Auch Starterin aus den USA macht beim 15. Heusenstammer Kirchenlauf mit

Für Start in der Schlossstadt Hochzeitsreise unterbrochen

Etwa 320 Teilnehmer machten am Samstag beim 15. Heusenstammer Kirchenlauf mit darunter auch zahlreiche Kinder Jugendliche und absolvierten dabei drei Strecken von unterschiedlicher Länge. Foto: Schmedemann

Heusenstamm (zls) – Kleine neongelbe Pfeile weisen den Besuchern den richtigen Weg. Wer ihnen folgt und in die Marienstraße einbiegt, wird von einem großen orangefarbenen Ziel vor dem Pfarrheim von Maria Himmelskron begrüßt.

Unter dem Schriftzug sammeln sich bereits die jüngsten Teilnehmer am 15. Kirchenlauf.

Nach dem Startschuss geht es für die kleinen Läufer los zur kürzesten Etappe mit 3,6 Kilometern. Insgesamt werden rund 320 Teilnehmer in diesem Jahr die Route in und um Heusenstamm bewältigen. Die mittlere Runde zählt 6,9 Kilometer und die längste mit 16,9 Kilometern führt an der Kirche Mariä Opferung in Rembrücken vorbei – somit erfasst die Route alle Gotteshäuser Heusenstamms.

„Mit unseren Streckenlängen heben wir uns von üblichen Marathons ab“, sagt Ralf Schönmann, ein festes Mitglied des Organisationsteams. Als begeisterter Läufer plant und organisiert er seit 15 Jahren zusammen mit Wolfgang Jäger den Lauf zwischen den Kirchen. „Aber selbst mitgelaufen sind wir noch nie“, fügt Schönmann hinzu. Dafür gebe es zu viel zu tun. Die Aufgaben haben die Gemeinden untereinander aufgeteilt.

Die Freie evangelische Gemeinde führt den Infostand, die Pfarrei Maria Himmelskron kümmert sich derweil um die Koordinierung der Teilnehmer und um die Verteilung der diesjährigen Prämien für Voranmeldungen.

Im Vorfeld haben sich 182 Läufer online angemeldet, darunter Pfarrer Martin Weber mit der traditionellen Startnummer eins. Eine etwas andere Anmeldung kommt von einer Dame aus Reno im US-Bundesstaat Nevada. „Die Amerikanerin ist gerade auf Hochzeitsreise durch Europa und möchte in Heusenstamm mitlaufen“, erzählt der Organisator.

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Einen in Relation dazu geringen Anreiseweg hat Michael Welsch. Der Hobbyläufer ist zum dritten Mal von Waldsolms nach Heusenstamm gekommen. „Wegen meiner Epilepsie darf ich kein Auto mehr fahren, also bin ich zweieinhalb Stunden mit der Bahn angereist.“ Welsch schätzt die schöne Strecke durch Wald und Wiese sehr, weshalb er auch zukünftig am Marathon durch und um die Schlossstadt teilnehmen möchte. Einen weiteren internationalen Gast empfängt der Kirchenlauf aus Italien: Franco Ianilli aus der Partnerstadt Ladispoli nahm vergangenen Dezember am Crosslauf teil. In Ladispoli ist er der Vorsitzende des Vereines, der die Partnerschaft zu Heusenstamm pflegt, und leitet dort die Laufgruppe „Tausendfüßler“, an deren Lauf bereits Schüler des Adolf-Reichwein-Gymnasiums teilnahmen.

Dem Italiener macht das deutsche Klima sichtlich zu schaffen. „Im Dezember bin ich zum ersten Mal im Schnee gelaufen und jetzt ist es viel zu heiß, sogar heißer als in Ladispoli“, sagt Ianilli und vergräbt das Gesicht in einem Handtuch, um sich den Schweiß abzuwischen. Der Ladispolianer hatte zusammen mit Bürgermeister Halil Öztas die Ziellinie passiert. „Franco lag ungefähr zweihundert Meter hinter mir, also habe ich auf ihn gewartet“, sagt Öztas – eine Geste der Verschwisterung. Trotz Warten habe der Bürgermeister seine Zeit vom Vorjahr um einige Minuten unterbieten können.

Mit Musik und Ansage der Zeit werden die Teilnehmer, die nach und nach eintrudeln, an der Ziellinie empfangen. Die Damen von der Wasserstation halten Becher bereit und für die weiblichen Teilnehmer sogar jeweils eine Rose. Im Anschluss stärken sich die Läufer bei kühlen Getränken, Bratwurst und Pommes. Wem der Sinn nach Süßem steht, sucht die Kuchentheke auf. Im Pfarrhof blickt man in erschöpfte und gleichsam zufriedene Gesichter und die Bänke haben sich mit Besuchern gefüllt, die sich dieses alljährliche Event am ersten Juniwochenende nicht entgehen lassen wollen.

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