Heusenstammer St. Nikolausmarkt lockte tausende Besucher aus der ganzen Region an Kunstvolles, adventliche Klänge und kulinarische Köstlichkeiten

Die Schlossstädter feiern seit nunmehr 39 Jahren den St. Mikolausmarkt . Angefangen am Torbau, vom Kirchplatz St. Cäcilia über die „Unnergass“ bis in den Schlosshof und zum Festplatz am Bannturm gab es auch in diesem Jahr rund 140 Marktstände. Foto: Wittekopf

Heusenstamm (bw) – Immer wenn sich das Türchen zum zweiten Adventswochenende öffnet, duftet es im alten Ort nach Zimt, Mandeln, Orangen, Glühwein und anderen appetitlichen Aromen. Denn an diesem besonderen Wochenende findet traditionell der Heusenstammer St. Nikolausmarkt statt.

Den feiern die Schlossstädter nunmehr seit 39 Jahren. Angefangen am Torbau, vom Kirchplatz St. Cäcilia über die „Unnergass“ bis in den Schlosshof und zum Festplatz am Bannturm gibt es an rund 140 Marktständen allerlei Ess- und Trinkbares sowie vielerlei Gebasteltes, Gestricktes oder Selbstgebackenes.

Die Auswahl an Keksen, Wein, Hochprozentigem und Gebratenem ist groß und die Stände sind gut besucht. Dazwischen findet man die Buden von Privatausstellern und Händlern, die ihre handwerklichen Waren anbieten.

Helga Ohlig „strickt“ Waschlappen und Putzschwämmchen. „Das ist eine gute Alternative im Haushalt“, sagt sie. Ihre originellen, bunten Artikel werden aus „Bubblegum-Garn“ hergestellt. Andrea Nietsch-Liebig fertigt an ihrem Stand „Andus“ elegante Taschen und praktische Rücksäcke aus alten Jeanshosen.

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Selbstgestrickte Babyschühchen und genähte Taschen gibt’s bei Sandra Schmitt und Daniela Reinhard. Einen halben Tag Arbeit steckt in einem Paar Schuhe schon drin, erfahren Interessierte. Aber die Sachen sind einzigartig, schließlich sollen sie die Füßchen von einzigartigen Kindern wärmen. Ein Teil der Einnahmen geht direkt an die vielen Igel im Offenbacher Waldzoo, die zu schwach sind, um ohne Hilfe zu überwintern. „Mit der Spende werden die gut durchgefüttert und können nächstes Jahr wieder in der Natur überleben“, sagt Schmitt.

Ein heimeliges Rahmenprogramm der Heusenstammer Vereine und Kirchen bereichert das Marktgeschehen.

So singt der Kinderchor mit der evangelischen Kantorei Heusenstamm in St. Cäcilia, die Stadtkappelle gibt im Innenhof des Schlosses ein vorweihnachtliches Konzert, die Musikschule Heusenstamm lädt zum adventlichen Musizieren und Singen ein und der Freundschaftskreis „Tonbridge & Malling“ zelebriert sein traditionelles „Christmas Carols Singing“ und reicht dazu Tee und Kekse.

An rund 40 Ständen sorgen die Heusenstammer Vereine dafür, dass die Besucher auch kulinarisch verwöhnt werden: Am Stand der TSV-Heusenstamm gibt es neben Glühwein ein würziges Winterbier, das TSV-Blasorchester bietet seine legendären Krautspatzen an und die Freiwillige Feuerwehr löscht an ihrem Getränkestand den Durst der zahlreichen Gäste.

Einen richtigen Sturm auf ihre Hundekekse melden die Aktiven des Vereins „Bell Amis“. „Die Kekse sind ausverkauft, aber wir haben bereits Nachschub geordert“, sagt Vereinsmitglied Nadja Rebentisch. Alles Wissenswerte rund um Wald und Natur kann man beim Verein der „Waldfreunde“ erfahren. Dort bieten Leyla, Jan-Josef und Victor Handarbeiten aus Holz an.

„Wir haben schon einige Vogelhäuschen verkauft“, sagt Jan-Josef stolz und Leyla schwärmt von den kleinen Holzpuzzles.

Besonders informativ ist die Begegnung mit den Partnerstädten.

Am Stand der belgischen Partnerstadt Malle gibt es etwa Trappistenbier und -käse.

Aus Tonbridge & Malling in England sind Freunde der Schlossstadt angereist, um Tee und Marmelade zu bringen.

Wie es nach dem Brexit weitergeht, weiß keiner an dem Stand: „Wir warten ab und sehen dann“, sagt Christa Buss.

An dem Stand der französischen Partnerstadt Saint-Savin in Frankreich duftet es herzhaft nach Käse. Remy Bethon und Joana Wallez servieren ihren Pineau, der natürlich mit französischem Käse am besten schmeckt.

Dass sich die Deutschen und die Franzosen gut verstehen, ist deutlich zu sehen. Und wenn es mal mit dem Französischen nicht so klappt, spricht man eben Englisch.

Einzig die Umweltverträglichkeit ist ausbaufähig: Nur wenige Stände schenken ihre Getränke in Gläsern oder wiederverwendbaren Bechern aus.

Allerdings zum letzten Mal, denn ein Beschluss des Stadtparlaments verbietet ab dem kommenden Jahr die Verwendung von Einweggeschirr bei städtischen Veranstaltungen.

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