160 Helfer machen bei Putzaktion „Saubere Landschaft“ in Heusenstamm mit

Gullideckel und Getriebeteile

Neben Vereinen haben sich auch in diesem Jahr wieder viele Privatpersonen und Gruppen an der Aktion „Saubere Landschaft“ beteiligt und geholfen , das Stadtgebiet und die Gemarkung Heusenstamm von Unrat zu säuber, den achtlose Zeitgenossen dort illegal entsorgt hatten. Foto: Julia Jäger

Heusenstamm (zjj) – Es ist eine buchstäblich lange Geschichte: Bereits seit 44 Jahren ruft die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) alljährlich gemeinsam mit der Stadt Heusenstamm zur Aktion „Saubere Landschaft“ auf, an der vor allem Vereine teilnehmen.Aber auch viele Privatpersonen und Gruppen helfen regelmäßig dabei, das Stadtgebiet und die Gemarkung zu säubern.

Wie zum Beispiel Anja Dannenberg und Christine Zörgiebel, die zu zweit schon vor einigen Jahren bei der Müllbeseitigung geholfen haben.

Genau wie viele andere Teilnehmer wollten die beiden „mal wieder was für die Natur tun“, wie Christine Zörgiebel erzählt.

Sie seien entsetzt zu sehen, was manche Menschen einfach ins Grüne entsorgten, so die Heusenstammerin. Mitglieder des Rugbyklubs, die das Areal rund um Martinsee bearbeiteten, zogen etwa zahlreiche Fahrradreifen aus den Waldgebieten.

„Einen eisernen Gullideckel, Getriebeteile und halt das Übliche wie Tempotaschentücher und Bierdosen“, hat Ulla Ramm rund um den See am Goldberg aufgesammelt. Aber auch Klopapier und viele Fast-Food-Verpackungen hätten sie dort gefunden, ergänzt Steffen Korb, der gemeinsam mit ihr im Namen der Initiative Hofgut Patershausen zum ersten Mal an der Aktion teilnahm

In diesem Jahr sammelten die Freiwilligen jedoch besonders viel Verpackungsmüll und Plastik. Verantwortlich dafür sei Sturmtief „Egon“, das Anfang des Jahres an einem jener Tage durch Heusenstamm zog, an dem der Gelbe Sack abgeholt werden sollte. Da seien dann die Säcke zerrissen und all der Verpackungsmüll einzeln durch die Straßen geflogen, berichtet Jürgen Pfeifer vom Fachdienst Steuern und Abfallwirtschaft der Stadt, der für die Organisation der Putzaktion verantwortlich ist.

Rund um den Bannturm

Er selbst sammelt rund um den Bannturm, wo besonders viel Glas und Müll vom Weinfest sowie vom Nikolausmarkt zu finden sei. Dort stattet Pfeifer aber auch die teilnehmenden Gruppen mit Piksern, Greifhänden, Müllsäcken und Warnwesten aus, damit vor allem die Helfer am Straßenrand besser gesehen werden.

Einige Vereine nehmen schon seit Jahren an der Aufräumaktion teil und haben ihre festen Gebiete, in denen sie den Unrat beseitigen. Dieser wird in Säcken gesammelt, am Straßenrand abgestellt und am heutigen Vormittag von der Stadt abgeholt.

Ingeborg Schmidt, die die Aktion gemeinsam mit der Evangelischen Kantorei unterstützt, ist von Anfang an dabei. Sie hat in den vielen Jahren vom zertrümmerten Fernseher bis zu Teppichen, schon so einiges im Wald gefunden. Schon früher habe sie beim Gassigehen mit ihrem Hund, Müll vom Boden aufgesammelt und in ihrer eigenen Tonne entsorgt. „Die Menschen sind oftmals einfach sehr bequem“, bestätigt Hans-Jürgen Schwald von der Arbeiterwohlfahrt, der mit einer Gruppe geflüchteter Menschen unterwegs ist. Auch sie sind schon zum zweiten Mal dabei und reinigen in diesem Jahr das Gebiet entlang der Industriestraße zwischen ihrer Unterkunft auf dem Gelände des Keppler-Verlags und der Ottostraße.

„Das Areal haben wir für diese Gruppe ganz bewusst ausgewählt, damit sie von den Leuten gesehen werden“, erläutert Jürgen Pfeifer. Den Menschen, die bei uns eine Bleibe gefunden haben, gehe es jedoch vor allem darum, sich am Leben der Kommune zu beteiligen und einen eigenen aktiven Beitrag zu leisten, betont Hans-Jürgen Schwald. „Schließlich ist Heusenstamm ihre Heimat geworden, in der sie sich wohlfühlen“, fügt er noch hinzu.

 

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