Beim Kelterfest des Gesangsvereins Konkordia präsentieren ObstbauernÄpfel der Spitzenklasse „Der Saft geht weg wie warme Semmeln“

Martin Battenfeld (von links) und Jens Krostewitz schütten die zerhäckselten Äpfel in die Presse. Neugierig schauen Jona, Eric und Tibo dabei zu.  Foto: Wittekopf

Heusenstamm (bw) –  Die Trockenheit durch den heißen Jahrhundertsommer hat vielen Landwirten in Hessen zu schaffen gemacht. So auch den Obstbauern. Auf dem diesjährigen Kelterfest des Gesangsvereins Konkordia 1849 präsentierten sie am Bannturm dennoch Äpfel der Spitzenklasse.

Beim Schau-Kelterfest des Gesangsvereins Konkordia 1849 wird jedes Jahr am ersten Sonntag im Oktober der „Süße“ frisch gepresst ausgeschenkt. Diesmal fällt der Termin allerdings mitten in die Herbstferien. Doch trotz Urlaubszeit ist die Veranstaltung bei den Schlossstädtern sehr beliebt und so füllen sich auch zum 17. Kelterfest schnell die Bänke am Bannturm. Für die musikalische Unterhaltung sorgt Entertainer Ewald Kratz.

Die Äpfel kommen von einem Obsthof im vorderen Odenwald, erläutert der Vereinsvorsitzende der Konkordia, Bernhard Krostewitz. Der Jahrhundertsommer hat ganze Arbeit geleistet. „Die Äpfel sind dieses Mal absolute Spitzenklasse“, sagt er. Doch die Trockenheit hat den Obstbauern ihre Arbeit erschwert. „Die Bäume mussten gewässert werden, denn sonst wären die Äpfel zu früh vom Baum gefallen“, erklärt Krostewitz. Für das Kelterfest liegen über zwei Tonnen in Anhängern und warten darauf, von den Vereinsmitgliedern verarbeitet zu werden. „Wir schätzen, dass wir über 1200 Liter Süßer produzieren“, sagt Krostewitz.

Die faulen Äpfel werden aussortiert, die guten in einem großen Bottich sorgfältig gewaschen. Nach dem Zerkleinern im Häcksler ruhen die Stücke an der Luft, um etwas Sauerstoff aufnehmen zu können. „Die Äpfel nehmen an der Luft eine braune Farbe an“, erklärt Dieter Hock vom Gesangsverein. „Das gibt dem Saft dann eine kräftige Farbe.“ Als Nächstes werden die Stücke in die Presse eingebracht. Bereits beim Befüllen zeigt sich, dass die Äpfel prall sind, denn der Saft dringt aus den Poren, obwohl das Gerät noch nicht arbeitet. Jetzt muss nur noch der Deckel drauf und der Kompressor, der den notwendigen Druck erzeugt, gestartet werden. Sofort beginnt der Saft zu fließen. Das süße Nass wird direkt in einen Kübel geleitet. Daraus wird der Süße dann frisch und unbehandelt in Gläsern, stilecht natürlich Geripptes, ausgeschenkt. In kleinen Kanistern können die Besucher den Saft auch mit nach Hause nehmen.

Am Verkaufsstand stehen drei Männer. „Der Saft geht weg wie warme Semmeln“, meint der eine. Die drei sind mit dem Verkauf sehr zufrieden. Die Meister an der Saftpresse, Martin Battenfeld und Jens Korstewitz, kennen den Prozess seit vielen Jahren und wissen, dass der Saft jeden Herbst anders schmeckt. Doch so süß wie dieses Jahr war er noch nie. Das Pressen findet bei Eric, Jona und Tibo besonders großes Interesse und Battenfeld findet neben der Arbeit Zeit, den drei Jungs alles zu erklären.

Dass das Fest ein solcher Erfolg werden würde, sei vor 17 Jahren nicht absehbar gewesen, erzählt Konkordia-Vereinsvorsitzender Krostewitz. Alles begann mit einer Saftpresse, die im Odenwald zum Verkauf gestanden habe. „Da kam uns die Idee, das Keltern doch mal selbst auszuprobieren und damit eine alte Tradition wieder aufleben zu lassen“, berichtet er. Das kulinarische Angebot sei mit der Zahl der Besucher gewachsen. Der Küchenchef der Konkordia ist Helmut Reitz. Er entwickelt die leckeren Rezepte wie Händkäs, Äppelschläppscher oder stellt die Hausmacher Wurstplatte zusammen.

Ein Handkäs-Fan ist Joachim Beck von der Freiwilligen Feuerwehr Rembrücken. „Der schmeckt richtig gut, wie jedes Jahr“, kommentiert er, nachdem er ihn probiert hat. Neu im kulinarischen Angebot des Kelterfests ist der „Konkordia Burger“. Dabei handelt es sich um eine dicke Scheibe gut gewürzten Presskopf, der leicht angebraten wird. Garniert wird die Köstlichkeit mit angebratenen Zwiebeln und serviert in einem Brötchen vom Bäcker Schäfer.

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