Kelterfest der Konkordia war trotz des widrigen Wetters gut besucht So süß wie in diesem Jahr war der Saft noch nie

Die Profis an der Saftpresse: Martin Battenfeld und Jens Krostewitz füllten am Sonntag beim Kelterfest des Gesangvereins Konkordia am Heusenstammer Bannturm Apfelschnitze in die Maschine. Foto: Wittekopf

Heusenstamm (bw) – Die Tage werden merklich kürzer und die Sonne zeigt sich seltener am Himmel. Genau dann, wenn die Natur ihr herbstliches Kleid trägt, ist die richtige Zeit, um die Apfelernte zu bewerten und zu verarbeiten. Während die süßen Äpfel zu leckerem Saft gepresst werden, wird aus den sauren Apfelwein gekeltert.

Wie in den vergangenen Jahren veranstaltete der Gesangverein Konkordia sein Schau-Kelterfest. Jedes Jahr wird am Bannturm am ersten Sonntag im Oktober der „Süße“ frisch gepresst und ausgeschenkt. Der Saft ist bei den Heusenstammern sehr begehrt. Viele schätzen das goldene Getränk und nehmen sich sogar einen Kanister für zu Hause mit. Es war bereits das 18. Kelterfest, das die Konkordia organisiert hatte, und trotz des widrigen Wetters füllten sich die Bänke wieder schnell.

„Die Äpfel kommen von einem Obsthof im vorderen Odenwald“, erläuterte der Vereinsvorsitzende Bernhard Krostewitz. Die beiden vergangenen Sommer waren Jahrhundertsommer und hatten einen positiven Einfluss auf die Qualität der Früchte. „

Die Äpfel sind dieses Mal absolute Spitzenklasse“, sagte er. Doch die Trockenheit hat den Obstbauern in diesem Jahr ihre Arbeit erschwert und die Bäume mussten wieder gewässert werden. „Der Ertrag ist dieses Jahr trotzdem deutlich geringer als die Jahre davor“, erläuterte Krostewitz.

Mehr als 35 Zentner lagen in den Anhängern und warteten darauf, dass die Vereinsmitglieder sie verarbeiten. „Wir schätzen, dass wir wieder über 1000 Liter Süßen produzieren“, tippte der Vereinsvorsitzende.

Die faulen Äpfel wurden aussortiert, die guten in einem großen Bottich sorgfältig gewaschen.

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Nach dem Zerkleinern im Häcksler ruhten die Stücke an der Luft, um etwas Sauerstoff aufnehmen zu können. Als Nächstes wurden die Schnitze in die Presse gegeben. Dann musste nur noch der Deckel drauf und der Kompressor, der den notwendigen Druck erzeugt, gestartet werden. Sofort begann der Saft zu fließen. Das süße Nass wurde direkt in einen Kübel geleitet. Daraus wurde der Süße dann frisch und unbehandelt in Gläser, stilecht natürlich Gerippte, ausgeschenkt.

Die Meister an der Saftpresse, Martin Battenfeld und Jens Krostewitz, kennen den Prozess seit vielen Jahren und wissen, dass der Saft jeden Herbst anders schmeckt. Doch so süß wie dieses Jahr war er noch nie. Begleitet wurden die Beiden immer von vielen neugierigen Kinderaugen. Natürlich durften sie das Produkt selbst testen und Battenfeld fand neben der Arbeit Zeit, den Prozess kindgerecht zu erklären. Dass das Fest ein solcher Erfolg werden würde, sei vor 18 Jahren nicht absehbar gewesen, erzählte Vereinsvorsitzender Krostewitz. Alles begann mit einer Saftpresse, die im Odenwald zum Verkauf gestanden habe. „Da kam uns die Idee, das Keltern doch mal selbst auszuprobieren und damit eine alte Tradition wieder aufleben zu lassen“, berichtete er.

Das kulinarische Angebot sei mit der Zahl der Besucher gewachsen. Rezepte wie hausgemachter Händkäs oder der Jubiläumsteller mit Preßkopf, Apfelblutwurst und Apfelweinbeißern erfreuten den Gaumen. Auch der „Konkordia Burger“ war wieder zu haben. Dabei handelt es sich um eine dicke Scheibe gut gewürzten Presskopf, der leicht angebraten wird. Garniert wird die Köstlichkeit mit angebratenen Zwiebeln und serviert in einem knusprigen Brötchen.

Musikalisch unterhaltenwurden die Zuschauer durch den Gesangsverein Schmalförden 1891. Die Musiker aus der Nähe von Bremen pflegen seit Jahren intensiven Kontakt mit der Konkordia. Die Freundschaft kommt nicht von ungefähr: Konkordiamitglied Gerda Schünemann kommt selbst aus dem hohen Norden und ihr Bruder singt im Gesangsverein Schmalförden.

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