Schüler aus Heusenstamms Partnerstadt Ladispoli zu Besuch in der Schlossstadt

Mit Händen und Füßen gehts schneller

Bürgermeister Halil Öztas stellte sich seinen ersten nicht-deutschen Besuchern in seinem Amtszimmer als erster türkisch-stämmiger Rathauschef in Hessen vor, und als zweiter in der Bundesrepublik. Foto: pro

Heusenstamm (pro) – Flavia ist zwölf Jahre alt und ausgesprochen neugierig. Darum hat sich das Mädchen aus Ladispoli auch für den Schüleraustausch mit Gleichaltrigen von der Adolf-Reichwein-Schule (ARS) in Heusenstamm beworben.

Sie möchte andere Länder und fremde Gewohnheiten kennen lernen, lässt sie Angelika Banck übersetzen. Die Vorsitzende des Freundeskreises Partnerstädte begleitete acht Schüler und zwei Lehrerinnen aus der italienischen Partnerstadt sowie deren Gastgeber auch bei der Abschiedsparty.

Es war die dritte Gruppe, die aus dem Ferienort an der italienischen Westküste in die Schlossstadt kam, wie Bürgermeister Halil Öztas warb. Er stellte sich seinen ersten nicht-deutschen Besuchern in seinem Amtszimmer als erster türkisch-stämmiger Rathauschef in Hessen vor, und als zweiter in der Bundesrepublik. Unlängst weilte er zum Antrittsbesuch bei seinem Kollegen in Ladispoli, teilte er den Kindern und Lehrkräfte mit.

Rathauschef dankt Lehrkräften

Öztas dankte Rektor Matthias Lippert und den Pädagogen für Engagement, Zeit und Geld, das sie investierten. Er sagte ihnen auch finanzielle Unterstützung für das Projekt zu. Der Schulleiter freute sich über den Empfang im Schloss und verkündete ungeachtet aktueller politischer Probleme überzeugt, „Europa hat eine Vergangenheit, eine Gegenwart und eine Zukunft“. Seine Einrichtung möchte den „europäischen Gedanken eines friedlichen Zusammenlebens“ fördern. Das gelinge nur, „wenn junge Menschen sich begegnen“, mit begeisterten Schülern und Lehrern. Auf Heusenstammer Seite organisierten Margit Breen, Mechthild Keil und Patrick Weiser den Austausch, Maria Antonietta Lorusso und Roberta Francani vom Istituto Comprensivo Corrado Melone Ladispoli betreuten ihre Schützlinge nach Germania. Ihr Tag startete schon nach fünf Uhr in der Frühe mit der Fahrt zum nahen Flughafen und fand seine Fortsetzung mit einer Rallye durch die Schlossstadt. Dabei erfuhren alle Beteiligten viel über Kaiser Franz, die Schönborns, den Balthasar Neumann und ihre Bauwerke. Die Gruppen sollten auch ein italienisches Produkt kaufen und ein deutsches, das es nicht in Ladispoli gibt.

Die Gruppe reiste nach Wiesbaden, lernte Landtag und Nerobergbahn kennen. In Frankfurt besuchten die Mädchen und Jungen mit ihren Begleitern den Zoo, die Drachenboote auf dem Main und fuhren auf die Spitze eines Wolkenkratzers. Sie schauten sich im Grenzmuseum Point Alpha in Rasdorf und in einem Bergwerk um. In der Reichwein-Schule nahmen auch die jungen Italiener am Werk- und Koch-Unterricht teil.

Die Verständigung klappte schon ganz gut auf englisch, resümierten die Lehrerinnen. „Oft sind italienische Schüler von uns dabei“, erklärte Lippert, manchmal deutschsprachige Schüler aus Italien. Die hätten auch einen kurzen kleinen Deutsch-Kurs absolviert, erklärte Maria Antonietta Lorusso.

Denn Deutsch wird an ihrem Institut so wenig unterrichtet wie Italienisch an der ARS. Meistens ging’s „mit Händen und Füßen“ aber schneller, waren sich die Lehrerinnen einig.

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