Gesangverein Konkordia begeistert mit Bembel-Baron Schlaglichter aus 170 Jahren Vereinshistorie

Von Hamsterfahrten in den Kahlgrund im Jahr 1948 berichteten die Sängerinnen des Frauenchors, um anschließend „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ zum Besten zu geben. An die Damen im Publikum wurden dazu rote Rosen verteilt. Foto: p

Heusenstamm (red) – Mit einem furiosen Auftritt beim Heusenstammer Kultursommer feierte der Gesangverein Konkordia am Bannturm seinen 170. Geburtstag. Das Publikum erlebte mit dem Stück „Der Bembel-Baron“ aus der Feder von Thomas Hartmann die Geschichte des ältesten Vereins in der Schlossstadt.

Geschickt hatte Hartmann lange Erzählstrecken vermieden, in dem er das Stück auf zwei Bühnen verteilte: Auf der Nebenbühne spielten Vorsitzender Bernd Krostewitz, Gerd Hibbeler, Martin Battefeld und Holger Assion eine Skatrunde in der Gegenwart, deren Gespräche sich, neben kleinen Frotzeleien, immer wieder um die Konkordia drehten. Das Motto der Runde lautete „Immer wieder dienstags kommt die Erinnerung“. Auf der Hauptbühne stellten Konkordianer und die verschiedenen Chöre angesprochene Schlaglichter aus jenen 170 Jahren dar.

Natürlich begann alles mit der Nationalversammlung 1848/49 in Frankfurt und damit der Deutschen Revolution. In der Folge gründete sich der Gesangverein in der Gaststätte „Zur Deutschen Reichskrone“, dem späteren „Parlament“ – unter der Leitung des Dorfschullehrers Friedbert Henrich, gegen den Willen des damaligen Bürgermeisters Merkel. „Nur frisch gesungen, und alles wird wieder gut“, brachte der Männerchor dazu zu Gehör.

Es folgten viele weitere Schlaglichter, etwa aus den Jahren 1909, 1939, 1948, 1959, 1961 und 1999, dem Jahr des 150. Jubiläums. Begleitet wurden die Ereignisse mit viel Musik und tollen Leistungen etlicher Konkordia-Mitglieder als Darsteller: Elisa Baumann, Bianca Jung, Armin Krysciak (wunderbar als Heinz Schenk), Julian Muris, Gerda Schünemann, Angela Schünemann, Sabine Tscherney, Bernhard Wietschorke, Irene Wilhelm und Elke Wurtinger-Perner (kaum zu erkennen als Lia Wöhr) zeigten mit großem Engagement ungeahntes schauspielerisches Talent.

Immer wieder erklangen zudem bekannte Melodien mit neuen, auf den Verein zugeschnittenen Texte von Regisseur und Autor Hartmann. So wurde aus „Lollipop“ ein „Lockekopp“ oder der Voxxclub-Erfolg „Rock mi“ begann im Refrain mir „Wenn die Kelter wieder am Bannturm steht, und sich alles nur um Ebbel dreht“. Guido Leidecker glänzte gemeinsam mit Pianist Michael Hittel als „Adam und ein Micky“ mit einer deutschen Version des Elvis-Presley-Songs „Teddybear“. Vermisst wurde Ronald R. Pelger, der die meisten Konkordia-Chöre seit 1986 dirigiert. Durch eine Konzertreise mit einem seiner Mainzer Chöre war er verhindert, wurde aber von Alexandra Franz und Rochus Paul bestens vertreten.

Zu Beginn der Aufführung hatte Landrat Oliver Quilling dem Vorsitzenden Bernd Krostewitz die Silberne Ehrenmedaille des Landes Hessen und die Glückwünsche des Kreises Offenbach sowie einen Scheck über 250 Euro überreicht. Stadtrat Hans Raue gratulierte im Namen von Bürgermeister Halil Öztas und des Magistrats.

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