Evangelische Kirchengemeinde Heusenstamm

Sänger präsentieren afrikanische Gospelmusik im Gottesdienst

Afrikanische Gospelmusik mit Stücken aus Südafrika, Namibia, Tansania und anderen Teilen Afrikas stand auf dem Übungsprogramm eines Gesangsworkshops zu dem die evangelische Kirchengemeinde Heusenstamm eingeladen hatte.    Foto: Roß

Heusenstamm (jro) – Afrikanische Gospelmusik mit Stücken aus Südafrika, Namibia, Tansania und anderen Teilen Afrikas stand auf dem Übungsprogramm eines Gesangsworkshops zu dem die evangelische Kirchengemeinde Heusenstamm eingeladen hatte. Unter der Leitung von Martin Schultheiß studierten die rund 40 Teilnehmer die Stücke ein und präsentierten sie anschließend in einem Gottesdienst in der Gustav-Adolf-Kirche.

Noch etwas verschlafen sehen die Gesichter der Sängerinnen und Sänger am Sonntagmorgen aus. Martin Schultheiß, Leiter des Frankfurter Gospelchores sitzt in der evangelischen Gustav-Adolf-Kirche an seinem elektronischen Klavier und stimmt den Projektchor auf den Gottesdienst ein. Tags zuvor hatten sich die 40 Gospel-Begeisterten zu einem Workshop im Gemeindezentrum eingefunden und nicht nur die Musik an sich kennengelernt. „Gospel ist nicht nur ein Musikstil, es ist eine Lebensauffassung“, erklärt Schultheiß.

Um die Stimmen der Sängerinnen und Sänger auf „Betriebstemperatur“ zu bringen, gibt es zunächst Stimmübungen. „Mia Mia Mia Mo“ und „Na na na na nu“, geht es die Tonleiter immer weiter rauf. Schultheiß spornt seine Schützlinge an: „Heute schaffen wir locker vier Oktaven“. Eine Aussage, über die die müden Sängerinnen und Sänger lachen. Und langsam kommt immer mehr Leben in den Chor. Singen, lachen, tanzen und klatschen, das alles gehört zu dieser Musik und der Projektchor probt noch einmal alle Stücke, die gleich im Gottesdienst gesungen werden sollen.

Der Gottesdienst wird mit dem bekannten Lied „Kumbaya my Lord“ eröffnet. Die ausgewählten Gospel-Stücke haben alle einen Bezug auf den Sonntagsgottesdienst. An diesem „Verklärungssonntag“ geht um das Thema Licht. Pfarrerin Susanne Winkler spannt einen Bogen von der Musik hin zu biblischen Erzählungen, in denen das Licht in der Dunkelheit eine Bedeutung spielt. „This little light of mine, Jesus gave it to me“, das kleine Licht, das Jesus mir schenkt, so lautet der Titel eines Gospels, den die Gemeinde mitsingt und auch in die gesungene Bitte „Give us peace“ - „Gib uns Frieden“ einstimmt.

Die Sängerinnen und Sänger des Chores haben in dem Workshop gelernt, dass Gospel auch Bewegung heißt und dementsprechend bewegen sich die Chormitglieder rhythmisch zur Musik, sie klatschen und lassen sich von den harmonischen und eingängigen Melodien gleichsam tragen.

„Die Gospels sind sehr emotionale Musikstücke und nicht mit unserer eher ‘verkopften’ europäischen Musik zu vergleichen“, erläutert Schultheiß. Aber nicht nur der musikalische Ansatz wird in dem Workshop thematisiert.

Auch die politische Dimension der Gospelmusik kommt zur Sprache und Schultheiß versteht es den Bogen zu der gegenwärtigen politischen Situation zu spannen: „Die Botschaft der Gospel ist eine Botschaft der Befreiung, eine Botschaft des Friedens, eine Botschaft des tiefen Gottvertrauens“ und fügt hinzu „wir sollten die Fesseln der Angst, des Neids und des Hasses ablegen und wieder mehr Vertrauen haben“.

Für die 17-jährige Laura aus dem Rodgau ist es nicht die erste Chorerfahrung. Sie hat eher zufällig von dem Workshop gehört und sich angemeldet. Ihre beiden Freundinnen Malin und Fenja aus Heusenstamm haben sich ebenfalls für den Workshop gemeldet.

Für die beiden 13- und 16-jährigen Heusenstammerinnen war es die erste Chorerfahrung und wahrscheinlich auch nicht die letzte: „Es ist wirklich eine sehr schöne Art zu singen“, erzählen die drei jungen Frauen: „Wenn das in Zukunft wieder angeboten wird, werden wir auch wieder mitmachen“.

Auch Schultheiß ist zufrieden mit den Sängerinnen und Sängern „Es waren zwar nur drei Männerstimmen“, so Schultheiß. „ Aber auch die haben sich tapfer geschlagen“.

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