als 300 Besucher beim Weißen Dinner im Schlossgarten Zum Finale wurden 600 Wunderkerzen entzündet

Zum sechsten Mal hatte die Stadt zum White Dinner gerufen, zu einem vornehmen Picknick vor der prachtvollen Kulisse des Schönbornschen Schlosses. Foto: m

Heusenstamm (m) – Einmal im Jahr gehört der Schlosspark nicht Denen im grau-braunen Federkleid. Sondern mehr als 300 Besuchern in schneeweißen Hosen, Hemden und Schuhen, die an gedeckten Tischen zwischen abgedeckten Beeten und farbig angestrahlten Büschen und Bäumen schmausen. Zum sechsten Mal hatte die Stadt zum White Dinner gerufen, zu einem vornehmen Picknick vor der prachtvollen Kulisse des Schönbornschen Schlosses.

Manche Gäste zogen in Gruppen von mehr als zwei Dutzend Mitgliedern in den Garten, deckten die schlichen Garniturtische mit großflächigen Tischtüchern ein, die bis auf den Boden reichten. Sie bauten exotische Speisen zu einem stattlichen Büfett auf. Die schweren Kühlboxen und Bierkisten verschwanden unter den Anrichten.

Andere Teilnehmer richteten sich zu zweit etwas abseits ein, genossen die Atmosphäre an einem kleinen quadratischen Tisch mit dem Picknickkorb davor.

Wer eigene Stühle mitgebracht hatte, hüllte sie in schneeweiße Hussen. Viele der reich gedeckten Tafeln krönten silberne Kerzenleuchter mit verspielten Füßen und Armen, passend zum Barockstil des Parks. Besonders romantisch gestimmte Genießer hatten ihren Platz gar mit weißen Rosen dekoriert.

Entlang der Wege hatte Gärtner Lothar Mendl Blumen-Arrangements verteilt – natürlich nur solche mit weißen Blütenblättern.

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Angela Dönges von der Stadtverwaltung hatte nicht nur die Garnituren organisiert, sondern auch eine mobile Kaffeebar engagiert. Das Unternehmen hatte jedoch kurzfristig abgesagt, ein Caterer, der privat vor Ort war, schenkte dafür Sekt und Wein aus. Erlesene Leckereien und selbst gemachte Spezialitäten füllten die Tische, noch attraktiver aber war der Aspekt, mit Kollegen in ungezwungener Atmosphäre zu plaudern oder Verwandte aus der Ferne wieder zu sehen.

Ein Ehepaar aus Lämmerspiel feierte mittlerweile schon aus Tradition den Geburtstag der Dame beim White Dinner. Dazu waren die Töchter bis aus Nürnberg angereist, die Jubilarin servierte Kapern und Lachsschnittchen zum Entree. Tik Tok heißt das spontane, gemeinsame Tanzen auf mandarin. Ein großer Kreis des chinesischen Frauenvereins aus Offenbach studierte direkt am Eingangstor eine Choreographie mit weißen Tüchern ein.

An ihrem Stammplatz an der Mauer hatten sich die „Häuser Mädche’“ eingerichtet. Die Seniorinnen aus Hausen sind seit der ersten Veranstaltung dabei, erzählten sie stolz und trugen auch nach Sonnenuntergang ihre breitkrempigen Sommerhüte. Ausgesprochen scharf ging es am Schlossgraben zu, wo sich Mitarbeiter des Horst-Schmidt-Hauses und Freunde versammelt hatten. Thailändische Mitarbeiterinnen hatten Papaya-Salat aus den nicht ganz reifen Früchten mit Chili zubereitet, das auf der Zunge eine ähnliche Wirkung wie Peperoni entfaltet.

Immer mehr Besucher, vor allem Kinder, tummelten sich vor dem Pavillon am Hauptweg, unter dem das Duo Stereo Coffee aufspielte. Ena Roth und Michael Baum begeisterten mit einem breit gefächerten Repertoire, gedämpfter Lautstärke, aber Stimmen, die denen der Original-Interpreten gleichen. Ob sanfte Schlager, Country Sound oder „Summerwine“, bald schwebten zahlreiche Tänzer über das Pflaster – und forderten Zugaben.

Einen festliches Finale fand das Dinner mit dem Entzünden von 600 langen Wunderkerzen, die Angela Dönges und ihre Helfer verteilt hatten. Für Beteiligte wie für die Organisatorin ist es keine Frage, dass auch im nächsten Jahr wieder ein White Dinner statt findet.

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