Stadtbücherei und Musikschule informierten bei „Tag der offenen Tür“ über ihre Angebote „Musik ist schließlich ein fester Bestandteil des Lebens“

Beim Tag der offenen Tür der Musikschule Heusenstamm präsentierte der Musiklehrer Markus Hoßner Im ersten Stock des Hauses der Musik in der Schlossstraße verschiedene Klarinetten. Foto: m

Heusenstamm (m) – Wechselt Katja Richter ihr Metier? Beim „Tag der offenen Tür“ im Haus der Musik und im Haus der Literatur wurde die Leiterin der Stadtbücherei Heusenstamm jedenfalls immer wieder an einem Cello sägend beobachtet. Als

Rentnerin könnte sie sich einen Platz in der Musikschule gut vorstellen, verriet sie.

Die Aktion beider Einrichtungen lockte am Wochenende zahlreiche Bürger in die Räume an der Schlossstraße, vor allem ganze Familien.

Im ersten Stock präsentiert Markus Hoßner verschiedene Klarinetten. Eltern und Kinder auf den Plätzen vor ihm erkennen zunächst keinen Unterschied. Das ändert sich, als der Lehrer die Tonleiter nacheinander auf beiden Instrumenten spielt – das mit dem kindgerechten Griffsystem klingt deutlich höher. Weil die Klappen dichter beieinander liegen, können sie selbst Fünfjährige mit ihren Fingern erreichen.

Die jüngsten Musikschüler sind gerade einmal vier Jahre alt, informiert Annette Hofmann, die mit Klavierspieler Wolfgang Löll die Angebote koordiniert. Die ältesten Lernenden sind um die 70. Insgesamt besuchen mehr als 400 Schüler die Kurse, davon 50 Erwachsene und mehr als 100 Kinder in der musikalischen Früherziehung in vielen Kitas der Schlossstadt.

Zehn Mädchen und Jungen eröffnen mit Andrea Kniedel das Programm mit Rhythmus- und Percussion-Geräten, einige von ihnen dirigieren sogar das kleine Orchester. Ab dem nächsten Jahr dreht sich wieder Ikarus, das Instrumentenkarussell, bei dem Sechsjährige im Laufe eines Jahres sieben Musikinstrumente näher kennen lernen. Derzeit führt Annette Hofmann bereits eine Grundausbildung an der Otto-Hahn-Schule.

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Die meisten Kursteilnehmer wollen die Klaviertasten beherrschen, Gitarrensaiten oder die Blockflöte. Sie wird seit der Gründung der Musikschule auch im Ensemble geblasen. Es ist die älteste Gruppe im Haus, die einst Heinz Vahlsen ins Leben gerufen hat, weiß die Koordinatorin. Alle anderen Bläser lernen beim Orchester der TSV, erläutert sie, „die leisten eine sehr intensive Jugendarbeit“.

„Wir möchten die Leute sensibilisieren“, laute der Auftrag der kommunalen Schule. „Musik ist schließlich ein fester Bestandteil des Lebens, und eine musische Ausbildung gehört dazu“, argumentiert Annette Hofmann. Die Lehrgänge einen längst nicht mehr nur einen elitären Kreis. Bewohner unterschiedlicher Kulturkreise und ganze Familien haben sich für die Lehrgänge angemeldet, ist zu vernehmen.

Vier Schützlinge von Michael Schnadt stehen jetzt am Klavier, jedes der Mädchen spielt mit einer Hand und singt dazu – mal schneller, mal lauter, mal vergnügt. Die Bücherei-Chefin versucht sich an den Saiten von Julia Nilsen-Savage: „Ich will unbedingt noch ein Instrument erlernen“, verrät die Bibliothekarin und kündigt melodisch an, „morgen kommt der Weihnachtsmann“. Die Lehrkraft macht ihr vor, wie sie mit den Fingern einen Papagei formt, mit dem soll sie den Schaft fassen. Auch beim Bogen leistet die Pädagogin Hilfestellung.

Später bedanken sich 14 „Leseratten“ mit den Erzieherinnen Maria Simic und Sibylle Klause von der Kita Wiesenbornweg bei Katja Richter mit einem Lied: „Alle Bücher sind schon da“, singen sie von Bilderbüchern über Hunde, Katzen, Eichhörnchen und die Feuerwehr. Dazu überreichen sie Blumen und ein Raupenbild, weil Katja ihnen seit 15 Jahren regelmäßig vorliest, Bilderbuchkino zeigt oder Kamishibai-Theater vorspielt. Das Marionettentheater Troll Toll führt das Stück „Einmal ist keinmal“ mit wunderschönen Figuren auf.

Die flachen Plastikkästen des Bücher-Flohmarkts verteilen sich auf fast alle Räume und Etagen, auch der Duft von frischen Waffeln. Die werden in der Küche gegenüber dem Mozartsaal gebacken und mit selbst gefertigten Kuchen und Kaffee zugunsten der Eritrea-Hilfe der katholischen Pfarrgemeinden verkauft. Schon für den kommenden Samstag lädt die Musikschule zum Frühjahrskonzert in den Saal der Vereine.

Auch in Sommer und Herbst sowie zu Weihnachten sollen künftig Schüler vorspielen, dem Programm der Musikschule mehr Leben verleihen.

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